Besuch auf dem Santa-Monica-Platz

„Totentanz“: Wochenmarkt leidet unter Priorität für Weihnachtsmarkt

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Wenig los war zuletzt oft auf dem Wochenmarkt in Hamm.
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Keine Chance gegen den Weihnachtsmarkt: Viele Betreiber und Besucher des Wochenmarkts in Hamm sind über die immer längere Zwangsverlegung nicht erfreut. Wir haben uns umgehört.

Hamm – Seit dem 21. November ist auf dem Platz an der Pauluskirche der Weihnachtsmarkt zu finden. Er verdrängt damit den Wochenmarkt von seinem traditionellen Platz. Dieser findet seitdem immer auf den Parkplätzen des Santa-Monica-Platzes statt (an Silvester übrigens von 8 bis 12 Uhr, und am 3. Januar fällt er aus).

Für die Betreiber ist diese Standortverlegung ein Problem. „Es ist eine schwierige Situation, in der wir uns befinden“, sagt Andreas Kraienhemke. Der Hof ist seit Anfang 2018 auf dem Markt vertreten. „Wir haben durch die Länge des Weihnachtsmarktes, der ja jetzt noch länger ist, mit ziemlichen Umsatzeinbußen zu kämpfen“, so Kraienhemke weiter. Allgemein, so geben viele Betreiber an, lägen die Umsatzeinbußen bei 30 bis 50 Prozent.

Wochenmarkt in Hamm: schwierige Parksituation

Problematisch sei aus seiner Sicht vor allem die schwierige Parksituation. „Wir stehen hier mitten auf dem Parkplatz und blockieren damit Stellplätze. Das macht es für die Kunden schwieriger einen Platz zu finden“, sagt Kraienhemke.

Er erhofft sich auch ein Zugeständnis von Seiten der Stadt. „Unser Oberbürgermeister hat zwar die Relevanz des Marktes unterstrichen, aber bisher ist wenig passiert was uns hilft“, sagt Kraienhemke.

Wochenmarkt: Standbetreiber wollen schnelle Lösung

Claudia Deunert betreibt einen kleinen Stand, in dem sie Backwaren verkauft. „Ich finde die Situation sehr traurig“, sagt sie. „Wir zeigen das ganze Jahr Präsenz und etwas mehr Wertschätzung seitens der Stadt wäre schön.“ Sie selbst sieht es auch als möglich an, dass der Weihnachts- und der Wochenmarkt etwas gemeinsam auf die Beine stellen. „Ich denke, man könne etwas gestalten, wovon beide profitieren könnten“, sagt sie. „Das Miteinander ist einfach wichtig. Egal in welcher Konstellation.“

Etwas deutlicher äußerte sich hingegen Klaus Berendes, der seit langem einen Stand auf dem Markt besitzt. „Es gleicht hier einem Totentanz“, sagt er. „Es ist wirklich schwierig, hier zu überleben und profitabel zu arbeiten. Wir brauchen eine Lösung für diese Situation, denn so kann es nicht weitergehen.“

Wochenmarkt in Hamm: auch Besucher unzufrieden

Auch für wenigen Besucher des Wochenmarktes ist der Besuch derzeit eher eine Ausnahme. „Ich habe heute ziemlich lange nach einer Parkmöglichkeit gesucht“, sagt einer der Besucher am Donnerstag. „Ich bin selbst schon etwas älter und nicht mehr gut zu Fuß. Deswegen ist es schon schwierig, wenn ich länger gehen muss, um zum Markt zu gelangen.“

Ähnlich äußert sich auch eine andere Besucherin. „Ich besuche eigentlich regelmäßig den Markt und kaufe hier ein“, sagt sie. Jetzt aber grade in der Weihnachtszeit habe sie aber öfters die Heimreise antreten müssen. „Ich habe einfach keinen Parkplatz gefunden“, sagt sie. „Ich finde das offen gestanden etwas schade, dass dem Markt nicht diese Relevanz eingeräumt wird, die er eigentlich für diese Stadt hat.“

Unterdessen neigt sich der Weihnachtsmarkt an der Pauluskirche seinem Ende zu, eine Wiederholung unter gleichen Bedingungen gilt für das Jahr 2023 als wahrscheinlich.

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