Mehrwertsteuer auf 21 Prozent

Urlauber könnten wegbleiben: Camping-Betreiber in den Niederlanden fürchten Gesetzesänderung

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Fahren bald weniger Urlauber in die Niederlande? Die Mehrwertsteuer soll erheblich steigen. Campingplatzbetreiber fürchten einen Rückgang an Besuchern.

Amsterdam/Niederlande – Die Niederlande ist für viele Menschen in NRW ein beliebtes Urlaubsziel. Immerhin sind die endlos langen Sandstrände oft schon innerhalb weniger Stunden mit dem Auto zu erreichen. Doch die Betreiber von Campingplätzen und Ferienwohnungen in Holland befürchten, dass künftig zahlreiche Touristinnen und Touristen wegbleiben könnten. Der Grund: eine geplante Gesetzesänderung.

Urlaub in Holland: Mehrwertsteuer in den Niederlanden soll massiv steigen

Denn derzeit ist von einer Erhöhung der Mehrwertsteuer die Rede. Statt den bisherigen ermäßigten 9 Prozent sind dann die kompletten 21 Prozent fällig. Das berichten mehrere niederländische Medien. Betroffen sind zahlreiche Dienstleistungsbereiche und unter anderem der Verkauf von Pflanzen, Zeitungen, Wasser und andere nichtalkoholische Getränke – aber auch die Miete für Ferienwohnungen und Campingplätze.

Und das kann sich massiv auf den Geldbeutel der Urlauberinnen und Urlauber auswirken. Die Tourismus-Branche ist darum in Sorge, berichtet NH, die regionale öffentliche Rundfunkanstalt für die niederländische Provinz Nordholland: Vor allem Familien mit niedrigem Einkommen könnten künftig als Touristen fehlen, ist sich Geert Dijks, Direktor eines niederländischen Unternehmerverbandes für Freizeitunternehmen, sicher.

Camping-Betreiber in den Niederlanden fürchten geplante Gesetzesänderung – und dass dadurch weniger Urlauber kommen.

Urlaub in Holland droht teurer zu werden: „Erwarte, dass die Buchungen stark zurückgehen“

Wie massiv die Auswirkungen der drohenden Mehrwertsteuer-Erhebung für Campingplatzbetreiber und Ferienwohnungsinhaber ist, betont auch Peter Ros, Geschäftsführer des Vakantiepark De Nollen in Callantsoog und des Duincamping De Lepelaar in Sint Maartenszee im Gespräch mit NH. „Ich erwarte, dass die Buchungen stark zurückgehen werden, wenn die Mehrwertsteuer auf 21 Prozent steigt.“

Darum gilt die ermäßigte Mehrwertsteuer

Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von neun Prozent auf Unterkünfte macht den Urlaub für ein breiteres Publikum erschwinglicher, kurbelt den Konsum an, fördert die Beschäftigung und stärkt die Wettbewerbsposition der niederländischen Beherbergungsbetriebe.

Dies zieht sowohl den inländischen als auch den ausländischen Tourismus an und trägt zum Wachstum und zur Entwicklung der niederländischen Wirtschaft bei.

Denn eine andere Wahl als die Preissteigerungen an Gäste weiterzugeben, habe der Ferienparkbesitzer nicht, sagt er weiter. „Für eine Wochenmitte in einer Lodge zahlen Gäste jetzt rund 400 Euro. Mit der erhöhten Mehrwertsteuer müssen wir dafür mindestens 50 Euro mehr verlangen, in der Hochsaison sind es sogar über 75 Euro. Das ist eine Menge Geld für eine Familie“, so Ros.

Und auch diejenigen, die sich das leisten können, könnten dann fernbleiben, befürchtet der Campingplatzbetreiber. „Wenn man für 500 Euro eine Woche nach Griechenland fahren kann, wofür entscheidet man sich dann?“, wird er in NH zitiert.

Ab wann könnte Urlaub in den Niederlanden teurer werden – und wie wahrscheinlich ist das?

Noch ist die Gesetzesänderung allerdings entschieden. Derzeit handelt es sich lediglich um ein Vorhaben. Die Kritik ist allerdings schon jetzt riesig, heißt es beim niederländischen Eindhovens Dagblad. Außerdem sollte die Mehrwertsteuer von 21 Prozent erst 2026 kommen. Das bedeutet, dass zumindest den Holland-Urlauben in diesem und nächsten Jahr nichts im Wege steht.

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Rubriklistenbild: © Imago

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