- VonDaniel Schinzigschließen
In Kamen müssen sich die Bürger von einem weiteren Traditionsgeschäft verabschieden. Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis 1857 zurück.
Kamen - Immer wieder müssen sich die Menschen in NRW von geliebten Geschäften oder Restaurants trennen. Sei es das Fachgeschäft, das Insolvenz beantragen musste, der Baumarkt, der Umbauarbeiten ankündigt und dann nie wieder öffnet oder das Lokal, in dem man sein Lieblingsschnitzel bekommen konnte: Abschied tut weh. Jetzt hat es ein Traditionsgeschäft im Kreis Unna getroffen. Die Eigentümer von Holz Fiene verabschieden sich in den Ruhestand. Das Unternehmen in Kamen, das einst durch Türen bekannt geworden ist, schließt seine nun für immer.
Traditionsgeschäft in Kamen schließt für immer – 168 Jahre Geschichte enden
Wie das Nachrichtenportal kamen-web.de berichtet, werden die Kunden mittlerweile von einem Aushang an der Eingangstür des Geschäfts an der Lünener Straße darüber informiert, dass zum 31. März 2025 das Geschäft aufgegeben wird. „Bis dahin werden wir, wie aus der Vergangenheit bekannt, weiterhin unsere Aufträge und Montagen ordnungsgemäß durchführen“, heißt es auf dem Zettel.
Und weiter: „Wir bedanken uns für eine gute Zeit bei den Mitarbeitern und Kunden. Gern haben wir Handwerk zu unserer Arbeit gemacht - und Aufgaben gelöst. Dies ist nun vorbei und wir gehen in den (UN)Ruhestand“.
Die Nachricht sorgt bei vielen Kunden für Bestürzung. So haben unter der Nachricht zu der Ladenschließung auf Facebook einige Nutzer Kommentare hinterlassen. So schreibt ein User: „Das ist wirklich sehr schade. Wir waren stets gern dort.“ Den aktuellen Geschäftsführern Wolfgang Gieschler und Heide Römer-Gieschler richtet er Wünsche aus: „Alles Gute für die Zukunft. Danke für viele Jahre ‚Fiene‘“.
Auch die Rezensionen auf Google lassen den Eindruck aufkommen, dass viele Kunden traurig über den Verlust des Traditionsgeschäfts in Kamen sein werden. Zwar gibt es nur zehn Google-Rezensionen, in diesen wird allerdings ausschließlich die volle Punktzahl für das Unternehmen vergeben. „Es hat alles wunderbar geklappt“, schreibt ein Kunde, ein anderer fasst seine positiven Eindrücke prägnant zusammen: „Super!!! Professionell in jeglicher Hinsicht. Zuverlässig, Termine stets eingehalten, Ausführung der Arbeiten top. Preis passt!!!“
Fiene Holz in Kamen: Wurzeln reichen bis ins Jahr 1857
Die Geschichte von Fiene Holz reicht laut kamen-web.de bis ins Jahr 1857 zurück, als Zimmermeister Caspar Fiene eine Zimmerei gründete. Im Jahr 1906 übernahm sein Sohn Heinrich Fiene das Unternehmen und erweiterte es um eine Bau- und Möbeltischlerei. Nach Heinrich Fienes Tod im Jahr 1920 führte sein ältester Sohn, Heinrich Fiene Junior, den Betrieb weiter. In dieser Zeit verabschiedete sich das Familienunternehmen von der Zimmerei und legte den Fokus auf die Produktion von Zimmer- und Haustüren – eine Entscheidung, die Fiene Holz auch über die Grenzen von Kamen hinaus bekannt machte.
Die Herstellung von Türen blieb über Jahrzehnte hinweg ein Erfolgsgeschäft, bis sie schließlich 1980 eingestellt wurde. Bereits zuvor hatte das Unternehmen auf den wachsenden Heimwerker-Trend reagiert und einen eigenen Holzmarkt eröffnet. Im Jahr 2016 zog Fiene Holz in ein neues, modernes Gebäude an der Lünener Straße um.
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