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Friedrich Merz besucht Intensivstation im HSK – viel Spott und Häme für CDU-Chef

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Eine Frühschicht der Intensivstation des Klinikums Hochsauerland hat Friedrich Merz begleitet. Der CDU-Politiker erntet dafür Spott und Häme bei Twitter.

Arnsberg /Hamm – CDU-Chef Friedrich Merz hat eine Frühschicht auf der Intensivstation des Klinikums Hochsauerland (NRW) begleitet. „Nicht als Politiker, sondern als Teil des Pflegeteams“, schrieb Merz, der unlängst in Münster die Richtung der CDU vorgegeben hatte, am Ostersonntag auf Twitter. Dort erntete er auch in den Sozialen Medien den größten Hohn und Spott.

Friedrich Merz erntet Spott bei Twitter für Besuch einer Intensivstation im HSK

Zahlreiche User griffen ein Bild auf, das Merz augenscheinlich im Gespräch mit einer Mitarbeiterin des Klinikums zeigt. Dazu schrieben verschiedene Twitter-Konten fiktive Dialoge wie: „Herr Merz, wenn Sie anfassen, ist es, als wenn vier andere loslassen“ aus Sicht der Klinik-Mitarbeiterin oder: „2.300 Netto?! Pro Woche? Pro Tag?“ aus Sicht von Merz, um auf sein angebliches Unverständnis gegenüber dem weniger gut verdienenden Teil der Bevölkerung anzuspielen.

Zu den Kommentierenden gehörte unter anderem auch der Satiriker Sebastian Hotz, der bei Twitter als El Hotzo in Erscheinung tritt. „Sie wissen schon, dass Sie Ihre Gewinne hier locker steigern könnten, wenn Sie ein paar der gesetzlich Versicherten einfach sterben lassen, oder?“, schrieb er zu dem Bild von Merz. Andere User zeigten allerdings auch ihre Zustimmung und befanden Merz‘ Besuch auf der Intensivstation für gut.

CDU-Chef Friedrich Merz wollte ein Versprechen einlösen

Merz selbst erklärt, dass er mit seinem Besuch der Intensivstation in der Karwoche ein Versprechen habe einlösen wollen. „Danke für diese wertvolle Erfahrung und dem ganzen Team frohe Ostern“, schrieb der CDU-Vorsitzende weiter. Dazu veröffentlichte er Bilder, die ihn wie die übrigen Pflegekräfte in blauer Klinik-Arbeitskleidung zeigen – und eben auch zum Teil als Spott-Vorlage für Twitter dienten.

Einer Mitteilung des Klinikums zufolge hatte eine Pflegeschülerin Merz auf einer Veranstaltung im Herbst vergangenen Jahres dazu eingeladen, einmal selbst zu erleben, wie sich eine Schicht im Pflegedienst einer Intensivstation anfühlt. Der CDU-Chef half demnach bei der Schicht am Mittwoch etwa beim Anreichen von Verbandmaterial, bei der Umlagerung von Patienten und bei der Vorbereitung und Verabreichung von Medikamenten.

Merz ist nicht der einzige Politiker, der sich um Ostern anderen als seinen üblichen Aufgaben gewidmet hat. Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) absolvierte eine viertägige Übung der Bundeswehr in Niedersachsen, wofür er zeitweise zum Oberleutnant der Reserve ernannt wurde. Er machte seine Teilnahme bei Twitter öffentlich und warb für die Bundeswehr. Einige Kabinettskollegen von der FDP, Parteichef und Bundesfinanzminister Christian Lindner, Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger und Bundesjustizminister Marco Buschmann nahmen das zum Anlass, ebenfalls auf Twitter von ihren teils schon mehrere Jahre zurückliegenden Wehrübungen zu berichten. – maho/dpa

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