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Jahrelang war Lieferando der einzige übergreifende Dienstleister für Essenslieferungen in Hamm. Ein amerikanisches Unternehmen will nun mit seinem Angebot den Markt aufmischen.
Hamm – Uber ist vor allem als Vermittler von Fahrten zur Personenbeförderung bekannt; jetzt bietet das aus den USA stammende Unternehmen mit „Uber eats“ auch in Hamm einen Lieferdienst für Essen an. Zum Start an diesem Donnerstag kooperieren nach Unternehmensangaben in Hamm rund 25 Restaurants mit der Online-Plattform. Das Prinzip ist einfach: Über die Apps „Uber“ oder „Uber eats“ geben registrierte Nutzer ihre Bestellung auf, das Essen wird dann zeitnah geliefert – „egal, ob aufs heimische Sofa, ins Büro oder in den Kurpark“, heißt es vom Unternehmen.
Zum Start in Hamm sind „Uber eats“ unter anderem das indische Restaurant „Maharani“, das „Route 66 Diner & The Kitchen“ oder die „Sai Pizzeria“ dabei. Das Angebot reiche von regionaler bis zu internationaler Küche. „Für uns bietet die Plattform nicht nur die Möglichkeit, Kunden mit unseren Kreationen verwöhnen zu können, die mal gemütlich zuhause bleiben wollen, sondern auch den direkten Zugang zu Menschen, die Lust auf Burger haben und uns vielleicht noch gar nicht kennen“, sagt Samir Burnic, Betreiber des „Route 66 Diner & The Kitchen“.
Uber eats: Gastronomen in Hamm hoffen auf neue Kunden
Ermis Özkaya von „Anadolu Kebap Haus“ freut sich über die Kooperation. „Wir haben viele Bestellungen in unserem Restaurant“, sagt er. Vor allem das Konzept, dass Uber die Essensauslieferungen übernimmt, findet er gut. Viele Menschen würden, gerade seit der Corona-Pandemie, eher dazu tendieren, Essen nach Hause liefern zu lassen. „Corona hat vieles verändert“, sagt Özkaya. Ein neuer Lieferanbieter könne da nicht schaden.
Vor allem mit Hinblick auf den Konkurrenten Lieferando findet er den Start von „Uber eats“ spannend. Denn: Seitdem Lieferando vor einigen Jahren alle Konkurrenten aufkaufte, gibt es in Hamm kein weiteres Angebot mehr zur Essenslieferung. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, findet Özkaya. Davon könnten auch die Gastronomen profitieren.
Der größte Unterschied zwischen beiden Dienstleistern liegt in der Lieferung. Während Lieferando, wo derzeit 72 Restaurants in Hamm verfügbar sind, auf die Kuriere der Restaurants setzt, nutzt „Uber eats“ lokale Lieferfirmen. „Uber eats“ selbst ist dabei nur der Vermittler zwischen Restaurant, Lieferfirma und Kunde. Darüber, wie viel die Kuriere verdienen würden, konnte „Uber eats“ auf Anfrage keine Auskünfte machen. Der Grund: Diese sind bei den Firmen angestellt.
Preise von Lieferando und Uber Eats in Hamm vergleichbar
Kunden wählen ihr Wunschgericht auf der Homepage aus, auf der detaillierte Hinweise zum Gericht, zu den Kosten und zur vermutlichen Lieferzeit – idealerweise sollen es nicht mehr als 30 Minuten sein – stehen. Bezahlt werden kann sowohl mit Bargeld als auch mit der Kreditkarte oder etwa Paypal. In dem zu zahlenden Preis ist bereits die Servicegebühr mit inbegriffen, die bei der Bestellung angegeben wird. Ansonsten finanziert sich „Uber eats“ von einer Provision an jeder Bestellung, die die Gastronomen zahlen.
Aus örtlichen Gastronomenkreisen ist zu hören, dass die Provision bei Lieferando derzeit bei 14 Prozent liege. „Uber eats“ nimmt als Einstieg 20 Prozent, nach zwei Monaten soll sich diese auf 30 Prozent erhöhen.
Uber eats: Gastronomen in Hamm wollen abwarten
Die Unterschiede kommen durch die lokalen Lieferfirmen, die bei „Uber eats“ an der Provision beteiligt werden. Von den Gastronomen heißt es, dass sie abwarten wollen, ob sich der Einsatz der Lieferfirmen für sie lohne, da sie so auf eigene Fahrer verzichten können und ebenfalls Geld einsparen. Die Preise bleiben im Vergleich zu Lieferando gleich.
Dass Hamm nun als eine von rund 60 Städten in Deutschland dabei ist, liegt nach Angaben eines Unternehmenssprechers daran, dass es im vergangenen Jahr bereits rund 3500 Bestellversuche aus der Stadt über die App gegeben habe.
Uber eats: Lieferungen in Hamm sollen klimaneutral erfolgen
Der Vorteil für die beteiligten Gastronomen liegt laut „Uber eats“ darin, dass sie sich ganz aufs Kochen konzentrieren können und keine eigenen Lieferstrukturen entwickeln müssen.
„Die Kuriere sind in der Regel mit Fahrrädern oder E-Bikes unterwegs“, weist das Unternehmen auf einen möglichst klimaneutralen Transport hin. Das Liefergebiet deckt aktuell fast das gesamte Stadtgebiet ab; nicht dabei sind Teile von Werries, das Uentroper Dorf, Osttünnen, Süddinker und Rhynern.
Das Prinzip Uber
Uber ist ein amerikanisches Unternehmen, das seinen Schwerpunkt auf Personenbeförderung setzt. Personen können dabei über die App einen Fahrer anfordern, der sie schnell zum Zielort bringt. In Deutschland ist Uber ebenfalls verfügbar. Hier arbeitet das Unternehmen allerdings nicht mit privaten Fahrern, sondern mit lokalen Firmen zusammen, die die Kunden ans Ziel bringen sollen.
Uber eats, dass zum Mutterkonzern gehört und seit 2021 in Deutschland verfügbar ist, arbeitet nach dem selben Prinzip: Die Bestellung wird auf der Website von Uber eats angenommen und an das Restaurant weitergegeben. Gleichzeitig wird die Lieferfirma informiert, die einen Fahrer zur Auslieferung der Speisen schickt.
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