Katholische Kirche

Neuer Erzbischof von Paderborn steht fest - „Wenn Sie wüssten, was für einen Puls ich habe“

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Udo Markus Bentz wird neuer Erzbischof von Paderborn.
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Ein Pfälzer für Paderborn: Dr. Udo Markus Bentz wird neuer Erzbischof von Paderborn. Die Ernennung war auch aus kirchenpolitischen Gründen mit Spannung erwartet worden.

Paderborn - Dr. Udo Markus Bentz wird der neue Erzbischof von Paderborn. Der 56-Jährige, bisher Weihbischof und Generalvikar in Mainz, wurde am Sonntag, 9. Dezember, um 12 Uhr im Dom als oberster katholischer Geistlicher im Erzbistum vorgestellt. Er wird damit Nachfolger des langjährigen Erzbischofs Hans-Josef Becker, der im Oktober 2022 aus Altersgründen ausgeschieden war.

„Wenn Sie wüssten, was für einen Puls ich habe“, begann der designierte neue Erzbischof seine mitunter heitere Rede. „Da kommt ein Pfälzer vom Rhein an die Quelle der Pader nach Westfalen. Ich hoffe, dass das gut geht! Aber ich bin sehr zuversichtlich, denn mir geht es wie vielen Pfälzern: Ich hab‘ Spaß an den Leuten!“, sagte Bentz. Er dankte Papst Franziskus für dessen Vertrauen und Ernennung, die gleichzeitig in Paderborn und Rom bekannt gegeben wurde. Die Einführung des 1967 im pfälzischen Rülzheim geborenen Bentz soll am 10. März 2024 im Paderborner Dom stattfinden.

Dr. Udo Markus Bentz neuer Erzbischof im Erzbistum Paderborn

Die Personalie war mit Spannung erwartet worden. Nicht nur, weil das Erzbistum Paderborn rund 1,4 Millionen Gläubige umfasst und der Erzbischof von Paderborn eine der zentralen Führungspositionen in der katholischen Kirche in Deutschland einnimmt. Hans-Josef Becker galt als feste Stütze des synodalen Weges hin zu Reformen etwa bei der Position der Frauen und der kirchlichen Sexualmoral. Auch der Paderborner Diözesanadministrator Michael Bredeck, der das Erzbistum in der Übergangszeit geleitet hatte, galt als eher liberal.

Mit Blick auf den sogenannten synodalen Weg, der innerhalb der katholischen Kirche zu Reformen führen soll, sagte der ebenfalls als liberal geltende Bentz in seiner Rede im Paderborner Dom: „Ich fühle mich mit dem Papst eng verbunden in der gemeinsamen Verantwortung, eine lernende Kirche zu sein auf dem Weg zu einer Synodalität, die es ermöglicht, dass das Evangelium im Heute seine Kraft entfalten kann.“

Nach der öffentlichen Bekanntgabe seiner Ernennung zum neuen Erzbischof von Paderborn durch Papst Franziskus wird Dr. Udo Markus Bentz in Kürze den im Konkordat vorgeschriebenen Treueeid vor den Ministerpräsidenten der Länder Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen ablegen, wie das Erzbistum mitteilt.

Erzbischof Bentz: Bekanntgabe gleichzeitig in Rom und Paderborn

Geografisch erstreckt sich das Erzbistum Paderborn von Minden im Norden bis nach Siegen im Süden und von Höxter im Osten bis nach Herne im Ruhrgebiet. Zusätzlich zu den Gebieten in Westfalen zählen Teile des Kreises Waldeck-Frankenberg (Hessen) und die Stadt Bad Pyrmont (Niedersachsen) zum Erzbistum Paderborn.

Das Wahlverfahren war streng geheim. Ein Gremium mit 28 Mitgliedern hatte dazu eine geheime Vorschlagsliste in Richtung Rom geschickt. Weitere Personalvorschläge konnten einige deutsche Bischöfe und Erzbischöfe laut dem sogenannten Preußenkonkordat an den Vatikan übermitteln. (sst/dpa)

Der neuer Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz

Am 3. März 1967 in pfälzischen Rülzheim geboren, absolvierte Udo Markus Bentz nach dem Abitur 1986 zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Ab 1988 schloss sich in Mainz und Innsbruck das Studium der Philosophie und Katholischen Theologie an. 1994 folgten die Diakonenweihe und das Diakonatspraktikum in Darmstadt-Griesheim. 1995 empfing er im Dom zu Mainz die Priesterweihe. Anschließend war er als Kaplan am Dom St. Peter und St. Martin in Worms und von 1998 an als Bischöflicher Sekretär in Mainz tätig.

Während seines weiterführenden Studiums an der Universität Freiburg arbeitete er von 2002 bis 2004 als Pfarrvikar in der Pfarrgruppe Sprendlingen und von 2004 bis 2007 in der Pfarrei Petrus Canisius Mainz. Promoviert wurde Udo Markus Bentz dann 2007 an der Universität Freiburg. Im gleichen Jahr wurde er Regens des Mainzer Priesterseminars und 2014 zusätzlich Leiter des Ausbildungsseminars für Kapläne und Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten.

Am 15. Juli 2015 ernannte Papst Franziskus Dr. Udo Markus Bentz zum Titularbischof von Sita und Weihbischof in Mainz. Am 20. September 2015 erfolgte die Bischofsweihe im Mainzer Dom. Er behielt die Aufgabe als Regens und wurde zudem Bischofsvikar für die Jugendseelsorge. Am 27. August 2017 ernannte ihn der Mainzer Bischof Dr. Peter Kohlgraf zu seinem Generalvikar und zum Diözesanökonom. Auch wurde er im gleichen Jahr Vorsitzender des Aufsichtsrates des Caritasverbandes für die Diözese Mainz.

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