- VonFrank Osiewaczschließen
Die Bauarbeiten für das „beste Westentor“ in Hamm sind gestartet. Der zentrale Verkehrsknotenpunkt soll funktional und komfortabel zugleich sein.
Hamm - In einem Jahr soll der Verkehr am Westentor wieder fließen: in besserer Ordnung und Abstimmung der einzelnen Verkehrsteilnehmer. Am Donnerstag, 19. September, erfolgte der offizielle Baustart für den zweitgrößten Knotenpunkt (7500 Umstiege/Tag) in der Innenstadt nach dem Hauptbahnhof. Rund 2,2 Millionen Euro nimmt die Stadt für den Umbau in die Hand. Rund 80 Prozent davon kommen aus Fördertöpfen.
Verkehrsknotenpunkt: Umbau für „bestes Westentor“ in Hamm hat begonnen
„Wir bauen das beste Westentor für einen noch besseren Busverkehr.“ So steht es selbstbewusst auf einem Transparent am Bauzaun und auf einem Linienbus der Stadtwerke. Die Planer hätten „das Optimum herausgeholt“, der Entwurf sei „herausragend“, sagte Oberbürgermeister Marc Herter vor interessierten Bürgern, Vertretern aus der Lokalpolitik, der Verwaltung, den Stadtwerken und vom Land NRW.
Stadt Hamm wirbt um Verständnis während der Bauphase
Sowohl Herter als auch Baudezernent Andreas Mentz warben bei den Bürgern um Verständnis angesichts der vielen Baumaßnahmen in der Stadt und den damit verbundenen Geduldsproben. „Wir holen einen Investitionsstau auf“, sagte der OB. Mentz kündigte nach Ende der Baumaßnahme speziell am Westentor deutliche Verbesserungen und mehr Komfort für ÖPNV-Nutzer an. Er machte auch deutlich, dass dieser Komfort ohne Landes- und Bundesförderung nicht herstellbar wäre.
Am Westentor soll künftig mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer sein. Der mittlere Bussteig entfällt, die betroffenen Buslinien sollen am Südring halten. Die in die Jahre gekommenen Überdachungen sind verschwunden und werden durch zwei neue, begrünte „Flugdächer“ ersetzt. Bäume mit ihrem natürlichen Grün werden das künstliche Grün des neuen Straßenbelags ergänzen (Herter: „Wir rollen den grünen Teppich aus.“).
Hohe ökologische Standards am Westentor
Die Pläne kommen von den Planungsbüros Gnegel (Sendenhorst) und Landschaft planen und bauen (Dortmund). Dem neuen Westentor haben sie neben Funktionalität einen starken städtebaulichen Akzent verpasst. Darüber hinaus soll der neue Knotenpunkt den Belangen des Klimawandels durch hohe ökologische Standards gerecht werden. Der Untergrund entspricht beispielsweise dem Prinzip der „Schwammstadt“: Er ist als Regenwasserspeicher angelegt.
Auch Kunst soll zu einem späteren Zeitpunkt am neuen Westentor Raum bekommen und in Beziehung zu Örtlichkeit und Architektur treten. Das Künstlerehepaar Kaiser erarbeitet in enger Abstimmung mit der Stadt ein Konzept. Die Stadt will Förderanträge zur Umsetzung stellen.
Stadtwerke beginnen mit Versorgungsleitungen
Zunächst sind jetzt die Stadtwerke am Zuge, die Leitungen für Strom, Gas und Fernwärme verlegen. Parallel schauen Archäologen ins Erdreich. Die Arbeiten finden in unmittelbarer Nähe des alten Stadttores statt.
Lange Zeit galten Parallel-Baustellen am Westentor und für das „B-tween“ als ausgeschlossen, nun laufen beide und vieles mehr in der Innenstadt gleichzeitig. Eine Herausforderung, doch er sei froh, dass sich wieder Kräne und Bagger bewegten, sagte Mentz.
Finanziert wird das Projekt zu etwa 80 Prozent aus der Städtebau- und der Nahverkehrsförderung. Der letzte Umbau des Westentors erfolgte 1988.
Rubriklistenbild: © Reiner Mroß
