In der Nacht auf Sonntag brach in Warstein ein Großbrand aus. Ein Bauernhof stand lichterloh in Flammen. Viele Tiere konnten gerettet werden. Manche hatten jedoch keine Chance.
Warstein – In Warstein brach in der Nacht auf Sonntag ein verheerender Großbrand aus. Binnen weniger Minuten stand ein Bauernhof lichterloh in Flammen. Um 0.25 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Warstein zunächst zum Dahlborn gerufen. In der Feldflur westlich des Kernortes sollte ein Bauernhof brennen, es sei Flammenschein sichtbar, hieß es in der ersten Meldung.
Vier Minuten später hatten weitere Notrufe die Rettungsleitstelle in Soest erreicht: Am Kahlenbergsweg sollten ein Bauernhof und ein Wohnhaus „in Vollbrand“ stehen. Die Alarmstufe wurde erhöht, weitere Kräfte hinzugerufen. Das erste Bild, das sich den Feuerwehrleuten vor Ort bot, war dramatisch: Flammen schlugen aus einem mehr als 1000 Quadratmeter großen Stall und bedrohten das benachbarte Wohnhaus.
Der unverletzte Hausbewohner und die Landwirte aus der Umgebung taten alles in ihrer Macht Stehende, um die Tiere – Kühe, Rinder und Kälber – aus dem Inferno zu retten und draußen einzufangen. Für die Einsatzkräfte war sofort klar, dass der große Stall zum Raub der Flammen würde. Daher lag der Fokus zuerst auf den Tieren und dem Schutz des Wohnhauses. 90 Tiere wurden gerettet, 20 starben durch Flammen und Rauch, erklärte Feuerwehrsprecher Dennis Dresbur in der Nacht am Einsatzort.
Bauernhof brennt in Warstein: „Toller Solidarakt der Warsteiner Landwirte“
Die Tiere wurden zunächst auf einer benachbarten Weide in Sicherheit gebracht. In Windeseile waren die Landwirtinnen und Landwirte aus der Umgebung herbeigeeilt, um zu helfen. Bürgermeister Thomas Schöne sprach von „einem tollen Solidarakt der Warsteiner Landwirte“.
Eine der zentralen Fragen aus der Nacht: „Die Kühe werden hier erst einmal nicht mehr unterkommen können. Deshalb suchen die Landwirte bereits nach Alternativen“, erklärte Feuerwehrsprecher Dresbur. Es müsse sichergestellt werden, dass die Tiere schnell wieder gemolken werden können, hieß es. Sonst sei die Gesundheit der Kühe gefährdet.
Großbrand in Warstein: Bauernhof steht lichterloh in Flammen
Während die Bauern den Fokus auf den Tieren hatten, nahmen die Feuerwehrleute, die aus dem gesamten Warsteiner Stadtgebiet herbeigeeilt waren, die Flammen in die Zange. Dafür brauchte es Unmengen an Wasser – das kam unter anderem aus dem Hirschberger Bach und einem Pendelverkehr zwischen dem nächsten Wohngebiet und einem Wasserbehälter im Bereich der Höhlenkurve. Und auch an anderer Stelle wurde das Wasser für die Einsatzkräfte zur Herausforderung: Die Minustemperaturen ließen es auf der Straße frieren, sodass große Mengen Streusalz rangeschafft und verteilt werden mussten.
Einsatzleiter lobt sein Team: „Haben sehr gut gearbeitet“
Während die Flammen den Stall zerstörten, „konnte der Rest gehalten werden“, berichtete Einsatzleiter Sebastian Lenders. Am Wohnhaus entstand kein Brandschaden. Ins Erdgeschoss sei Löschwasser eingedrungen. Ob das Haus sofort wieder bewohnbar ist, müsse noch geprüft werden. „Gerettet wurde das Haus aber in jedem Fall“, so Lenders, der seine Mannschaft zufrieden lobte: „Wir haben sehr gut gearbeitet.“
Allein von der Warsteiner Feuerwehr waren in der Spitze 112 Kräfte im Einsatz, berichtete Dennis Dresbur. Und das trotz zahlreicher Karnevalsveranstaltungen im Stadtgebiet. Zwei Gesichter machten die Verantwortung hinter dem Feuerwehr-Ehrenamt besonders deutlich: Ein Feuerwehrmann und eine Feuerwehrfrau hatten – nüchtern – in Belecke Karneval gefeiert, als ihre Melder piepten. Wenige Minuten später waren sie – noch immer stark geschminkt – am Kahlenbergsweg im Einsatz, um zu retten, was zu retten war.
Neben der Warsteiner Feuerwehr war auch die Feuerwehr Rüthen am Einsatz beteiligt: Eine Löschgruppe stand mit einem Löschfahrzeug und der Drehleiter für mögliche Paralleleinsätze parat und sicherte so den sogenannten Grundschutz. Ebenfalls im Einsatz war das Warsteiner DRK – die Rotkreuzler versorgten ihre Feuerwehrkameraden mit Getränken und Schnitzelbrötchen.
Bürgermeister nach Großbrand: „Man kann nicht herzlich genug Danke sagen“
Der Einsatz dauert weiter an. Nach acht Stunden wurde die Feuerwehr Warstein durch einen überörtlichen Löschzug der Feuerwehr Anröchte abgelöst, „um dringend benötigte Pausen für die Einsatzkräfte zu ermöglichen und das Material aufzufüllen“, teilte die Feuerwehr am Morgen mit. Gegen 13.30 Uhr löste der Löschzug Warstein nach einer Verschnaufpause wiederum den Löschzug aus Anröchte ab. „Der Einsatz wird sich noch weiter über den Tag ziehen“, so die Feuerwehr.
Bürgermeister Schöne erklärte: „Der Sachschaden ist immens. Personenschäden – auch auf Helferseite – sind gottlob nicht zu beklagen. Man kann allen nicht herzlich genug Danke sagen für den abermals hochprofessionellen und uneigennützigen Einsatz, oft unter Gefahr für das eigene Leben.“ Erkenntnisse oder Vermutungen zur Ursache des Brandes gibt es noch nicht. Ein Sprecher aus der Soester Polizei-Leitstelle erklärte, dass die Brandermittler der Kriminalpolizei sich den Brandort am Montag genauer ansehen werden: „Die Einsatzstelle muss dafür erst einmal kalt sein“, erklärte er.
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