Gemeinschaft Kölner Schausteller

Kölner Schausteller bangen um beliebte Deutzer Kirmes: „Sind aus allen Wolken gefallen“

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Seit über 50 Jahren veranstaltet die GKS die Deutzer Kirmes. Doch künftig soll das Volksfest in Köln von einem privaten Veranstalter organisiert werden.

Köln – Seit über 50 Jahren ist die Gemeinschaft Kölner Schausteller (GKS) der Veranstalter der Deutzer Kirmes und vieler weiteren Volksfeste in Köln. In wenigen Tagen beginnt die Deutzer Herbstkirmes 2023. Die Fahrgeschäfte der Deutzer Kirmes sind bereits aufgebaut, die letzten Vorbereitungen laufen. Aber: „Wir starten mit gewissen Bauchschmerzen“, sagt GKS-Vorstand Willi Krameyer. Denn für die GKS könnte die Deutzer Herbstkirmes 2023 das letzte Volksfest auf der Deutzer Werft sein.

2024 soll die GKS nicht mehr der Veranstalter der Deutzer Kirmes sein (Symbolbild).

Neuer Veranstalter für Deutzer Kirmes – Aus für Kölner Schausteller

Seit Ende der 1970er-Jahre veranstaltet die GKS bereits die Deutzer Kirmes. Bisher war die Anmeldung für die Veranstaltung für die GKS eigentlich immer nur eine Formsache, so Krameyer weiter. Doch jetzt der Schock: „Die Stadt Köln beabsichtigt die Kirmes ab 2024 an einen anderen Veranstalter zu vergeben“, sagt GKS-Vorsitzende Tanja Hoffmann.

Der Grund: Erstmals gab es eine große Ausschreibung, wer bei der Frühjahrs und Herbstkirmes Veranstalter sein darf. Dabei müssen die GKS und weitere Interessenten einen kompletten Katalog an Nachweisen und Konzepten vorlegen. Darunter unter anderem eine Versicherungsbestätigung.

Und genau dabei „ist uns ein Formfehler unterlaufen“, so Hoffmann weiter. Der Fehler marginal, aber mit enormer Folge, so die GKS-Vorsitzende weiter. „Es geht um das kleine Wörtchen ‚Umweltschadensdeckung‘. Das steht nicht explizit in der Bestätigung der Versicherung.“ Dabei sind in der Versicherung der GKS Umweltschäden unter „Sachschäden“ gelistet. „Die Versicherung läuft bereits seit 2015.“ Und das Schreiben lag in der Vergangenheit so auch immer der Stadt Köln vor – bisher ohne Probleme, betont Hoffmann. Bis jetzt. Denn aufgrund des fehlenden Worts und trotz neuem Nachweis wurde die GKS nicht mehr beim Bewerbungsprozess berücksichtigt, so Hoffmann und Krameyer.

Kölner Schausteller nicht mehr Veranstalter der Deutzer Kirmes – GKS prüft rechtliche Schritte

„Letzte Woche kamen zwei Ordnungsamtsmitarbeiter vorbei und haben uns mitgeteilt, dass ein anderer Veranstalter den Zuschlag bekommen hat“, so die GKS-Vorsitzende. Dabei soll es sich um einen privaten Veranstalter aus Leverkusen handeln. „Wir sind aus allen Wolken gefallen“, sagt Krameyer weiter. Die Stadt Köln will das auf Nachfrage verschiedener Medien noch nicht bestätigten. Auch Gründe für das GKS-Aus als Veranstalter der Deutzer Kirmes 2024 werden nicht offiziell von der Stadt genannt – auch, weil bis November noch Einspruch eingelegt werden kann. Und genau diese rechtlichen Schritte prüft die GKS jetzt.

Die GKS habe sehr viel investiert, damit die Deutzer Werft zu dem Veranstaltungsort gemacht, die sie heute ist, sagt Hoffmann. „Wir haben auf eigene Kosten unter anderem Stromkabel und Wasseranschlüsse verlegt.“ Die Rede ist von mehreren Hunderttausend Euro. Hinzu kommt der Ausbau des Sicherheits- und Lärmkonzeptes für die Kirmes. All das könne jetzt einfach vom neuen Veranstalter übernommen werden.

„Die nehmen uns den Job“: Das bedeutet das GKS-Aus für die Kölner Schausteller

Für die GKS, deren Mitglieder zum Großteil Kölner Schausteller sind, wäre das Aus ein schwerer Schlag. „Wir leben vom Kirmesmachen“, so Hoffmann. Doch genau das sei dann nicht mehr möglich. „Die nehmen uns den Job.“

Darum wollen die Schausteller der GKS mit einer Demo gegen die neue Vergabe der Deutzer Kirmes protestieren. Geplant ist die Demo für Montag, 13. November, ab 16:30 Uhr auf dem Theo-Burauen-Platz. Dann tagt der Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

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