VonMarkus Hannekenschließen
Von Hamm aus haben sich mehrere Streifenwagen der Polizei mit einer Gruppe Jugendlicher eine Verfolgungsfahrt nach Dortmund geliefert. Es gab Verletzte. Und es gibt noch viele Fragezeichen.
Hamm - Am frühen Mittwochmorgen, 11. Oktober, wurde die Polizei in Hamm von einem Zeugen auf Einbrecher an der Hafenstraße aufmerksam gemacht. Was dann passierte, dürfte von den Beamten niemand erwartet haben. Noch sind viele Fragen um den Vorfall offen.
Nach Angaben des Hammer Polizeisprechers Hendrik Heine ging der Notruf am Mittwoch um kurz nach 1 Uhr ein. In einer mit Metallen und Kabeln gefüllten Lagerhalle an der Hafenstraße wurden mehrere Personen gesehen. Mehrere Streifenwagen eilten herbei.
Die Personen - sechs männliche Heranwachsende zwischen 13 und 15 aus Dortmund, wie es heißt - konnten allerdings nicht auf frischer Tat ertappt werden, sondern saßen bereits abfahrbereit in einem weißen Lieferwagen. Noch auf der Hafenstraße wurde eines der Polizeiautos von dem flüchtenden Lieferwagenfahrer offenbar absichtlich gerammt. Die drei darin sitzenden Beamten wurden laut Heine verletzt und nach einer ambulanten Behandlung in einem Krankenhaus später als nicht dienstfähig entlassen.
Verfolgungsfahrt von Hamm nach Dortmund - Hubschrauber im Einsatz
Die verbliebenen Polizeiautos hängten sich an den Lieferwagen, der mit hoher Geschwindigkeit in Rhynern auf die A2 auffuhr und weiter über die A1 und die A44 raste. Auf der Straße „Im Spähenfelde“ in der Dortmunder Nordstadt - das liegt unweit des Borsigplatzes - habe er schließlich mithilfe von längst informierten Polizisten aus Dortmund gestoppt werden können. Zuvor hatte der Lieferwagen aber nochmals mehrere Streifenwagen gerammt; Verletzte gab es diesmal aber nicht. Zwischenzeitlich war sogar ein Polizeihubschrauber im Einsatz.
Beamte aus Dortmund nahmen die sechs Minderjährigen schließlich fest. Medieninformationen zufolge war ihr Lieferwagen zuvor von zwei Streifenwagen eingekesselt und runtergebremst worden. Der 13-Jährige wurde zwischenzeitig als strafunmündig wieder freigelassen, die anderen fünf sitzen offenbar in Untersuchungshaft. Wer genau gefahren ist, sei noch Gegenstand der Ermittlungen, so die Polizei in Dortmund. Auch welche Art Diebesgut sie im Wagen hatten, ist der Redaktion noch nicht bekannt. Der Einsatz endete um kurz vor 5 Uhr.
Nach Angaben der Dortmunder Polizei von Donnerstag gestalten sich die Ermittlungen relativ umfangreich. Sie dauern an. Weitere Informationen sollen noch veröffentlicht werden; der Zeitpunkt sei aber noch offen.
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