VonCedric Sporkertschließen
Zur Großkontrolle von Polizei, Ordnungsamt, Zoll und Finanzamt am Freitag sind nach WA-Recherchen neue Details bekannt geworden.
Hamm - Beinahe monatlich starten Polizei, Ordnungsamt, Zoll und Finanzamt mittlerweile groß angelegte Kontrollaktionen in Hamm – und decken immer wieder etliche Verstöße gegen geltende Gesetze auf. Auch in der Nacht von Freitag auf Samstag lief so ein stundenlanger Einsatz.
Hotel Glitz und „Cukur Bar“ geräumt, Bewohner ausquartiert
In zwei Gaststätten im Hammer Westen hatte das Ordnungsamt zwei mutmaßlich illegale Geldspielautomaten sichergestellt. Nach WA-Informationen handelt es sich bei den Lokalitäten um die „Cukur Bar“ an der Marienstraße und den „Club 58“ (An der Insel). Die Polizei schrieb zwei Strafanzeigen wegen Illegalen Glücksspiels.
Aufgrund diverser Mängel – unter anderem mit Blick auf das Bauordnungsrecht – ließ die Polizei nach WA-Informationen die „Cukur Bar“ und das im gleichen Gebäude befindliche Hotel Glitz räumen und versiegelte beide Betriebe. 15 Personen waren nach WA-Informationen von der Räumung betroffen. Die Bewohner wurden in Notfallunterkünften untergebracht oder haben sich teilweise selbst eine neue Bleibe gesucht.
Die Einsatzkräfte entdeckten während der Kontrolle ein illegal betriebenes Bordell sowie Prostituierte, die nicht als solche angemeldet waren.
Haftbefehl: Person entgeht dem Gefängnis
Auf der Südstraße vollstreckte die Polizei einen Haftbefehl wegen Verstößen gegen das Waffen- und das Betäubungsmittelgesetz. Die betroffene Person konnte eine mit dem Haftbefehl verbundene Geldauflage aber vor Ort bezahlen und blieb so auf freiem Fuß.
Um welche Summe es sich handelte, wurde genauso wenig bekannt wie weitere Details zu der per Haftbefehl gesuchten Person.
Auch auf der Südstraße machten die Einsatzkräfte ein Lokal wegen mehrerer Ordnungswidrigkeiten dicht. Nach WA-Informationen handelt es sich dabei um die „Bar Rio“. Die Bar wurde geräumt und blieb die restliche Nacht geschlossen.
Weitere Prüfungen schon angekündigt
Wegen Hygienemängeln müssen die Betreiber der „Bar Adulis“ (Bahnhofstraße) zeitnah mit weiteren Besuchen der Ordnungskräfte rechnen.
Beamte des Finanzamtes überprüften die Einhaltung der ordnungsgemäßen Aufzeichnung und Buchung von Kasseneinnahmen. In allen Lokalen gab es nach Angaben der Polizei Beanstandungen. Deshalb sollen weitere Prüfungen durch das Finanzamt folgen.
In allen Örtlichkeiten waren zusammengenommen über 50 Personen kontrolliert worden, in 33 Fällen wurden Ordnungswidrigkeitenanzeigen geschrieben. Es gab Verstöße gegen das Bauordnungsrecht, das Glücksspielgesetz, das Prostitutionsschutzgesetz, das Gaststättengesetz sowie gegen das Waffengesetz.
Etliche Autofahrer zu schnell unterwegs
Neben dem umfangreichen Einsatz in den Gastrobetrieben kontrollierte die Polizei auch 46 Fahrzeuge und 62 Personen in der Innenstadt. In 26 Fällen wurden Verwarnungsgelder erhoben – hauptsächlich wegen Geschwindigkeitsverstößen, wie es auf Nachfrage hieß.
Die Kontrolle von Freitag reiht sich ein in eine mittlerweile beeindruckende Liste von gemeinsamen Einsätzen der Ordnungsbehörden in den zurückliegenden Monaten. Erst im Dezember waren zwei Shisha-Bars in der Innenstadt dicht gemacht und ebenfalls mutmaßlich manipulierte Spieleautomaten beschlagnahmt worden. Beide Bars öffneten zwischenzeitlich wieder, in einem der Betriebe wurden aber schon im Januar erneut Verstöße festgestellt.
Während der Großeinsätze entdecken die Einsatzkräfte auch immer wieder Kuriositäten und Ungewöhnliches - wie einen Keller-Friseur, 1.000 Bierflaschen aus Bulgarien oder Schmuggel-Schnaps und Fake-Klamotten.
