VonMick Oberbuschschließen
Der Kölner Wirt Günther Zabel ist am 10. August im Alter von 71 Jahren verstorben. Die Ubierschänke nimmt emotional Abschied.
Köln – Es ist ein kölsches Lied, was gerade in Zeiten des Abschieds viel Trost spendet: „Niemals geht man so ganz“, von Trude Herr. Darin singt die Kölner Schauspielerin die Zeilen: „Niemals geht man so ganz, irgendwas von mir bleibt hier. Es hat seinen Platz immer bei dir“. Bei der Ubierschänke in der Südstadt (Stadtbezirk Köln-Innenstadt) und im Alcazar im Belgischen Viertel hat man dieser Tage wohl oft an diese Zeilen gedacht. Grund dafür ist der Tod von Günther Zabel (71), langjähriger Wirt in besagten Lokalitäten. Am 10. August dieses Jahres war er verstorben; weshalb man den Trude-Herr-Klassiker für die Traueranzeige umdichtete: „Irgendwas von dir bleibt hier. Du hast deinen Platz immer bei uns“, heißt es dort.
„Er hinterläßt eine riesige Lücke in unserem Leben. Wir trauern! Wir versprechen, sein Lebenswerk zu pflegen und ihn immer in Erinnerung zu behalten“, schreibt die Ubierschänke aus der Südstadt auf ihrer Homepage; darunter sind einige Traueranzeigen aufgeführt.
| Günther Zabel | |
|---|---|
| geboren | 18. September 1951 |
| verstorben | 10. August 2023 |
Alcazar im Belgischen Viertel und Ubierschänke in der Südstadt trauern um Wirt Günther Zabel
„Am Donnerstag, den 10. August d.J. verstarb unser langjähriger Freund und Wirt der Ubierschänke“, ist auf der Traueranzeige, die ein schwarz-weißes Bild von Günther Zabel zeigt, geschrieben. Eine weitere Anzeige trägt den Titel „Günther bleibt in unserer Mitte“, rundherum haben sich Hunderte Menschen verewigt, die Zabel in seinem Leben begleitet haben oder Gäste in seinen Wirtschaften waren. Oder in seinem Team – so trauern beispielsweise „Manni und das Team Alcazar“ in der Anzeige ebenfalls um Zabel. Auch Thomas Böll und Heiner Taubert, die gemeinsam mit Zabel das Böll-Bier brauten, sind dort aufgeführt.
A propos Böll-Bier: Bierbrauer zu sein, war laut Ubierschänke in der Südstadt der Lebenstraum von Günther Zabel. Als Homage an die in Köln bekannte Familie Böll entschied er sich für den markanten Namen des Kölschs, welches bei Sünner nach eigenem Rezept gebraut wird. Es wird in Köln in genau zwei Gaststätten verkauft: Dem Alcazar und eben der Ubierschänke in der Südstadt.
| Kneipe | Adresse |
|---|---|
| Ubierschänke | Ubierring 19, 50678 Köln |
| Alcazar | Bismarckstraße 39a, 50672 Köln |
Das Böll-Bier – eine Homage an die bekannte Kölner Familie
► Das Böll-Bier, welches in Köln nur im Alcazar und in der Ubierschänke ausgeschenkt wird, stellt eine Homage an die berühmte Familie des Kölner Autors und Ehrenbürgers Heinrich Böll dar, der der Onkel des Mitgründers Thomas Böll ist.
► Der Name ist allerdings nicht als Homage an Heinrich, sondern an einen anderen Neffen des Literaturnobelpreisträgers gedacht: den stadtbekannten Szenewirt Clemens Böll, der mit Brauerei-Gründer Günther Zabel einst das Alcazar eröffnete, heißt es auf der Homepage von Böll-Bier.
► Da die Böll-Bierbrauerei nicht nur Kölsch braut, entschieden sich die Gründer auf den Zusatz „Kölsch“ in dem Markennamen zu verzichten, erklären die Gründer weiter.
Günther Zabel übernahm 1997 die Ubierschänke – um ungestört Doppelkopf spielen zu können
Die Ubierschänke in der Südstadt hat bereits eine lange Tradition; das Haus am Ubierring 19 ist laut Angaben auf der Homepage bereits seit dem Wiederaufbau nach dem Krieg eine Gaststätte. Seitdem entwickelte sie sich zu einer der beliebtesten Szene-Kneipen in der Südstadt, sie liegt direkt am Ubierring. Seit 1997 war sie im Besitz von Günther Zabel, der die Kneipe in dem Jahr gemeinsam mit Andreas Kaiser und Detlef Weisweiler übernahm.
„Es geht das Gerücht, Günter Zabel wurde es in seinem „Alcazar“ zu voll, um dort regelmäßig Doppelkopf spielen zu können. Da er sein halbes Leben schon in der Südstadt wohnt, wollte er unbedingt auch dort eine Kneipe haben, um mit Freunden ungestört Doppelkopf spielen zu können. Was lag da näher, als die „Ubierschänke“ zu übernehmen“, heißt es auf der Homepage der Kneipe. Dort wird er künftig nicht nur seinem Team, sondern sicher auch den Gästen fehlen.
Auch in Düsseldorf wird dieser Tage getrauert: Dort verstarb am 21. August mit Michael Zieren der Chef des St. Sebastianus Schützenvereins im Alter von 56 Jahren. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Eduard Bopp/imago


