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Vollmond mit Mondfinsternis im März – wann man den Blutmond über NRW sehen kann

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Ein besonderer Vollmond mit Mondfinsternis steht im März 2025 am Nachthimmel. Wann und wie gut man den Blutmond über NRW sehen kann.

Hamm - Nach dem „Schneemond“ im Februar steht im März der „Wurmmond“ am Himmel. Im Vergleich zu den Bezeichnungen der restlichen Vollmonde im Jahr erscheint der Name durchaus ulkig, hat jedoch ebenfalls seinen Ursprung bei den Ureinwohnern von Nordamerika. Und das ist nicht das einzige, das den Vollmond im März 2025 so besonders macht. Mit ihm kommt es zur Mondfinsternis, was den dritten Vollmond des Jahres hierzulande zum Blutmond macht.

Blutmond und Mondfinsternis: Besonderer Vollmond im März 2025

Der Blutmond im März ist der letzte Vollmond des Winters. Er prangt am 14. März am Nachthimmel, knapp eine Woche später wird mit der Tag-und-Nacht-Gleiche am 20. März der Frühling eingeläutet. „Es wird ein fulminanter Abschied, denn in den frühen Morgenstunden ereignet sich eine totale Mondfinsternis“, erklärt das Planetarium Hamburg. Der Vollmond wandere dabei durch den Kernschatten der Erde. Als Blutmond wird er bezeichnet, da den Vollmond während der Finsternis nur die langwelligen roten Teile des Sonnenlichts erreichen und er deshalb blutrot am Himmel erstrahlt.

Die schlechte Nachricht: In NRW wird das Schauspiel wohl kaum zu sehen sein. Die Finsternis beginnt um 4.57 Uhr, um 6.09 Uhr erreicht der Mond den Kernschatten der Erde. „Jetzt erkennen wir in der fortgeschrittenen Dämmerung, wie der Erdtrabant zunehmend ‚angeknabbert‘ erscheint“, erklärt Dr. Björn Voss, Direktor des Planetariums Hamburg. Um 7.58 wird die maximal Verdunkelung erwartet.

Am frühen Morgen des 14. März 2025 ist über Deutschland eine partielle Mondfinsternis zu sehen. (Archivbild)

Vollmond mit Mondfinsternis im März – wann man den Blutmond über NRW sehen kann

Doch dann ist der Mond hierzulande leider schon längst untergegangen. In Köln geht der Mond laut timeanddate.de bereits um 6.54 Uhr unter. Das Maximum der Mondfinsternis, zu diesem Zeitpunkt nur eine partielle Finsternis, kann also gegen 6.50 Uhr betrachtet werden. Der Mond befindet sich dann knapp über dem Horizont. Wer ihn sehen möchte, muss also für eine möglichst freie Sicht Richtung Westen sorgen oder an einen hoch gelegenen Ort gehen – und früh aufstehen natürlich. Und: Das Wetter muss mitspielen. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wird es sehr wahrscheinlich bedeckt sein am frühen Freitagmorgen.

Das passiert bei einer Mondfinsternis

Mehrmals im Jahr kann man auf der Erde eine Mondfinsternis beobachten. Doch was passiert bei diesem Himmelsereignis eigentlich? Und wie kann man eine Mondfinsternis sehen?
Mehrmals im Jahr kann man auf der Erde eine Mondfinsternis beobachten. Doch was passiert bei diesem Himmelsereignis eigentlich? Und wie kann man eine Mondfinsternis sehen?  © IMAGO/LausitzNews.de/Felix Leda
Damit eine Mondfinsternis entsteht, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Zuerst muss ein Vollmond am Himmel stehen. Mit dem Vollmond ist automatisch auch die zweite Bedingung erfüllt…
Damit eine Mondfinsternis entsteht, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Zuerst muss ein Vollmond am Himmel stehen. Mit dem Vollmond ist automatisch auch die zweite Bedingung erfüllt… © Marios Lolos/dpa
… denn die ist, dass die Erde zwischen Sonne und Mond stehen muss. Beim Vollmond ist das der Fall: Die Sonne strahlt die komplette “Mondscheibe” an und die Erde hat einen freien Blick darauf.
… denn die ist, dass die Erde zwischen Sonne und Mond stehen muss. Beim Vollmond ist das der Fall: Die Sonne strahlt die komplette “Mondscheibe” an und die Erde hat einen freien Blick darauf. © Victoria Jones/dpa
Die dritte Bedingung für eine Mondfinsternis ist etwas komplizierter: Sonne, Erde und Mond müssen so positioniert sein, dass der Mond durch den Schatten wandert, den die Erde ins Weltall wirft. Diese Bedingung wird nicht bei jedem Vollmond erfüllt – sonst gäbe es 12 bis 13 Mondfinsternisse pro Jahr.
Die dritte Bedingung für eine Mondfinsternis ist etwas komplizierter: Sonne, Erde und Mond müssen so positioniert sein, dass der Mond durch den Schatten wandert, den die Erde ins Weltall wirft. Diese Bedingung wird nicht bei jedem Vollmond erfüllt – sonst gäbe es 12 bis 13 Mondfinsternisse pro Jahr. © Axel Seidemann/dpa
Stattdessen gibt es jedes Jahr mindestens zwei Mondfinsternisse – immer dann, wenn der Vollmond durch den Schnittpunkt zwischen Mondbahn und Erdbahn wandert, durch einen der sogenannten Drachenpunkte.
Stattdessen gibt es jedes Jahr mindestens zwei Mondfinsternisse – immer dann, wenn der Vollmond durch den Schnittpunkt zwischen Mondbahn und Erdbahn wandert, durch einen der sogenannten Drachenpunkte. © Christophe Gateau/dpa
In den zwei Wochen vor oder nach einer Mondfinsternis kann man irgendwo auf der Erde auch immer eine Sonnenfinsternis sehen. Das hängt mit den Bewegungen von Erde, Sonne und Mond zusammen.
In den zwei Wochen vor oder nach einer Mondfinsternis kann man irgendwo auf der Erde auch immer eine Sonnenfinsternis sehen. Das hängt mit den Bewegungen von Erde, Sonne und Mond zusammen. © Jair Cabrera Torres/dpa
Eine Mondfinsternis ist ganz einfach zu beobachten: Überall dort, wo man den Mond am Himmel stehen sieht, während die “Mofi” stattfindet, ist das Himmelsereignis zu sehen.
Eine Mondfinsternis ist ganz einfach zu beobachten: Überall dort, wo man den Mond am Himmel stehen sieht, während die “Mofi” stattfindet, ist das Himmelsereignis zu sehen. © Victoria Jones/dpa
Eine Mondfinsternis wird in mehrere Phasen unterteilt. Zuerst schiebt sich langsam der Halbschatten der Erde über den Mond.
Eine Mondfinsternis wird in mehrere Phasen unterteilt. Zuerst schiebt sich langsam der Halbschatten der Erde über den Mond. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Dieses Phänomen ist mit bloßem Auge nur zu sehen, wenn man genau hinschaut. Der Halbschatten ist nämlich nur ein heller grauer Schatten, der sich über den Vollmond legt.
Dieses Phänomen ist mit bloßem Auge nur zu sehen, wenn man genau hinschaut. Der Halbschatten ist nämlich nur ein heller grauer Schatten, der sich über den Vollmond legt. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Nach dem Halbschatten kommt der Kernschatten. Dieser ist deutlich dunkler und man kann mit bloßem Auge gut erkennen, wie er sich über den Mond legt. Es scheint, als würde der Vollmond von einer Seite “angeknabbert” werden.
Nach dem Halbschatten kommt der Kernschatten. Dieser ist deutlich dunkler und man kann mit bloßem Auge gut erkennen, wie er sich über den Mond legt. Es scheint, als würde der Vollmond von einer Seite “angeknabbert” werden. © Boris Roessler/dpa
Der Kernschatten der Erde schiebt sich nach und nach über den Mond und lässt den Vollmond immer mehr wie eine Mondsichel aussehen.
Der Kernschatten der Erde schiebt sich nach und nach über den Mond und lässt den Vollmond immer mehr wie eine Mondsichel aussehen. © Sven Hoppe/dpa
Handelt es sich um eine totale Mondfinsternis, schiebt sich der Kernschatten über die gesamte Mondscheibe. Dadurch verschwindet der Mond jedoch nicht vollständig – stattdessen entsteht ein etwas überraschendes Phänomen.
Handelt es sich um eine totale Mondfinsternis, schiebt sich der Kernschatten über die gesamte Mondscheibe. Dadurch verschwindet der Mond jedoch nicht vollständig – stattdessen entsteht ein etwas überraschendes Phänomen. © Uli Deck/dpa
Ist der Vollmond komplett vom Erdschatten verfinstert, kann man den „Blutmond” sehen. Statt komplett zu verschwinden, ist der gesamte Vollmond in rötlichem Licht wieder am Himmel zu sehen.
Ist der Vollmond komplett vom Erdschatten verfinstert, kann man den „Blutmond” sehen. Statt komplett zu verschwinden, ist der gesamte Vollmond in rötlichem Licht wieder am Himmel zu sehen. © Marcus Brandt/dpa
Das Phänomen entsteht, weil das Sonnenlicht durch die Luftschichten der Erdatmosphäre gebrochen wird. Kurzwelliges blaues Licht wird dadurch geschwächt, während das rote Licht bis zum Mond durchdringt. Der Mond wird also weiter vom langwelligen roten Licht erreicht – und bleibt so schwach sichtbar.
Das Phänomen entsteht, weil das Sonnenlicht durch die Luftschichten der Erdatmosphäre gebrochen wird. Kurzwelliges blaues Licht wird dadurch geschwächt, während das rote Licht bis zum Mond durchdringt. Der Mond wird also weiter vom langwelligen roten Licht erreicht – und bleibt so schwach sichtbar. © Marcel Kusch/dpa
Bei einer partiellen Mondfinsternis wird der Mond dagegen nur teilweise verfinstert. Den „Blutmond” kann man dann nicht sehen.
Bei einer partiellen Mondfinsternis wird der Mond dagegen nur teilweise verfinstert. Den „Blutmond” kann man dann nicht sehen. © Robert Michael/dpa
Eine wissenschaftliche Tatsache, die bei jeder Mondfinsternis aufs Neue bewiesen wird, ist übrigens, dass die Erde eine Kugel ist. Das kann man erkennen, wenn man sich anschaut, wie der Schatten geformt ist, der über den Mond zieht: Er ist gebogen – wie bei einer Kugel, die einen Schatten wirft.
Eine wissenschaftliche Tatsache, die bei jeder Mondfinsternis aufs Neue bewiesen wird, ist übrigens, dass die Erde eine Kugel ist. Das kann man erkennen, wenn man sich anschaut, wie der Schatten geformt ist, der über den Mond zieht: Er ist gebogen – wie bei einer Kugel, die einen Schatten wirft. © Peter Kneffel/dpa
Im Gegensatz zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis benötigt man für die Mondfinsternis keinen Schutz für die Augen.
Im Gegensatz zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis benötigt man für die Mondfinsternis keinen Schutz für die Augen.  © Francisco Canedo/dpa
Man kann den Mond mit bloßem Auge beobachten, mit einem Fernglas oder Teleskop und nach Herzenslust Bilder machen, ohne das eigene Augenlicht zu gefährden.
Man kann den Mond mit bloßem Auge beobachten, mit einem Fernglas oder Teleskop und nach Herzenslust Bilder machen, ohne das eigene Augenlicht zu gefährden. © Uwe Anspach/dpa
Der Grund dafür ist ganz einfach: Der Mond reflektiert das Licht der Sonne. Das wird dadurch aber so sehr „entschärft”, dass es die Augen nicht mehr gefährdet.
Der Grund dafür ist ganz einfach: Der Mond reflektiert das Licht der Sonne. Das wird dadurch aber so sehr „entschärft”, dass es die Augen nicht mehr gefährdet. © Robert Michael/dpa
Aus diesem Grund kann man den Mond gefahrlos beobachten und auch fotografieren – allerdings ist es nicht einfach, gute Aufnahmen des Mondes zu machen.
Aus diesem Grund kann man den Mond gefahrlos beobachten und auch fotografieren – allerdings ist es nicht einfach, gute Aufnahmen des Mondes zu machen. © Frank Molter/dpa
Der Mond erscheint dem menschlichen Auge nämlich größer, als er in Wirklichkeit ist – das heißt: auf Fotografien erscheint der Mond immer deutlich kleiner als man es erwarten würde.
Der Mond erscheint dem menschlichen Auge nämlich größer, als er in Wirklichkeit ist – das heißt: auf Fotografien erscheint der Mond immer deutlich kleiner als man es erwarten würde. © Angelika Warmuth/dpa
Bei einer Mondfinsternis kommt noch dazu, dass der dunkler werdende Mond am dunklen Himmel steht – eine echte fotografische Herausforderung.
Bei einer Mondfinsternis kommt noch dazu, dass der dunkler werdende Mond am dunklen Himmel steht – eine echte fotografische Herausforderung. © Maurizio Gambarini/dpa
Wer sein Handwerk jedoch versteht, kann solche Aufnahmen von der Mondfinsternis machen: Der teilweise verfinsterte Mond am 16. Mai 2022 neben der Frauenkirche in Dresden.
Wer sein Handwerk jedoch versteht, kann solche Aufnahmen von der Mondfinsternis machen: Der teilweise verfinsterte Mond am 16. Mai 2022 neben der Frauenkirche in Dresden. © Robert Michael/dpa
Der „Blutmond” neben einem angestrahlten Hochofen im Landschaftspark Duisburg am 21. Januar 2019.
Der „Blutmond” neben einem angestrahlten Hochofen im Landschaftspark Duisburg am 21. Januar 2019. © Marcel Kusch/dpa
Alle Phasen einer Mondfinsternis in der Übersicht.
Alle Phasen einer Mondfinsternis in der Übersicht. © Thomas Rensinghoff/dpa

Auch bei der Färbung des Mondes muss Dr. Björn Voss die Erwartungen für die Menschen in NRW dämpfen. Der Mond wird möglicherweise leicht rötlich erscheinen, jedoch hierzulande nicht blutrot am Himmel erscheinen. Seine komplette Fülle erreicht der Vollmond am 14. März übrigens um 7.54 Uhr, kurz bevor er vollständig im Kernschatten der Erde verschwindet.

Zurück zum Namen des Vollmondes im März: Wurmmond. Dazu erklärt die NASA, dass der Name auf die Regenwurmabdrücke, die beim Auftauen des Bodens im März entstehen, zurückgeht.

Der März endet mit einem besonderen Naturphänomen am Himmel: einer partiellen Sonnenfinsternis.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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