Heavy-Metal-Fans in Schleswig-Holstein

„Das reinste Chaos, es ging nichts mehr“: Werler erleben Wacken-Festival hautnah

+
Elisa Plattfaut, Max Sauer, Ben Doneck und Matthias Plattfaut (von links) haben es auf das Festival-Gelände geschafft.
  • schließen

Ihren ersten Besuch beim Heavy-Metal-Festival in Wacken hätten sich die Werler Matthias Plattfaut, seine Tochter Elisa, Max Sauer und Ben Doneck anders vorgestellt.

Wacken/Werl - Nachdem die Idee beim Westönner Weinfest im vergangenen Jahr entstanden war, gemeinsam zum Festival zu fahren, organisierte Matthias Plattfaut die Karten für das größte Heavy-Metal-Festival der Welt. Die Veranstaltung ist jedes Jahr mit rund 80.000 Besuchern ausverkauft – es gibt sogar einen Livestream und eine TV-Übertragung.

Matthias Plattfaut stand schon seit längerer Zeit in der Pflicht, zum Heavy-Metal-Festival nach Wacken zu fahren. „Das habe ich meiner Tochter versprochen. Dieses Versprechen musste ich langsam auch mal einlösen“, so der Westönner. Dass die Anreise schwierig wird, haben die Werler schon früh mitbekommen. Schon am Montag kamen Meldungen, dass durch den Dauerregen die Zufahrtswege, Campingplätze und Festivalflächen verschlammt seien. Für andere Besucher aus NRW ist das Festival daher sogar komplett ins Wasser gefallen, wie wa.de berichtet.

„Das reinste Chaos, es ging nichts mehr“: Werler erleben Wacken-Festival hautnah

Mit ihrem Wohnmobil benötigten die Werler bei Anreise zum Heavy-Metal-Festival im schleswig-holsteinischen Wacken sehr viel Geduld. Die Straßen rund um den Ort bei Itzehoe waren am Dienstagvormittag total verstopft mit Autos und Wohnmobilen. „Das war bei der Anreise das reinste Chaos, es ging nichts mehr“, bestätigte Matthias Plattfaut. Kurz vor Hamburg bekamen die Werler die Nachricht, dass alle Plätze dicht seien und keiner mehr anreisen solle. „Wir haben kurz überlegt, wieder nach Hause zu fahren“, erzählt der Westönner. Doch dann fiel die Entscheidung: „Augen zu und durch.“

Sechs Kilometer vor dem Ziel war dann erst mal „Endstation“. Sie standen in einem kilometerlangen Stau, es bewegte sich nichts mehr. Einige Metal-Fans holten Campingstühle aus ihren Wagen und setzten sich mit Bier an den Straßenrand. Nicht nur auf der Autobahn bildeten sich kilometerlange Staus. Auch die Feldwege zu dem Gelände waren verstopft. Viele Fahrzeuge mussten mit Traktoren auf die verschlammten Plätze gezogen werden. Das verursachte zu Beginn die Staus. Später wurden die Plätze dicht gemacht.

Am frühen Dienstagabend kam für die Werler die Erlösung: Ein Mitglied der Johanniter zog das Wohnmobil von Matthias Plattfaut und seine Mitstreiter aus dem Stau und sie kamen auf dem Hof des „Helfers“ aus Wacken unter, auf dem sie ihre erste Nacht verbrachten. „Der hat uns mit dem Wohnmobil gesehen und uns zu sich auf sein privates Gelände geholt“, berichtet Matthias Plattfaut. Noch am Dienstagabend dachten sie, dass sie am Mittwochmorgen weiter an das Festivalgelände fahren können.

Wacken 2023: Wohnmobil auf Hof geparkt – und mit Shuttle-Service zum Festival

Doch daraus wurde nichts. Der Hofbesitzer gab ihnen jedoch grünes Licht, sodass Matthias Plattfaut, Tochter Elisa, Max Sauer und Ben Doneck mit ihrem Wohnmobil weiter auf dem Grundstück stehen dürfen. Zudem sicherte er den Werlern einen Shuttle-Service zum Festivalgelände zu.

Für die Festival-Gäste wird es matschig.

Am Mittwochmorgen hatten die Werler noch Sorge, nicht auf das Gelände des Heavy-Metal-Festivals zu gelangen. Mit Gummistiefeln und wetterfester Kleidung machten sie sich auf dem Weg. „Wir haben nur die Karten und noch keine Bändchen“, sagte Matthias Plattfaut. Doch kurz vor Beginn des Festivals um 11 Uhr hatten die vier Werler am Mittwoch ihre Bändchen und können das Heavy-Metal-Festival im Wackener Schlamm genießen.

Kommentare