VonThomas Machatzkeschließen
Die Wahlplakate in Schalksmühle sind verunstaltet und mit AfD-Schriftzügen übersprüht worden.
Schalksmühle – In der Nacht vom Samstag auf den Pfingstsonntag haben Unbekannte in Schalksmühle die großflächigen Wesselmann-Plakate von CDU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen im Europawahlkampf beschmiert und verunstaltet. Die Werbeslogans wurden übersprüht, die Gesichter von Olaf Scholz, Katarina Barley, Terry Reintke und Marie-Agnes Strack-Zimmermann dazu verunziert. Dazu wurden auf allen Plakaten die drei Buchstaben AfD (mit einem großen F in der Mitte, also auch noch falsch) groß aufgesprüht.
„Kein Dummer-Jungen-Streich“
„Das ist eine Sachbeschädigung und einfach unverschämt“, äußerte sich am Montag Bürgermeister Jörg Schönenberg, „so etwas macht man einfach nicht. Ich habe kein Verständnis dafür. Man soll sich politisch verbal auseinandersetzen und nicht mit unerlaubten Mitteln. Ich sage nur: Wehret den Anfängen! Das ist kein Dummer-Jungen-Streich. Wenn die Täter erwischt werden, sollte hart durchgegriffen werden.“
Hajo Kapfer, Chef der Schalksmühler Sozialdemokraten, hatte sich bereits am Sonntag in den Sozialen Netzwerken geäußert. Im Gespräch stellt er fest: „Am Samstagmittag hatte die AfD einen Werbestand zur Europawahl auf dem Rathausplatz, am Sonntagmorgen sind alle Plakate beschmiert. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...“ Kapfer will am Dienstagmorgen direkt Kontakt mit Claus Homm aufnehmen, der die Plakatierung für die SPD im Unterbezirk Hagen/Märkischer Kreis zentral koordiniert. „Wie schnell drüber plakatiert werden kann, kann ich noch nicht sagen. Ich hoffe: schnell.“ Dafür bestätige Kapfer, dass eine Anzeige gegen Unbekannt auf den Weg gebracht worden sei.
Vorfall wird dem Verfassungsschutz gemeldet
Für André Krause, Chef der Schalksmühler CDU und zudem Kreisgeschäftsführer der Christdemokraten, ist der Vorfall nichts Neues. Im Kommunalwahlkampf hat die CDU Ähnliches erlebt, am CDU-Haus in Lüdenscheid auch. „Das kommt vor. Das sind verwirrte Verirrte, die glauben, ihre Meinung so zum Ausdruck bringen zu müssen. Das sind keine Demokraten, da muss man drüber stehen“, sagt Krause, „man sollte es nicht zu hoch aufhängen und diesen Menschen eine zu große Aufmerksamkeit schenken.“ Krause berichtet aus seinen Erfahrungen, dass dieser Vorfall ganz automatisch zum Verfassungsschutz in Hagen gehen und dort mit einer Anzeige verfolgt werden wird. „Die Erfolgsaussichten, die Täter zu finden, sind allerdings gering“, sagt er.
Auch die CDU wie alle großen Parteien mit diesem Plakatformat wird zentral vom Wattenscheider Unternehmen Wesselmann-Werbung bedient. „Der Anbieter hat im Moment natürlich viel zu tun, das hat auch mit Menden und den dortigen Genehmigungen für die Wahlplakate zu tun“, sagt Krause, „in Schalksmühle wären allerdings alle Flächen ohnehin noch einmal neu plakatiert worden – ein Wechsel in diesem Wahlkampf war vorgesehen. Nun wird dieser halt eher vorgenommen. Ich denke, dass dies relativ zügig geschehen wird.“


