„Warmer Oktober bringt …“: Was bedeutet das milde Wetter laut Bauernregel für den Winter?
VonHannah Decke
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Laut einer Bauernregel bringt uns ein warmer Oktober einen kalten Januar. Die Prognose für den aktuellen Monat ist eindeutig. Was ist an der Weisheit dran?
Hamm - Bauernregeln gehen zum Teil auf langjährige Beobachtungen des Wetters zurück. Oft steckt in ihnen ein wahrer Kern, sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Die alten Volkssprüche wurden teils über viele Generationen weitergegeben und beziehen sich entweder auf das Wetter in einem ganzen Monat oder auf einzelne Tage. Auch für den Oktober gibt es Bauernregeln. Eine von ihnen prognostiziert einen kalten Januar, wenn der vorherige Oktober warm ausfällt.
„Warmer Oktober bringt …“: Was das milde Wetter laut Bauernregel für den Winter bedeutet
„Warmer Oktober bringt fürwahr, stets einen kalten Januar“, so die Bauernregel im Wortlaut. Laut Diplom-Meteorologe Dominik Jung liegt der Oktober 2024 mit einer Durchschnittstemperatur von 11,4 Grad in NRW bisher 0,6 Grad über dem Klimamittel von 1961 bis 1990 (Stand 22.10.). Und es gehe mild und warm weiter bis Ende des Monats. „Diese positive Abweichung wird also weiter anwachsen. Damit kann der Oktober als zu warm bezeichnet werden“, erklärt Jung auf Nachfrage von wa.de.
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Somit scheint die Bauernregel auf den ersten Blick zuzutreffen. Allerdings erklärt das Portal wetter.de dazu: „Ein warmer Oktober allein bringt noch keinen kalten Januar. Der Zusammenhang besteht allerdings, wenn der Oktober warm und trocken ausfällt.“ Letzteres war allerdings laut Dominik Jung in NRW nicht der Fall. Der Oktober sei jetzt schon „zu nass“, erklärt der Meteorologe.
Ob der Januar 2025 deshalb in NRW mild wird, bleibt abzuwarten. Insgesamt zeigen erste Prognosen, dass der Winter 2024/2025 voraussichtlich mild ausfällt. Anfang Oktober berechnete das CFS-Modell des US-Wetterdienstes NOAA für Deutschland sogar einen deutlich zu warmen Winter 2024/25.
Bauernregeln nicht wörtlich nehmen: „Ersten Trend abschätzen“
So oder so gilt: Bauernregeln können keine konkreten Wettervorhersagen machen, erklärt der DWD. Wohl aber könne man „manchmal daraus einen ersten Trend abschätzen“. So habe etwa die bekannte Siebenschläferregel („So wie das Wetter am Siebenschläfer ist, so wird es sieben Wochen sein“), meteorologisch keine Aussagekraft, wenn man sie wörtliche nimmt. Laut DWD kann man an einem einzelnen Tag nicht das Wetter der nächsten sieben Wochen festmachen. „Betrachtet man allerdings die Witterung Ende Juni/Anfang Juli, so hat man herausgefunden, dass sich in Süddeutschland in bis zu 70 Prozent der Fälle diese Witterung bis Anfang August fortsetzt.“