VonReinhold Großelohmannschließen
Die Warsteiner wählen im September 2025 einen neuen Bürgermeister. Nach zehn Jahren im Amt hat der 57-Jährige Thomas Schöne für sich selbst die Entscheidung getroffen, nicht erneut zu kandidieren.
Warstein – Die Warsteiner Politik wird von der Entscheidung des Bürgermeisters überrascht – und muss sich nun nach einem neuen Kandidaten oder einer neuen Kandidatin umsehen.
Die Entscheidung ist Thomas Schöne nicht leicht gefallen. Genauer: Sie ist ihm schwer gefallen. Noch genauer: Sie ist ihm extrem schwer gefallen. Wochenlang habe er überlegt, Zettel geschrieben mit Argumenten Pro und Contra. Und seit wenigen Stunden ist es nun entschieden: Thomas Schöne wird sich im September 2025 nicht erneut um das Amt des Bürgermeisters der Stadt Warstein bewerben. Nach zwei Legislaturperioden ist Schluss für den 57-Jährigen. Und was der Jurist beruflich danach machen wird, ist völlig offen. In jedem Fall „kann ich mir mein Anwaltsschild vor die Tür hängen...“
Thomas Schöne tritt 2025 vom Amt des Bürgermeisters der Stadt Warstein ab
Er habe in den vergangenen Monaten nicht nur viel darüber nachgedacht, ob er eine dritte Amtszeit anstreben soll, sondern auch mit vielen Freunden und Bekannten aber auch mit Amtskollegen gesprochen. Eine Aussage ist ihm dabei besonders gut in Erinnerung geblieben. Nämlich jene, dass es wichtig sei, den richtigen Zeitpunkt fürs Abtreten zu finden – und dass man selten Menschen finde, die das zu früh tun.
So hat sich der Belecker Jurist nun fürs den Abtritt entschieden. Wenn er Ende Oktober 2025 das Amt an seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin übergibt, wird er etwas mehr als zehn Jahre das Amt ausgefüllt haben, von dem er selbst sagt: „Ich liebe dieses Amt!“
„Man muss auch auf sich selbst achtgeben“
Ausschlaggebend für die Entscheidung ist seine Feststellung, dass ihn die Aufgabe völlig in Anspruch genommen hat – an sieben Tagen die Woche. „Man muss aufpassen, dass man davon nicht abhängig wird“, sagt er. Was auch gilt: „Die Erwartungshaltung der Bürger ist hoch. Aber ich erfülle sie auch unwahrscheinlich gern. Aber man muss auch auf sich selbst achtgeben.“
In den noch verbleibenden 15 Monaten hat sich Thomas Schöne noch eine Menge vorgenommen. Aber schon jetzt blickt er auf viele Erfolge zurück. Der Schlüssel zu allem sei jedoch die enorm gute Kooperation der Politik gewesen, hebt er hervor. Die Zeiten des politischen Hickhacks seien lange vorbei – und davon habe die Stadt auf vielen Ebenen profitiert – und werde es auch in den verbleibenden Monaten gewiss weiter tun.
Die drei ihn tragenden Fraktionen im Rat hat Thomas Schöne am Dienstagabend informiert, vielen weiteren wird er seine Beweggründe im persönlichen Gespräch erläutern. Bereut habe er die Entscheidung, Bürgermeister der Stadt Warstein zu werden, jedoch nie. Auch wenn viele nicht verstanden hätten, wieso er nach 15 Jahren als Justitiar bei der RWE in die „Niederungen der Lokalpolitik“ gewechselt sei. Er habe dies mit „ganz viel Herzblut“ gemacht.

