Bauen

Wasserspiel und WC-Häuschen: Neue Pläne für Warsteiner Marktplatz

+
Im Rahmen der neuen Marktplatz-Pläne soll der alte Brunnen doch bleiben und nicht versetzt werden.
  • schließen

Im kommenden Ausschuss für Bauen und Digitales werden neue Pläne für den Marktplatz vorgestellt. Wie die aussehen, was sich verändern soll und wieviel das kosten wird.

Warstein – Die Gestaltungsmaßnahme auf dem Dr. Segin-Platz ist, auch wenn nicht ganz ohne Schwierigkeiten, inzwischen so gut wie abgeschlossen – unter anderem mit neuem Belag, Pflanzenkübeln und einem Sandkasten. Und den Dr. Segin-Platz verbindet ein modernes Holzelement als Sitz- und Spielgelegenheit mit dem Marktplatz. Dort soll es weitergehen mit der Umgestaltung. Aber ganz anders, als es noch vor einigen Jahren geplant war. Und etwas teurer. Das wird im kommenden Ausschuss für Bauen und Digitales zum Thema, der am Dienstag im Bürgersaal des Rathauses tagt.

Für die Umgestaltung des Marktplatzes wurde einst ein Gestaltungswettbewerb ins Leben gerufen, im September 2018 wurde der Gewinner ausgelobt: Das Planungsbüro [f] Landschaftsarchitektur GmbH aus Solingen. Dr. Segin-Platz und Marktplatz sollten mit wenigen Eingriffen verbunden werden, Charakteristika beider Plätze sollten erhalten bleiben, hieß es damals. Zu den wenigen geplanten Eingriffen auf dem Marktplatz zählte damals ein neuer moderner Brunnen vor den Stufen zur St. Pankratius-Kirche, der bisherige alte Brunnen sollte versetzt werden. Derweil sollte auch die Kirche optisch hervorgehoben werden, die größten Maßnahmen waren aber für den Dr. Segin-Platz angedacht.

Die Schaukästen an der Backsteinmauer sollen möglicherweise verschwinden.

Dessen Umgestaltungspläne durchkreuzte beziehungsweise verzögerte nicht zuletzt die Pflasterproblematik, weshalb die Spiel- und Klettergeräte für „die Großen“ vom Platz nun vor den ehemaligen Kinderladen wandern sollen. Das wiederum verändere aber auch den Charakter des Marktplatzes. Oder wie es in der Ausschussvorlage beschrieben ist: „All diese Änderungen und Anpassungen bei der Gestaltung des Dr. Segin-Platzes haben zur Folge, dass die damals ausgelobte Planung des Siegerentwurfes nicht mehr der aktuellen Wirklichkeit entspricht und die Gegebenheit widerspiegelt.“ Der Siegerentwurf aus 2018 für den Marktplatz sei nicht mehr zeitgemäß. Denn auch die Bedürfnisse der Warsteiner Bürgerschaft an einen Marktplatz hätten sich geändert, es bedürfe „einer zwingenden Neukonzeptionierung der Marktplatzgestaltung“.

Er soll belebtes und beliebtes Stadtzentrum sein, Aufenthaltsqualität haben und funktional sein, gleichzeitig optisch zum Dr. Segin-Platz passen. Im Arbeitskreis „Innenstadtentwicklung Warstein“ wurden Ende Oktober diesen Jahres die neuen Pläne vorgestellt. Und wie sehen diese aus?

Wasserspiel und Brunnen

Der vom Planungsbüro angedachte Brunnen aus 2018 soll es nicht mehr sein, der bisherige Brunnen soll bleiben, dessen Bedeutung mit Darstellung der Warsteiner Historie mittels QR-Code vorgestellt werden. Zudem soll der Marktplatz ein Fontänen-Wasserspiel erhalten, optisch ansprechend und ein spielerisches Element für Kinder, gestaltet nach ähnlichem Vorbild wie der Boden des Dr. Segin-Platzes in Kombination mit dem Farbton der St. Pankratius-Kirche.

Spielgeräte und Mobiliar

Wie berichtet wandern die Spielgeräte für „die Großen“, die einst für den Dr. Segin-Platz angedacht waren, vor den ehemaligen Kinderladen. Bis Ende April 2024 soll das umgesetzt sein. Das Stadtmobiliar soll aus einzelnen Hölzern bestehen, diese Bankserie komme auch auf dem Dr. Segin-Platz zum Einsatz.

Vor dem ehemaligen Kinderladen soll eine neue Spiellandschaft entstehen.

Eine „eindrucksvolle Verbindung zu dem zentralen Holzpodest“ solle entstehen. Als Beleuchtung soll auf dem Marktplatz dann auch der Lampentyp zum Zuge kommen, der bereits auf dem Dr. Segin-Platz und an der südlichen Hauptstraße Hell ins Dunkel bringt.

Litfaßsäule und Toilette

Als Maßnahme des ISEK soll eine „digitale Litfaßsäule“ als Infosystem für Bürgerinnen und Bürger dienen, gleichzeitig Infopoint für Gäste sein. Im Rahmen dessen könnten auch die Schaukästen zwischen FH3 und Rathaus wegfallen, „We Love Warstein“ würde die Fläche gerne nutzen. Die Möglichkeit, seine Notdurft zu verrichten, soll auch weiterhin im Bereich des Marktplatzes bestehen. Aber zukünftig nicht mehr auf dem WC der Tiefgarage, sondern in einem Toilettenhäuschen.

Zwischen dem Modehaus „Cruse“ und dem Buswartehäuschen soll die neue öffentliche Toilette stehen und damit die WC-Anlage in der Tiefgarage ersetzen.

Das soll, nach unterschiedlichen Planungsideen zwischen dem Modehaus „Cruse“ und dem Buswartehäuschen stehen. Durch die soziale Kontrolle sei mit weniger Vandalismus zu rechnen, zudem werde ein Münz- und Bezahlsystem eingeführt. Der im Baufeld befindliche Straßenbaum müsse aufgrund der Verortung des Toilettenhäuschens entfernt werden, soll aber an anderer Stelle des Marktplatzes neugepflanzt werden.

Zeitplan und Finanzierung

Abhängig vom Votum des Ausschusses werden Planung und Kostenberechnung an ein Ingenieurbüro vergeben. Die Ausschreibung der Maßnahme soll im Frühjahr 2024 erfolgen, eine Umsetzung im Sommer folgen. Die Förderung für den Siegerentwurf (399 000 Euro bei einer Gesamtausgabe von 570 000) könnte auf die neuen Pläne übertragen werden. Hinzukämen die „digitale Litfaßsäule für 40 000 Euro (Förderbescheid in Aussicht) sowie das Stadtmobiliar für 42 000 Euro, wodurch sich der Gesamtaufwand von 570 000 auf 652 000 Euro steigern würde.

Kommentare