„Eure Sicherheit steht über Allem“

Wegen „abstrakter Bedrohungslage“: CSD in Gelsenkirchen abgesagt

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Der Christopher Street Day in Gelsenkirchen ist kurz vor Start des Events abgesagt worden. Die Veranstalter sprechen von einer „diffusen Gefahrenlage“.

Gelsenkirchen – Eigentlich hätten an diesem Samstag, 17. Mai, hunderte Menschen fröhlich und bunt, glitzernd und ausgelassen durch Gelsenkirchen laufen sollen. Zu Musik und hinter farbenfroh geschmückten Trucks herlaufend, wollten die Mitglieder der LGBTQI+-Szene und ihre Unterstützenden den Christopher Street Day, kurz CSD, in der Stadt feiern.

Traurige Teilnehmende des CSDs in Gelsenkirchen verlassen den Festort vor Beginn wieder: Die Parade und das Straßenfest wurden abgesagt.

CSD in Gelsenkirchen abgesagt – wegen „abstrakter Bedrohungslage“

Doch daraus wurde kurzfristig nichts. Denn die Veranstalter sagten den CSD am Samstagnachmittag ab. Wegen einer „diffusen Gefahrenlage“, wie es heißt. Der Verein hinter der Veranstaltung, der SVLS e.V., war am Samstag nicht zu erreichen. Der Deutschen Presse-Agentur sagte aber die Polizei in Gelsenkirchen, dass der Verein die Entscheidung eigenständig getroffen habe.

Die Polizei nannte es eine „abstrakte Bedrohungslage“. Um was es sich genau bei dieser Bedrohungslage handle, könne wegen der laufenden Ermittlungen nicht gesagt werden. Auf Instagram schrieb der Verein, die Entscheidung sei nach „Beratungen mit den Einsatzkräften vor Ort“ getroffen worden. Demnach seien sowohl die Parade als auch das anschließende Straßenfest gecancelt.

„Eure Sicherheit steht über allem“, schreiben die Veranstalter in dem Post. Und: „Parallel haben wir das LSBTIN* Jugendzentrum together gelsenkirchen als Anlaufstelle für euch geöffnet.“ Alle seien herzlich eingeladen, sich dort zu treffen, zu quatschen, sich zu erfrischen.

Viele Veranstaltungen gegen Homofeindlichkeit am IDAHOBIT

CSDs und Veranstaltungen gegen Homofeindlichkeit waren für den Samstag in mehreren Städten geplant. An diesem Tag ist der „IDAHOBIT“, der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit. Das Datum wurde gewählt, weil die Weltgesundheitsorganisation am 17. Mai 1990 Homosexualität als diagnostizierte Krankheit strich.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Michael Korte

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