WA-Reporter machen Selbstversuch

Weihnachtsmarkt: Wie kommt man mit wenig Geld zurecht?

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Erste Station: Meike und Sascha trinken Kakao und Glühwein für je 3,50 Euro.
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Spürt man die Auswirkungen der aktuellen Energie- und Inflationskrise in Hamm auch auf dem Weihnachtsmarkt an der Pauluskirche? Drei junge WA-Reporter haben den Test gemacht.

Hamm – Die Inflation lässt derzeit vielerorts die Preise steigen. Die Menschen achten mehr auf ihr Geld und wofür sie dieses ausgeben. Aber spürt man die Auswirkungen der aktuellen Krise auch auf dem Weihnachtsmarkt an der Pauluskirche? Um das herauszufinden, haben sich drei WA-Reporter mit 30 Euro auf den Weihnachtsmarkt begeben, um herauszufinden, wie viel man sich mit diesem Geld leisten kann.

Glühwein

Als erstes ging es zum Glühwein-Stand „Schindelhütte“ nahe des Eingangs des Weihnachtsmarktes. Der Glühwein und der Kakao mit Sahne kosten hier jeweils 3,50 Euro. Hinzu kommen drei Euro Pfand pro Tasse. Die Preise für die Heißgetränke halten sich zwar noch im Rahmen, sorgten aber dennoch für etwas Erstaunen auch bei den anderen Besuchern. „Ich habe mich anfangs doch etwas erschrocken, dass der Eierpunsch mittlerweile fünf Euro kostet“, sagt Kundin Birgit Fabel. Und: „Aber nach all den Jahren, wo der Weihnachtsmarkt nicht richtig stattfinden konnte, will man sich auch mal was gönnen.“

Dieses Bild bestätigt sich auch im Gespräch mit Brigitte Hümmling, Mitarbeiterin an der „Schindelhütte“. „Es kommen viele Menschen und sie sind froh, dass sie hier zusammen Glühwein trinken können“, sagt Hümmling, die seit mittlerweile zehn Jahren am Glühweinstand arbeitet. Beschwerden über die Preise gebe es nicht, viele der Kunden würden mit Verständnis auf die aktuelle Situation reagieren. „Es läuft wirklich gut und ich hoffe, dass es auch so weitergeht“, sagt sie.

Dass viele der Besucher derzeit ein besonderes Auge auf die Preise haben, zeigt sich im Gespräch mit Vanessa. Sie ist 42 Jahre alt und besucht zusammen mit Freundinnen den Markt. „Wir merken alle, dass die Preise gestiegen sind, nicht nur hier“, sagt sie. „Man schaut öfters ins Portemonnaie und entscheidet dann spontan, ob man sich den Besuch leistet.“ Man müsse einfach sehen, was am Ende für Spaß und Freizeit finanziell übrig bleibe. Für die gestiegenen Preise bei den einzelnen Buden habe sie aber auch vollstes Verständnis. „Diese Menschen werden in Anbetracht der aktuellen Situation auch nicht reich“, sagt sie. „Die müssen ja auch sehen, wo sie bleiben.“

Essen

Anschließend ging es auf Nahrungssuche. Meike entschied sich für „Pasta im Käselaib“ für acht Euro, bei Sascha gab es Langos für sieben Euro.

Liane Seonie führt den Langos-Stand auf dem Markt. Auch sie beobachtet die aktuelle Preissituation aufmerksam. „Wir haben versucht die Preise zu halten“, sagt Seonie. „Das ist uns leider nicht immer gelungen, weil sich einfach alle Preise erhöht haben.“ So musste sie vor wenigen Jahren für einen kleinen Gasbehälter elf Euro zahlen, dieses Jahr seien es 33 Euro.

Der Krise trotzen: Inhaber wie Liane Seonie zeigen sich trotz der aktuellen Situation optimistisch.

„Das schlägt sich natürlich auch auf die Preise nieder, mit denen wir unsere Produkte verkaufen müssen“, so Seonie weiter. Aber trotz der gestiegenen Preise würden die Kunden ganz normal zu ihr kommen. „Sie sind froh hier sein zu dürfen, genießen das, was sie haben und sind glücklich“, sagt Seonie. „Und wir sorgen ein Stück weit dafür, dass sie auf diesem Weihnachtsmarkt glücklich sind.“

Mandeln

Um den Besuch auf dem Markt abzurunden, kauften beide am Ende noch 200 Gramm Mandeln bei der Mandelbrennerei Hoppe für sechs Euro. Auch im Gespräch mit den Mitarbeitern der Mandelbrennerei bestätigte sich das positive Bild des diesjährigen Weihnachtsmarktes trotz schwieriger Rahmenbedingungen. „Die Leute kaufen weiterhin“, sagt Lucas Hoppe. „Aber man spürt auch, dass die Menschen ihre hohen Rechnungen im Hinterkopf haben und vorsichtiger sind.“

Fazit

Für zwei Heißgetränke, etwas zu Essen und 200 Gramm Mandeln haben beide am Ende 28 Euro ausgegeben. Mit 30 Euro ist der Weihnachtsmarktbesuch also durchaus möglich. (mit Meike Bencak)

Selbstversuch: Was können sich junge Leute dieses Jahr für relativ wenig Geld auf dem Weihnachtsmarkt leisten?

Weihnachtsmarkt-Preisvergleich: Hamm versus Dortmund

In Hamm kostet die Tasse Glühwein 3,50 Euro und ist damit teurer als in der Nachbarstadt Dortmund (3 Euro). Viele andere Preise sind allerdings gleich. So kosten 100 Gramm Mandeln auf beiden Märkten ab 3,50 Euro, Langos ab 4 Euro und die Bratwurst im Brötchen ab 3,50 Euro. Günstiger wegkommen Kunden in Hamm übrigens bei Reibekuchen (4 Euro) und Krakauer (4 Euro).

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