Streik bei der Post: Briefe und Pakete bleiben in NRW weiter liegen
VonHannah Decke
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Auch für Samstag ruft Verdi die Beschäftigten der Deutschen Post bundesweit zum Streik auf. In NRW sind mehrere Standorte betroffen.
Hamm - Die dritte Verhandlungsrunde bei den Tarifverhandlungen zwischen Verdi und der Deutschen Post ist gescheitert. Die Gewerkschaft bezeichnete das vorgelegte Angebot als „völlig unzureichend“. Verdi übt seitdem weiter Druck auf den Konzern aus. In Nordrhein-Westfalen waren die Beschäftigten in den Paketzentren und der Zustellung bereits am Mittwoch und Donnerstag zu vollschichtigen Warnstreiks aufgerufen worden. Und es wird weitergehen: Am Freitag, 28. Februar, und Samstag, 1. März, soll es bundesweit, auch in NRW, zur Arbeitsniederlegung in der Brief-, Paket- und Verbundzustellung an ausgewählten Standorten kommen. Auch Service-Niederlassungen sind betroffen.
Streik bei der Post: In NRW bleiben Briefe und Pakete weiter liegen
Für Bürger bedeutet dies weitere Verspätungen von Briefen und Paketen. Ein Zehntel der Briefe und Pakete, die von Post-Beschäftigten am Freitag zugestellt werden sollten, sind wegen eines Warnstreiks vorerst liegen geblieben. Einige Sendungen waren bereits durch die vorangegangenen Streiks nicht zugestellt worden. Am Donnerstag legten rund 4500 Beschäftigte in Zustell-Stützpunkten bundesweit ihre Arbeit nieder. Die Deutsche Post schätzte, dass dadurch jeweils fünf Prozent der Tagesmenge, also jede zwanzigste, nicht zugestellt wurden.
Verdi-Warnstreiks im Februar in NRW: Hier streiken die Arbeiter
„Wir gehen davon aus, dass diese Rückstände in den nächsten Tagen zügig bearbeitet werden“, teilte das Bonner Unternehmen am Donnerstag, 27. Februar, noch mit – nicht wissend, dass die Streiks weitergehen werden. Neben der Post wird auch im Nahverkehr in NRW am Freitag gestreikt.
Tarifverhandlungen bei der Deutschen Post – Verdi fordert mehr Geld und Urlaub
Verdi fordert sieben Prozent höhere Entgelte in einem zwölf Monate laufenden Tarifvertrag, der für rund 170.000 Briefträger, Paketboten und andere Logistik-Mitarbeiter gelten würde. Die Post, die zu DHL gehört, bietet in einem 27 Monate laufenden Vertrag eine Anhebung um zunächst 1,8 Prozent und später um weitere 2,0 Prozent.
Die Gewerkschaft Verdi ruft für Freitag und Samstag die Beschäftigten der Deutschen Post bundesweit zum Streik auf. Auch in NRW sind Standorte betroffen.
Außerdem macht sich Verdi für drei Extra-Urlaubstage stark, um der gestiegenen Arbeitsbelastung Rechnung zu tragen. Wer Verdi-Mitglied ist, soll sogar vier bekommen. Die Post wiederum bietet nur einen Extra-Urlaubstag für die Beschäftigten an, die weniger als 30 Urlaubstage im Jahr haben - also circa zwei Drittel der Belegschaft.
Die drei bisherigen Verhandlungsrunden brachten kein Ergebnis, für Montag, 3. März, ist die vierte Runde geplant. Schon in den vergangenen Wochen hatte Verdi immer mal wieder zu Warnstreiks in den unterschiedlichen Bereichen aufgerufen, ob im Paket- oder Briefbereich. Das führte mancherorts zu deutlichen Verspätungen bei der Zustellung von Sendungen. (mit dpa-Material)