- VonTorsten Haarmannschließen
Mega-Events wie „Welcome to my Garden“ zu feiern, ist die eine Sache. Sie vorzubereiten, ist eine andere. Dafür haben die Vibefactory und Ypsum Media als Start-ups nach langer Suche den passenden Ort gefunden.
Hamm-Mark – Neue Märkte, Innovationen, Potenzial für ein vielversprechendes Geschäftsmodell – all das macht ein Start-up aus. In den Anfängen des Gewerbequartiers Hohefeld in der Mark und der nahen Hochschule Hamm-Lippstadt lag einst auch die Hoffnung auf Ansiedlungen solcher dynamischer Unternehmen. Mit „VibeFactory“ und Ypsum Media sind zwei davon im Frühjahr in einem Gemeinschaftsbüro am Herbert-Rust-Weg angekommen. Dahinter stecken fünf Köpfe – einschließlich Bürohund Milo.
Welcome to my Garden: Vibefactory und Ypsum starten hier als Start-ups in Hamm
Die Vibefactory ist keine Unbekannte. Nach dem ersten DJ-Festival „Welcome to my Garden“ vor fünf Jahren hat sie für weitere Veranstaltungshighlights gesorgt. Das neue Büro, das sich Event- und die Werbeagentur am Herbert-Rust-Weg teilen, ist eine Folge der Start-up-Dynamik. Das Erdgeschoss von Hausnummer 6 im Hohefeld haben sie gemietet. Noch sind Räume frei, aber längst mit Ideen gefüllt.
Die Corona-Zeit war Fluch und Segen zugleich. Zuvor hatten Julian Sokolowski (DJ Juf-X) und André Kollas 2019 mit „Welcome to my Garden“ einen Volltreffer gelandet. Die Pandemie verhinderte die zweite Auflage im Folgejahr, heizte aber umso mehr die Ideenproduktion an. Herausgekommen ist das Autokino auf dem DuPont-Parkplatz in Uentrop und mehr.
Gefühls-Produktion in der Vibefactory in Hamm beginnt
Unter dem Namen Vibefactory wird seit März 2020 produziert. Er entstand, als Kollas mit einem Kumpel vorm Fernseher saß. Er erzählte von einer „factory“. „Er meinte, dass wir auch Gefühl vermitteln, also vibe.“ So nahm die Stimmungs- oder Gefühlsfabrik ihren Betrieb auf. Sie produziert neben Konzerten, Comedy-Veranstaltungen bis zu Hochzeiten und Firmenjubiläen „alles“.
„Die Eventagentur ist aus dem entstanden, was wir gerne machen: anderen eine tolle Zeit kreieren, ihnen einen tollen Ort schaffen und sie begeistern“, sagt Kollas. „Das ist der Antrieb, den wir seit dem Tag eins haben.“
Vibefactory überzeugte in Hamm mit coronagerechten Events
Dieser Motor drehte selbst dann hoch, als andere in der Pandemie stillstanden. „Weil wir in der Corona-Zeit die einzigen waren, die ein gutes Veranstaltungskonzept hatten, sind auch Firmen auf die Vibefactory aufmerksam geworden“, sagt Christoph Hagedorn, der nach gemeinsamen Veranstaltungen im elterlichen Gasthof in Bockum-Hövel zu den drei Köpfen der Agentur gehört. „Das war der Startschuss für die Eventagentur. Denn nur mit eigenen Veranstaltungen ist es superschwer, sich über Wasser zu halten.“
Die Auftragslage gibt den „Stimmungsfabrikanten“ finanzielle, planerische Sicherheit. Sie kündigten ihre Jobs. Kollas mit seiner kaufmännischen Ausbildung und Erfahrung als Vertriebler und DJ Sokolowski, vormals Sozialarbeiter, sind die Geschäftsführer. Veranstaltungskaufmann Hagedorn ist nun „Freelancer“ und studiert an der HSHL im vierten Semester Technisches Management und Marketing. Was er lernt, setzt er in der Factory auch mal gleich in die Praxis um.
Chemie stimmt zwischen Vibefactory und Werbeagentur
Das gleiche Studium hat Canay Yilmaz längst abgeschlossen. Nach Etappen in Hamburg und Düsseldorf ist der gebürtige Rheinländer seit Oktober 2022 zurück in Hamm. „Hier sind die Optionen einfach besser“, sagt er über seine Werbeagentur mit dem Fokus auf lokale Unternehmen und Personenmarken. Außerdem: „Hamm ist schön und wahnsinnig grün.“ Erste Kontakte mit den Machern der Vibefactory hatte er im Studium. „Ich habe die Studentenpartys veranstaltet“, sagt er. Später machte er ihnen die Website.
Vor allem stimmt die Chemie, wie sich auch bei einem Social-Media-Projekt für Welcome to my Garden zeigte. „Wir haben coole Sachen gedreht“, sagt er. So kam die Idee für ein gemeinsames Büro auf. Die Vibefactory hatte sich zu der Zeit im Hammer Süden eingemietet, war dort aber sehr beengt. „Ich habe sie eineinhalb Jahre lang mit Anzeigen von Büros genervt“, sagt Yilmaz, „jeden Tag.“ Als er die Kleinanzeige aus dem Gewerbequartier mit den Jungs teilte, erwartete er, wie sonst auch, eine zügige Absage. Stattdessen hatte Kollas bereits einen Besichtigungstermin vereinbart.
Chance für Start-Ups im Gewerbequartier Hohefeld in der Mark
„Es musste passen“, sagt Sokolowski über den ersten Eindruck. Und es passte. Nun musste noch der Vermieter ein gutes Gefühl haben, „vier Leute, die ein Start-up haben, die irgendwie was machen, was teilweise nicht von der Stange ist, was für Externe schwierig greifbar sein kann, eine Chance geben und Vertrauen bekommen.“ Das haben sie nun.
Das Büro ist noch zu groß. In einem der freien Räume könnte bald ein Podcast-Studio entstehen. „Hier ist ein guter Ort, an dem wir wachsen können“, sagt Sokolowski über fest angestellte Mitarbeiter, neben den vielen Freelancern, die sie etwa wieder am 10. August bei „Welcome to my Garden“ brauchen, um allein mehr als 300 Absperrzäune aufzustellen.