Abfallentsorgung

Die große Frage: Sack oder Tonne? Welveraner Politik berät Entsorgung des Verpackungsmülls

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Neuer Anlauf für die gelbe Tonne? Ober bleibt es in Welver bei den Gelben Säcken. Das Thema greift der Rat in seiner Sitzung am Dienstag auf.
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Gelber Sack oder Gelbe Tonne? Zweifellos: Beide Entsorgungsarten verkörpern kein Idealbild. Mit dem Thema beschäftigt sich die Gemeinde Welver am Dienstag in einer Sondersitzung.

Welver – Nicht selten fliegen sie in benachbarte Gärten, nicht selten wittern gefiederte Zeitgenossen Leckerbissen in ihnen, nicht selten werden sie auch liegen gelassen. Letzteres geschieht, wenn die Müllabfuhr entdeckt, dass sich in den Gelben Säcken Unrat befindet, der darin nichts zu suchen hat. Ersteres passiert eher, wenn nur luftiges Styropor sich in dem Sack befindet, der Wind also leichtes Spiel hat.

Und die Gelben Säcke als Quelle für ihre Ernährung nutzen schlaue Elstern auch nur, wenn ihre Bemühungen wirklich vielversprechend sind.

Mit diesen Gelben Säcken wird sich in einer Sondersitzung am Dienstag, 8. August, ab 17 Uhr der Rat der Gemeinde Welver befassen, sich der zukünftigen Art und Weise der Entsorgung des Verpackungsmülls widmen. Zur Diskussion steht nämlich, ob auch in der Niederbörde es beim Gelben Sacke bleibt oder er durch eine Gelbe Tonne ersetzt wird.

Gelber Sack oder Gelbe Tonne: Duale Systeme

Rede und Antwort stehen werden der Geschäftsführer der ESG Soest, Dirk Lönnecke, und der Leiter der Abteilung Dienstleistung und Beratung, Michael Triphaus. Sie werden die Vor- und Nachteile der Gelben Tonne gegenüber der Welveraner Politik in der Sitzung aufzeigen. Einen Beschlussvorschlag gibt es von der Verwaltung nicht, die Beratungen in der Ratssitzung bleiben abzuwarten.

Die Gemeinde verweist im Vorfeld der Sitzung darauf, dass im Kreis Soest gebrauchte Verkaufsverpackungen aus Kunststoff und Metall im Gelben Sack gesammelt werden. Die Sammlung von Leichtverpackungen wird demnach privatwirtschaftlich von den dualen Systemen organisiert und ist nicht Teil der öffentlich-rechtlichen Entsorgung. Gemäß Verpackungsgesetz müssen die dualen Systeme sich mit den öffentlich-rechtlichen Entsorgern bezüglich der Sammelstrukturen abstimmen.

Sack oder Tonne: Abstimmung bis Ende 2023

Die dualen Systeme schreiben die Sammlung von Leichtverpackungen zurzeit jeweils für den Zeitraum von 3 Jahren aus. Das heißt, private Entsorgungsunternehmen können sich für den Auftrag bewerben und der „Bestbieter“ erhält in der Regel den Auftrag für die Sammlung von Leichtverpackungen im Vertragsgebiet. Diese Ausschreibung erfolgt im April 2024.

Somit müssen spätestens bis März 2024 die Sammelmodalitäten für den Vergabezeitraum 2025 bis 2027 mit den dualen Systemen verhandelt und abgestimmt sein. Der Entsorgungswirtschaft Soest (ESG) ist hierfür das Verhandlungsmandat übertragen worden und übernimmt somit die Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Entsorgers.

Als Voraussetzung für eine mögliche Neuordnung des Verpackungsmülls müssen viele Aspekte berücksichtigt werden. Die Abwägung, ob Gelber Sack oder Gelbe Tonne steht dabei besonders im Fokus. Bis Ende 2023 ist die Abstimmung mit den Städten und Gemeinden des Kreises vorzunehmen.

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