VonChristian Clewingschließen
Mantarochen, ein Pandabär, Autos, eine Schlange, eine Lokomotive, ein Leuchtturm: Der Fantasie sind keine bzw. kaum Grenzen gesetzt, wenn die Mitglieder des Drachenclubs Paderborn und ihre Freunde ihre Ideen in die Luft bringen. Es sei denn, es ist zu wenig Wind, dann ist es schwierig mit dem Fliegen. Und so war es am Montgolfiade-Samstag auch problematisch, die bunten Drachen in die Luft zu bekommen – nur wenige hoben ab. Zu bewundern gab es aber viele durch Gebläse in Form gebrachte 3D-Drachen am Boden.
Warstein - Einer der Drachenbesitzer, die unter der geringen Windgeschwindigkeit litten, war Meik Schlenger aus Paderborn, der bereits seit mehr als drei Jahrzehnten dem Drachensport nachgeht, schon in den USA, Asien und ganz Europa unterwegs war. Sein neuester Drachen, ein 20 Meter hoher Leuchtturm, sollte eigentlich in Warstein bei der Montgolfiade Premiere feiern und zum ersten Mal aufgebaut werden. Doch der Wind reichte nicht aus, um den gestreiften Stoff aufzurichten. Verschiedene Größen mit zwei, fünf und zehn Metern hat er bereits selbst gebaut, dieser neue Leuchtturm wurde aber durch eines der wenigen Fachunternehmen genäht. „Es ist leider zu wenig Wind“, bedauerte der Sprecher des Drachenclubs Paderborn: „So 10 km/h sollten es schon sein...“ Wenn der 20 Meter-Turm dann irgendwann mal in der Luft ist, „ist das kein Kinderspielzeug, da ist schon ordentlich Zug auf der Leine. Da braucht man schon einen ordentlichen Bodenanker oder ein Fahrzeug“.
In die Luft gingen am Samstag dann nur die besonders leichten Drachen in Form von Mantarochen – bei diesen reichen meist schon Windgeschwindigkeiten ab 6 km/h aus, die Dank „ultraleichtem Tuch“ im leichten Wind segeln konnten.
Drachenshow bei der Warsteiner Internationalen Montgolfiade




Mehr als ein Dutzend Drachenfreunde machten den Startplatz am Nachmittag bunt, darunter nicht nur Paderborner, sondern auch Gäste unter anderem aus Bremen, Minden und Lingen. „Wir sind in Deutschland und der ganzen Welt unterwegs“, so Meik Schlenger, „es ist jedesmal schön, die Wochenenden mit Freunden zu verbringen.“ Der Drachenclub Paderborn ist mit 90 Mitgliedern der größte in ganz Deutschland, hat aber nur wenige Mitglieder aus Paderborn selber, dafür viele aus ganz Deutschland, sogar einen aus Italien. Warum? Eine Erklärung ist, dass jährlich interessante Workshops durchgeführt werden, die sehr gefragt sind und die Vereinsmitglieder immer wieder begeistern.
Auch wenn die Drachen eine über 2000 Jahre alte Tradition haben, so gehen die heutigen Drachenfreunde auch mit der Zeit: Mit in Warstein dabei war auch Lara Münstermann. Die 19-Jährige betreibt unter dem Namen „Lara Kitedreams“ einen Facebook-Blog und veröffentlicht dort Interviews, Berichte und Fotos rund um das Thema Drachen. In Warstein überredete sie Montgolfiade-Moderator und SC Paderborn-Stadionsprecher Jürgen Lutter, fürs Pressefoto in einen der beiden Kite-Sportwagen zu steigen.
Am Sonntag, 3. September, sind die Drachen zwischen 12 und 16 Uhr nochmal auf dem Montgolfiade-Startgelände zu bewundern.
