VonJohanna Werningschließen
Der Neumarkt in Köln ist aktuell vor allem als Drogen-Hotspot und miefiger Platz bekannt. Das soll sich dringend ändern. Die Stadt hat jetzt Pläne.
Köln – Der Neumarkt in der Kölner Innenstadt ist einer der bekanntesten Plätze in Köln. Immerhin ist er ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, gleich mehrere KVB-Bahnen halten hier. Außerdem ist der Neumarkt mehr oder weniger das Verbindungsstück zwischen den beiden Einkaufsmeilen Ehrenstraße und Schildergasse. Aber: Wirklich einladend ist der Neumarkt nicht.
„Verwaiste Fläche ohne Aufenthaltsqualität“ – darum soll der Neumarkt in Köln umgestaltet werden
Schon seit langem gilt der Neumarkt als Drogenhotspot und ist außerhalb der Veranstaltungs- und Geschäftsöffnungszeiten „eine verwaiste Fläche ohne Aufenthaltsqualität“, wie die Stadt Köln erklärt. Das will die Stadt dringend ändern. Zuletzt hat sich die Verwaltung dafür entschieden, den Neumarkt mit einem Brunnen zu verschönern. Außerdem sollen Teile der Neumarkt Passage abgerissen und neu gebaut werden. Und damit nicht genug.
Die Stadt Köln will nun weitere Maßnahmen ergreifen, um den Neumarkt schöner und sicherer zu machen. Dafür sollen unter anderem neue Ampeln gebaut und die Verkehrsführung geändert werden.
Mehr Sicherheit am Neumarkt durch neue Ampeln
Kölnerinnen und Kölner, die bisher vom Neumarkt in Richtung Schildergasse oder in Richtung St. Aposteln Kirche wollen, müssen entweder die miefige KVB-Unterführung nutzen oder den Umweg über die Ampel auf Höhe der Richmondstraße nehmen – zumindest in der Theorie.
Denn in der Realität sieht es anders aus. Beinahe im Minutentakt überqueren Fußgängerinnen und Fußgänger den dreispurigen Neumarkt und den großen Taxistand, um schneller in Richtung Innenstadt zu gelangen. Doch das ist gefährlich, betont die Stadt Köln.
Darum plant die Verwaltung, zwei neue Ampelanlagen zu installieren und die Überquerung an der Richmodstraße zu überarbeiten. „Neben einer Verbreiterung um ca. zwei Meter auf der Nordseite werden auch sämtliche Fußgängerüberquerungen mit taktilen Leitelementen ausgerüstet“, sagt die Stadt.
- Eine Ampel soll es östlich der Einmündung der Apostelnstraße geben – auf Höhe der Sparkasse.
- Die zweite Ampel soll auf Höhe der beiden Fußgängerzonen Schildergasse und Zeppelinstraße geben.
- Die Ampel an der Richmodstraße soll „durch eine Optimierung der Lage aufgewertet“.
Umgestaltung vom Neumarkt in Köln: Künftig nur noch zwei Fahrspuren?
Doch dafür „muss die Fläche zwischen dem U-Bahnabgang an der Schildergasse und der Balzac-Statue von Rodin umgestaltet und neu strukturiert werden“, so die Stadt. Das hat Auswirkungen auf den Taxistand und die Verkehrsführung.
Der Vorschlag der Stadtverwaltung: Statt drei Fahrbahnen gibt es künftig nur noch zwei. Die freigewordene Fläche soll für den neuen Taxistand genutzt werden.
Aktuell knubbeln sich die Taxis auf Höhe von Starbucks und Five Guys. Das soll sich ändern. Der neue Taxistand soll verkleinert und in Längsaufstellung errichtet werden – auf der ehemaligen dritten Fahrspur. „Zwischen dem Taxistand und dem Radweg wird eine Wartezone für Fahrgäste errichtet. Die übrige gewonnene Fläche wird der Fußgängerzone zugeschlagen und öffnet sie zum Neumarkt hin“, so die Stadt. Statt Platz für 15 Taxis gibt es dann nur noch Platz für 9 Taxis.
Umgestaltung vom Neumarkt in Köln soll bereits 2024 stattfinden
Für die Stadtverwaltung entsteht jedoch dank der Maßnahmen „ein attraktiveres Entrée“ am Neumarkt. Außerdem wurde „ein besonderes Augenmerk auf die Verkehrssicherheit gelegt.“ Losgehen soll es im ersten Quartal 2024. Die Bauzeit beträgt vier Monate.
Doch zunächst muss der Stadtrat den Maßnahmen zustimmen. Das soll in der Sitzung am 15. Juni passieren. Denn die Umbauarbeiten sind teuer. Die Kosten liegen bei voraussichtlich 855.613,52 Euro. (jw)Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © gehapromo/Imago

