Bundestagswahl 2025

Werdohl wählt bei der Bundestagswahl die rechten Parteien

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Stimmenauszählung im Stadtmuseum: Das Wahllokal im Bahnhofsviertel gehörte zu den ersten, die ihre Ergebnisse vorlegten.
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Was sich schon bei der Europawahl im vergangenen abgezeichnet hat, hat sich bei der Bundestagswahl bestätigt: In Werdohl wächst der Anteil der Wähler, die sich für extrem rechte Positionen entscheiden. Die AfD hat in der Stadt an Lenne und Verse nach Zweitstimmen den zweiten Platz erobert. Die SPD spielt in der einstigen roten Hochburg nur noch die dritte Geige.

Werdohl – Die Sozialdemokraten verloren im Vergleich zur Bundestagswahl vor knapp vier Jahren rund ein Drittel ihrer Zweitstimmen. Der Stimmverlust ist damit größer als im Bundesdurchschnitt. In vielen Wahlbezirken fiel die SPD hinter die CDU, vor allem aber hinter die AfD zurück. Schwach schnitt die SPD fast überall dort ab, wo die AfD gute Ergebnisse erzielte: in Pungelscheid und in Eveking ganz besonders, aber auch in Kleinhammer und in einigen Wahlbezirken in der Innenstadt. Das muss bei der Partei von Olaf Scholz sämtliche Alarmglocken schrillen lassen.

Die CDU immerhin löste die SPD als Partei mit den meisten Zweitstimmen im Stadtgebiet ab. Bei der allgemeinen Wechselstimmung in der Bevölkerung war das aber keine Überraschung. Doch auch die Christdemokraten schnitten in einigen Wahlbezirken schlechter ab als die AfD. Beispiele sind das Familienzentrum Gernegroß (AfD: 32,6 Prozent / CDU: 16,5 Prozent), die Turnhalle Eveking (AfD: 40,1 Prozent / CDU: 27,4 Prozent) und das Trauzimmer des Rathauses (AfD: 31,1 Prozent / CDU: 21 Prozent).

Und die FDP? Die Liberalen spielen in der Stadt ihrer einstigen Galionsfigur Wolfram Dorn praktisch keine Rolle mehr. Sie schafften es gerade einmal auf etwas mehr als drei Prozent, was gegenüber der Bundestagswahl 2021 einen Verlust von zwei Dritteln der Zweitstimmen bedeutet. Sogar die Grünen, die normalerweise bei Wahlen in Werdohl keine besondere Rolle spielen, waren mit 5,5 Prozent besser.

Immerhin: Die Wahlbeteiligung ist in Werdohl auf 75,1 Prozent gestiegen. So viele Wähler gab es bei einer Bundestagswahl zuletzt im Jahr 2005 (75,4 Prozent). Dazu passt, dass Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel, die die Wahl in der Stadt Werdohl organisierte, noch eine halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale von großem Andrang berichtete. Anders als in anderen Kommunen hätten aber keine Stimmzettel nachgeliefert werden müssen, sagte sie.

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