- VonJörg Beuningschließen
Auf dem sanierten Stück der B undesstraße 63 wurde besonders haltbarer Asphalt verbaut. Dies ist kein besonders lärmmindernder Asphalt, der aufgrund des starken Verkehrs ohnehin keine Wirkung erzielen würde.
Rhynern – Es ist laut in Rhynern. Seit Jahren beklagen die Bürger den Verkehrslärm. Über die Autobahn 2 und die Bundesstraße 63 rollt rund um die Uhr eine Menge Verkehr – darunter sehr viele Lkw. Leise ist es dagegen geworden in Bezug auf den Widerstand und die Versuche, zumindest lärmmindernde Maßnahmen zu fordern. Die Lokalpolitiker scheinen bei diesem Thema zu resignieren. Die bisherigen, wenn auch oft zaghafte Versuche, ein Tempolimit auf der A2 zu bewirken oder dort gar so genannten Flüsterasphalt einzubauen, wurden von den übergeordneten Behörden abgeschmettert, ob sinnvoll begründet oder nicht.
Längere Haltbarkeit
Nun sahen einige Bürger jüngst eine gute Chance, dass zumindest auf der Bundesstraße 63 dieses besonders schallschluckende Material zu verwendet wird. Passiert ist das nicht. Und das habe gute Gründe, wie Nadia Leihs, Sprecherin von Straßen-NRW erklärt. Hauptgrund sei tatsächlich, dass auf dem sanierten Teilstück der Werler Straße schlichtweg zu viel Verkehr unterwegs ist. „Die vielen Fahrzeuge, darunter viele Lkw, und die häufigen Bremsvorgänge im stockenden Verkehr belasten die Fahrbahndecke“, so Leihs. Und dafür sei der so genannte Flüsterasphalt nicht belastbar genug, er würde schlichtweg eine viel zu kurze Lebensdauer haben.
Der in Rhynern verwendete Splittmastixasphalt habe eine viele längere Haltbarkeit und werde deshalb überwiegend bei so stark belasteten Straßen wie Autobahnen und Bundesstraßen verwendet. Flüsterasphalt hat eine Haltbarkeit von etwa sieben, acht Jahren. Der Splittmastix-Asphalt kann doppelt so lange genutzt werden.
Wirkung erst ab Tempo 50
Hinzu komme, so Leihs, dass der „Flüstereffekt“ des offenporigen Asphalts in diesem Bereich kaum entstehen würde. Die Lärmminderung, indem die vielen Öffnungen im Asphalt den Schall der Reifen zum Teil schlucken, komme erst ab einer Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde zum Tragen. Und wer die Verkehrssituation kennt, weiß wie selten dort schneller als 50 gefahren werden kann. Das einzige Teilstück, wo dies denkbar ist, zwischen Shell-Tankstelle und der Einmündung „Am Weizenkamp“ war nicht Bestandteil der Baumaßnahme.