- VonJörg Beuningschließen
Die Brandserie in Westtünnen nimmt kein Ende. In der Nacht zu Dienstag stand erneut ein Auto in Flammen, nur knapp verhinderte die Feuerwehr das Überschlagen der Flammen auf das benachbarte Wohngebäude.
Westtünnen - Die Westtünner Bürger sind in großer Alarmbereitschaft. Die Angst vor einem Brandstifter geht um. Innerhalb von nur acht Tagen sind der Feuerwehr und Polizei fünf Feuer in Berge und Westtünnen gemeldet worden. Dabei nimmt die Qualität der Ereignisse immer mehr zu.
In der Nacht zu Dienstag stand ein in einem Wohngebiet abgestellter Pkw lichterloh in Flammen. Besonders prekär: Die Flammen wären um ein Haar auf das benachbarte, bewohnte Gebäude übergeschlagen - und das zu nachtschlafender Zeit.
Westtünnen in Angst: Brandstifter schlägt wieder zu
Es ist etwa Viertel nach Eins in der Nacht, als der Hausherr ein seltsames Geräusch im Bereich seiner Hauseinfahrt an der Brehmstraße in Westtünnen vernimmt. Ein Blick aus Fenster lässt ihn aufschrecken. Der Kleinwagen seiner Frau steht in Flammen. Umgehend ruft er die Feuerwehr, die auch aufgrund des kurzen Anfahrtsweges - das Westtünner Spritzenhaus befindet sich nur wenige hundert Meter entfernt - rechtzeitig eintrifft, um ein weiteres Überschlagen der Flammen auf das Wohnhaus zu verhindern.
Wagen nicht mehr zu retten
Der Wagen ist nicht mehr zu retten. Nach dem Löschen steht dort nur noch ein ausgebranntes Wrack. Die Hauswand hat Schäden davongetragen. Die Badezimmerfenster sind zersprungen. Rauch breitet sich aus. Die Hausbewohner kommen zunächst mit dem Schrecken davon. Es bleiben die Gedanken darüber, was hätte passieren können, wenn der Brand nicht so früh bemerkt worden wäre. Wenn der Familienvater nicht noch zufällig wach gewesen wäre.
Der Kleinwagen ist völlig zerstört. Ein Anhänger und ein weiterer Pkw, die ebenfalls in der Einfahrt abgestellt worden sind, sind ebenfalls von der Hitze und den Flammen beschädigt worden. Und auch die Schäden des Hauses müssen begutachtet werden. Die Polizei schätzt die Gesamtschadenssumme auf einen fünfstelligen Betrag.
Polizei stellt klar: Ein Verbrechen
Die Polizei geht von einer schweren Brandstiftung aus. „Es ist noch einmal ein Unterschied, ob Strohballen auf dem freien Feld brennen, oder ob das Hab und Gut von Menschen oder wie in diesem Fall sogar die Gesundheit von Menschen betroffen ist“, sagt Polizeisprecher Hendrik Heine und stellt klar: „Hierbei handelt es sich um ein Verbrechen.“
Noch in der Nacht zum 13. Januar hatten in Westtünnen drei Pkw gebrannt - zwei auf einem Parkstreifen an der Von-Thünen-Straße, ein dritter in einer Garage an der Straße „In der Fuchshöhle“. In den Nächten zuvor, am 11. und 12. Januar, brannten Müllcontainer an der Konrad-Adenauer-Realschule in Berge.
Verstärkt Streifen unterwegs
Die Polizei wird nun noch verstärkter Streife fahren als ohnehin schon, um die Sicherheit der Bürgers Westtünnens zu gewährleisten. Auch die Mithilfe der Einwohner ist dabei gefragt. Sie sollten umgehend die 110 wählen, wenn sie verdächtige Personen sehen. Zudem hofft die Polizei auf Hinweise von Zeugen, die verdächtige Personen in der Nähe des Tatortes von Dienstagnacht oder den anderen Tatzeiten zuvor bemerkt haben.
Die Polizei ist unter der Telefonnummer 02381 916-0 oder per E-Mail an hinweise.hamm@polizei.nrw.de zu erreichen.
