VonHannah Deckeschließen
Erneut macht sich Saharastaub auf den Weg nach Deutschland und könnte in NRW herunterkommen. Autofahrer sollten nach dem Wochenende beim Autowaschen aufpassen.
Hamm - „Es kommt mal wieder eine Portion Saharastaub zu uns nach Deutschland“, sagt Dominik Jung von wetter.net. Der Diplom-Meteorologe erklärt, dass sich die Staubpartikel in der Atmosphäre am Wochenende auf den Weg von Nordafrika über das Mittelmeer nach Deutschland machen. In NRW könne er wohl am Sonntag, 28. April, ankommen. Beim Autowaschen ist also wieder Vorsicht geboten.
Bei Saharastaub handelt es sich um Mineralstaubpartikel aus der Sahara. Das Phänomen ist bei großen Mengen Staub in der Atmosphäre gut sichtbar: „Der Himmel ist dann etwas trüber; hier und da fällt etwas Staub runter oder ein kurzer Schauer wäscht ihn aus.“ Letzteres wird auch Blutregen genannt – und den verteufeln vor allem Autofahrer. Denn wird der Saharastaub aus der Atmosphäre gewaschen, sind Fahrzeuge, aber auch etwa Gartenmöbel mit einer feinen Staubschicht überzogen.
Wieder Saharastaub in NRW: Vorsicht beim Autowaschen
Die vom Himmel fallenden Staubpartikel können den Autolack zerkratzen. Der ADAC empfiehlt grundsätzlich, das Fahrzeug von der Staubschicht zu befreien. „Schmutzige Fenster, Scheinwerfer und Rücklichter können die Sichtbarkeit beeinträchtigen.“ Darüber hinaus könnte sich der Saharastaub in den Lack einbrennen.
Autobesitzer sollten aber beim Waschen vorsichtig sein. Die erste Regel lautet: viel Wasser verwenden. Der ADAC warnt davor, dass die Sandpartikel sonst mit einem Schwamm in den Lack eingearbeitet und Kratzer verursacht werden könnten. Bei der Autowäsche zu Hause besteht jedoch das Problem, dass dies vielerorts nicht erlaubt ist. „Daher ist die Fahrt zu Waschanlage empfehlenswert“, so die Experten vom ADAC. Dabei ist es wichtig, dass eine Vorwäsche durchgeführt wird.
Wer sein Auto zu Hause vom Saharastaub befreien möchte, sollte unbedingt nacharbeiten. Der ADAC empfiehlt, die sonst verdeckten Blechflächen mit einem gut durchfeuchteten Lappen bei offenen Türen und Klappen zu reinigen und den Lappen oft zu reinigen, „damit der Staub nicht weitergetragen wird“.
Autowäsche nach Saharastaub: Innenraum und Pollenfilter nicht vergessen
Auch der Innenraum des Autos sollte nicht vernachlässigt werden. Ein Wisch über das Armaturenbrett zeigt sofort, ob sich die Staubpartikel auch innen abgesetzt haben. Wenn der Lappen beim ersten Wisch sofort gelb wird, sollten Autobesitzer handeln. Der ADAC rät: „Zuerst aussaugen, wo es geht, dann die Oberflächen mit einem feuchten Lappen oder einem für den Innenraum geeigneten Reinigungsmittel säubern.“
Zum Schluss sollte der Pollenfilter, also der Innenraumfilter, überprüft werden. Wenn dieser schon länger nicht mehr gewechselt wurde und nun zusätzlichen Saharastaub abbekommen hat, sollte er ausgetauscht werden. Andernfalls entlädt er seine Last in den Innenraum.
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