Wetterlage in NRW „extrem ungewöhnlich“ – Experte blickt mit Sorge auf April-Prognose
VonHannah Decke
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Laut Prognosen erwartet die Menschen in NRW im April ein Wetter, das Experte Dominik Jung als „extrem ungewöhnlich“ bezeichnet.
Hamm - „April, April, der macht, was er will“ – so lautet eine bekannte Bauernregel, die das launische Wetter im vierten Monat des Jahres beschreibt. Und vor wenigen Tagen zeigte sich die Unberechenbarkeit des April-Wetters sogar in den Prognosen: Die zwei führenden Modelle zeigten für das erste Aprilwochenende völlig unterschiedliche Szenarien. Inzwischen scheinen sich die Vorhersage anzugleichen. Die Richtung ist wohl recht eindeutig. Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net ist besorgt.
Experte blickt mit Sorge auf April-Prognose – Wetterlage in NRW „extrem ungewöhnlich“
Während der März in NRW stürmisch, grau und mit einigen Regenschauern zu Ende geht, blicken die Meteorologen mit Spannung auf den April. Nachdem sich die Wettermodelle zuletzt noch nicht einig waren, wie der Start in den neuen Monat aussehen wird, ist inzwischen in den Vorhersagen fast einstimmig die Rede von einem stabilen Hochdruckmuster – mit viel Sonne und trockener Luft auf unbestimmte Zeit.
Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW
Konkret blickt Dominik Jung in einem seiner Wettervideos vom 29. März auf Dortmund. Die Prognosen bis zum 13. April seien recht eindeutig: „Alles steigt an. Regen ist kaum noch zu sehen.“ Man müsse sich auf zehn bis 14 Tage trockenes Wetter einstellen. Die Niederschlagssignale seien verschwindend gering. „Solche stabilen Wetterlagen mit wochenlanger Trockenheit und frühsommerlicher Wärme sind für diese Jahreszeit extrem ungewöhnlich“, so Dominik Jung. Die April-Prognose werde „immer schlimmer“, sagt der Meteorologe. Die Temperaturen steigen laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) am ersten April-Wochenende auf bis zu 20 Grad – danach könnte es noch wärmer werden.
Meteorologe alarmiert: „Es droht eine erneute Dürreperiode“
Manch einer wird sich über die Prognose für NRW freuen. Hohe Temperaturen und viel Sonne – das schreit nach ersten Grillabenden und dem ein oder anderen Getränk im Biergarten. Doch Dominik Jung sieht die Prognosen besonders für die Landwirtschaft als ein schlechtes Zeichen. „Ohne ausgleichende Niederschläge in der ersten Frühjahrshälfte drohe eine erneute Dürreperiode. Das gab es zuletzt in den Jahren 2018 und 2019, als der Frühling nahtlos in einen heißen, trockenen Sommer überging – mit massiven Auswirkungen auf Böden, Ernten und Wasserversorgung“, erklärt der Wetter-Experte.
Ein Blick auf den Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass der Boden in einigen Teilen von NRW bereits jetzt sehr trocken ist: