Schluss mit milden Temperaturen

Lage stellt sich „deutlich um“: Wetterwechsel mit Frost und Gewittern in NRW

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Lange war NRW gefangen in der Omega-Wetterlage. Das bedeutete: kaum Regen, viel Sonne. Doch Meteorologen kündigen einen Wetterwechsel an. Frost und Gewitter sind möglich.

Update vom 21. Mai, 12.45 Uhr: NRW steht vor einem Wetterwechsel. Laut Deutschem Wetterdienst zieht eine Kaltfront von Nordwesten auf, die allmählich wieder kühlere Luft nach Nordrhein-Westfalen führt. „Am Donnerstag wird es am Rande eines Tiefdruckgebietes über der Ostsee zunehmend windig und kühl“, so die Wetter-Experten. Für NRW bedeutet das konkret, dass die Höchstwerte nur noch bei 13 bis 17 Grad liegen, in Hochlagen sogar nur bei um die 10 Grad.

Es soll zunächst stark, am Nachmittag dann wechselnd bewölkt werden. Von Norden kommend, ziehen einzelne Schauer übers Land. Und es wird windig. Laut DWD kommt mäßiger, teils frischer Nordwestwind auf. Vor allem in der Nord- und Nordosthälfte sowie im Bergland seien auch einzelne starke, exponiert stürmische Böen möglich. In der Nacht zu Freitag, 23. Mai, liegen die Tiefstwerte zwischen 6 und 2 Grad. Im Bergland wird es teils frostig um die 0 Grad. Dann ist laut den Meteorologen örtlich leichter Frost in Bodennähe möglich.

Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW

Orkantief Kyrill NRW Wilmsdorf Wald
In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 fegte der Orkan Kyrill mit mehr als 180 km/h über Deutschland hinweg. Auf dem Kindelsberg bei Kreuztal wurden Windgeschwindigkeiten bis 205 km/h gemessen. Elf Menschen starben in Folge des Orkans, sechs davon in NRW. Die Opfer kamen bei Aufräumarbeiten in den betroffenen Wäldern ums Leben. Denn Kyrill richtete Schäden in Milliardenhöhe an. In NRW wurde vor allem in den Wäldern im Sauerland und Siegerland (Foto) die Kraft des Orkans deutlich.  © Bernd Thissen/dpa
Sturmschäden nach dem Orkan Kyrill im Jahr 2007, Meinerzhagen
Nach Angaben der NRW-Landesregierung belief sich der Schaden im Wald auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Dieses Foto wurde in Meinerzhagen im Sauerland aufgenommen. © IMAGO/imageBROKER/Heinz-Dieter Falkens
Baum ist auf ein parkendes Auto gestürzt, Schäden durch das Sturmtief Ela am 09.06.2014
An Pfingsten 2014 überzog das Sturmtief Ela vor allem Nordrhein-Westfalen. Es traten in einem Streifen vom Rheinland bis ins Ruhrgebiet Böen bis Orkanstärke auf, die zusammen mit einem großen Gewitterkomplex auftraten. © IMAGO / blickwinkel
Sturmschäden im Schellenberger Wald oberhalb des Baldeneysee verursacht nach einem schweren Sturm
Am 9. Juni (Pfingstmontag) kamen zwischen 20 und 23 Uhr in Düsseldorf, Essen, Köln und Krefeld insgesamt sechs Menschen ums Leben. In ganz NRW gab es über 60 Verletzte, 30 davon schwer. Bei der Deutschen Bahn waren die Schäden nach eigenen Angaben deutlich stärker als bei Kyrill. Ein Festival in Essen musste evakuiert werden.  © IMAGO / Jochen Tack
Orkan "Friederike" hat in den Wäldern Nordrhein-Westfalens gewütet.
Wieder zu Todesopfern kam es im Jahr 2018 beim Orkan Friederike. NRW war am 18. Januar das erste und auch am stärksten betroffene Bundesland. In Emmerich wurde ein Mann von einem Baum erschlagen. In Lippstadt starb ein Lkw-Fahrer bei einem Unfall, in Sundern ein Feuerwehrmann im Einsatz. In Duisburg wurde Sirenenalarm ausgelöst.  © Arnulf Stoffel/dpa
Entwurzelte Bäume liegen in Bochum im Weitmarer Holz. Der Sturm Friederike hatte die Bäume entwurzelt.
Die Bevölkerung sollte sichere Räume aufsuchen. Auch die Wälder wurden wieder stark zerstört, wie hier in Bochum im Weitmarer Holz. © IMAGO / Funke Foto Services
Die Erde im Flussbett des Rheins ist aufgrund der Dürre ausgetrocknet und aufgerissen.
Das Jahr 2018 war laut Deutschem Wetterdienst das bis dato wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Vom April bis in den Oktober war es in Deutschland außergewöhnlich trocken und heiß. Selbst am 13. Oktober wurden in Tönisvorst in NRW noch 28,6 Grad erreicht. © Christophe Gateau/dpa
Biggesee Biggetalsperre der Pegel Wasserstand hat nach den letzten trockenen Monaten stark abgenommen
Flächendeckend wurden neue Rekorde aufgestellt. In 9 der 15 größten deutschen Flüsse herrschte sehr lange extremes Niedrigwasser. © IMAGO / Rene Traut
Schnee-Chaos auf A2 in NRW
Im Februar 2021, mitten im Corona-Lockdown, wurde NRW regelrecht eingeschneit. Zudem sanken die Temperaturen in den zweistelligen Minusbereich. Auf der A2 bei Bielefeld war der Verkehr in der Nacht im Schnee-Chaos zum Stillstand gekommen. Autofahrer und Lkw-Fahrer mussten bei klirrender Kälte die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen. Rund um Bielefeld bildeten sich zwischenzeitlich mehr als 70 Kilometer Stau. © Festim Beqiri
Februar 2021: Rodeln am Kaiserberg in Duisburg
Selbst im Ruhrgebiet fiel so viel Schnee, dass gerodelt werden konnte – wie hier am Kaiserberg in Duisburg. © IMAGO / Funke Foto Services
Verwüstung und Tote: Die Flutkatastrophe im Juli 2021 in NRW
Die Jahrhundertflut im Sommer 2021 forderte in NRW 49 Todesopfer. Es gab zudem Dutzende Verletzte, unzählige Menschen wurden traumatisiert und verloren alles. Die Schäden werden auf 13 Milliarden Euro geschätzt. Es gab historische Höchststände bei den Flüssen und Bächen in NRW.  © David Young/dpa
Flut im Sommer 2021 in Hagen, 14. Juli
Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen und auch eine Justizvollzugsanstalt mussten geräumt werden. Gemessen an der Opferzahl war das Hochwasser 2021 die schwerste Naturkatastrophe in Deutschland seit der Sturmflut im Jahr 1962. © IMAGO / Kirchner-Media
14.07.2021, Hagen, Deutschland, - PKW schwimmt in den Sturzfluten
Zunächst hatte es Hagen und das Sauerland getroffen. ©  IMAGO / Marius Schwarz
Flutkatastrophe, NRW, Aufräumarbeiten in Bad Münstereifel
Danach den Kreis Euskirchen. ©  IMAGO / Xinhua
Flut 2021: In Erftstadt-Blessem (NRW) sind Häuser massiv unterspült worden und einige eingestürzt oder in eine nahe Kiesgrube gestürzt.
Und Erftstadt, insbesondere die Ortschaft Blessem. ©  IMAGO / Future Image
Eine Kirche in Lippstadt-Hellinghausen ist durch den Tornado abdeckt worden. Der komplette Turmhelm wurde herunter gerissen.
Abgedeckte Dächer, entwurzelte Bäume, vollkommen zerstörte Autos: Gleich drei Tornados fegten im Mai 2022 durch NRW. In Lippstadt waren binnen Minuten Teile der Innenstadt verwüstet. An einer Kirche stürzte der gesamte Dachstuhl des Turms in die Tiefe. Kurz darauf traf ein zweiter Tornado auf Paderborn. Er war noch verheerender als der erste. Es gab 43 Verletzte. Ein dritter Tornado fegte an diesem Tag durch Höxter.  © Daniel Schröder
Dürre Sommer 2022 Rhein Düsseldorf
Der Sommer 2022 war in Europa erschreckend trocken. Es war überdurchschnittlich warm, und es gab unterdurchschnittliche Regenmengen. Es war zudem der heißeste Sommer in Europa seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. In NRW wurden am 19. Juli Temperaturen über 38 Grad gemessen. In einigen Regionen fielen die Pegel von Gewässern auf sehr niedrige Werte ab. Am 16. August fiel der Pegelstand des Rheins in Emmerich erstmals auf null und lag zwischenzeitlich noch darunter.  © Federico Gambarini/dpa
Mai 2024: Tornado über Hagen richtet Schäden an
Im Mai 2024 richtet ein Tornado in Hagen enorme Schäden an. Der Wirbelsturm feht am Nachmittag über die Stadt hinweg, deckt Dächer ab und entwurzelt Bäume. © IMAGO/EinsatzReport24

Am Freitag wird es dann noch einmal etwas kühler bei Höchstwerten zwischen 9 und 16 Grad. Im Nordosten von NRW sind laut DWD einzelne Gewitter mit kleinkörnigem Hagel und stürmischen Böen „gering wahrscheinlich“. Im Südwesten des Landes bleibt es jedoch überwiegend trocken. Die Nacht zu Samstag wird im Bergland wieder frostig kalt, bevor die Temperaturen am Wochenende wieder nach oben klettern. Allerdings steigt damit auch die Regenwahrscheinlichkeit in NRW. Die Dürre-Phase scheint zu Ende zu gehen.

Wetterwechsel in NRW steht bevor – Lage stellt sich „deutlich um“

[Erstmeldung] Hamm - „Stabile Hochdrucklagen mit nur wenigen Unterbrechungen prägten das Wettergeschehen in den letzten Wochen“, schildern die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Die meisten Menschen werden sich wohl über das Wetter mit wenig Regen in jüngster Vergangenheit nicht beschweren. In NRW sorgte ein Hochdruckgebiet zuletzt für fast wolkenfreien Himmel und milde Temperaturen. Doch damit könnte bald Schluss sein.

Laut DWD stellt sich die Wetterlage ab Mittwoch, 21. Mai, „langsam aber sicher deutlich um“. Zunächst betreffe dies den Süden von Deutschland, der in den Einflussbereich mehrere Höhentiefs über West- und Südeuropa gerate. „Die einfließende feuchte Luft wird zunehmend gehoben und es bilden sich vermehrt Schauer und Gewitter“, erklärten die Meteorologen. Die Schauer und Gewitter würden sich nur sehr langsam verlagern. Die Folge: Starkregen.

„Über Norddeutschland verstärkt sich der Druckgradient durch ein Tief über Südskandinavien“, so die DWD-Experten. Für NRW lautet die Prognose am Donnerstag, 22. Mai: wechselnd, zeitweise auch stark bewölkt mit einzelnen Schauern. Und es wird „deutlich kühler“, sagen die Meteorologen. Die Höchstwerte liegen am Donnerstag in NRW bei 13 bis 17 Grad, in Hochlagen werden maximal 10 Grad erreicht. In der Nacht zu Freitag könnte es im Bergland maximal 1 Grad warm werden. Örtlich ist demnach leichter Bodenfrost möglich – und das nach den Eisheiligen.

„Am Freitag wird temperaturtechnisch die Talsohle diese Woche erreicht“, erklären die DWD-Experten. „Ein kräftiger Westwind lässt damit einen eher herbstlichen als frühlingshaften Eindruck entstehen.“ Und so soll es auch am Wochenende weitergehen, allerdings wieder mit leicht höheren Temperaturen. „Wiederholt fällt Regen, sodass die Trockenheit doch insgesamt gemindert werden sollte. Auch im weiteren Verlauf deutet sich an, dass immer wieder Tiefdruckgebiete vom Atlantik her mit ihren Ausläufern auf Mitteleuropa übergreifen, was wiederholte und nennenswerte Regenfälle zur Folge hätte“, so der DWD.

Kaum Regen in NRW: „De facto eine Naturkatastrophe“

Für die Natur wäre dies mehr als wünschenswert. „Was wir derzeit erleben, ist zwar schönes Wetter und Sonnenschein, aber de facto ist es eine Naturkatastrophe, weil wir kein Wasser haben“, sagte der neue Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) bei einem Termin am Rhein in Bonn. Er zeigte sich angesichts sinkender Fluss-Wasserstände besorgt. „Dieses Niedrigwasser im Mai ist vollkommen ungewöhnlich. Es zeigen sich hier die Auswirkungen des Klimawandels.“ Niedrigwasser habe negative Folgen für die Flora und Fauna wie auch für die Binnenschifffahrt. Er werde ein Klimaanpassungsprogramm erarbeiten, das solche Maßnahmen bei der Haushaltsanmeldung einbeziehe.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Gottfried Czepluch

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