Lage stellt sich „deutlich um“: Wetterwechsel mit Frost und Gewittern in NRW
VonHannah Decke
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Lange war NRW gefangen in der Omega-Wetterlage. Das bedeutete: kaum Regen, viel Sonne. Doch Meteorologen kündigen einen Wetterwechsel an. Frost und Gewitter sind möglich.
Update vom 21. Mai, 12.45 Uhr: NRW steht vor einem Wetterwechsel. Laut Deutschem Wetterdienst zieht eine Kaltfront von Nordwesten auf, die allmählich wieder kühlere Luft nach Nordrhein-Westfalen führt. „Am Donnerstag wird es am Rande eines Tiefdruckgebietes über der Ostsee zunehmend windig und kühl“, so die Wetter-Experten. Für NRW bedeutet das konkret, dass die Höchstwerte nur noch bei 13 bis 17 Grad liegen, in Hochlagen sogar nur bei um die 10 Grad.
Es soll zunächst stark, am Nachmittag dann wechselnd bewölkt werden. Von Norden kommend, ziehen einzelne Schauer übers Land. Und es wird windig. Laut DWD kommt mäßiger, teils frischer Nordwestwind auf. Vor allem in der Nord- und Nordosthälfte sowie im Bergland seien auch einzelne starke, exponiert stürmische Böen möglich. In der Nacht zu Freitag, 23. Mai, liegen die Tiefstwerte zwischen 6 und 2 Grad. Im Bergland wird es teils frostig um die 0 Grad. Dann ist laut den Meteorologen örtlich leichter Frost in Bodennähe möglich.
Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW
Am Freitag wird es dann noch einmal etwas kühler bei Höchstwerten zwischen 9 und 16 Grad. Im Nordosten von NRW sind laut DWD einzelne Gewitter mit kleinkörnigem Hagel und stürmischen Böen „gering wahrscheinlich“. Im Südwesten des Landes bleibt es jedoch überwiegend trocken. Die Nacht zu Samstag wird im Bergland wieder frostig kalt, bevor die Temperaturen am Wochenende wieder nach oben klettern. Allerdings steigt damit auch die Regenwahrscheinlichkeit in NRW. Die Dürre-Phase scheint zu Ende zu gehen.
Wetterwechsel in NRW steht bevor – Lage stellt sich „deutlich um“
[Erstmeldung] Hamm - „Stabile Hochdrucklagen mit nur wenigen Unterbrechungen prägten das Wettergeschehen in den letzten Wochen“, schildern die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Die meisten Menschen werden sich wohl über das Wetter mit wenig Regen in jüngster Vergangenheit nicht beschweren. In NRW sorgte ein Hochdruckgebiet zuletzt für fast wolkenfreien Himmel und milde Temperaturen. Doch damit könnte bald Schluss sein.
Laut DWD stellt sich die Wetterlage ab Mittwoch, 21. Mai, „langsam aber sicher deutlich um“. Zunächst betreffe dies den Süden von Deutschland, der in den Einflussbereich mehrere Höhentiefs über West- und Südeuropa gerate. „Die einfließende feuchte Luft wird zunehmend gehoben und es bilden sich vermehrt Schauer und Gewitter“, erklärten die Meteorologen. Die Schauer und Gewitter würden sich nur sehr langsam verlagern. Die Folge: Starkregen.
„Über Norddeutschland verstärkt sich der Druckgradient durch ein Tief über Südskandinavien“, so die DWD-Experten. Für NRW lautet die Prognose am Donnerstag, 22. Mai: wechselnd, zeitweise auch stark bewölkt mit einzelnen Schauern. Und es wird „deutlich kühler“, sagen die Meteorologen. Die Höchstwerte liegen am Donnerstag in NRW bei 13 bis 17 Grad, in Hochlagen werden maximal 10 Grad erreicht. In der Nacht zu Freitag könnte es im Bergland maximal 1 Grad warm werden. Örtlich ist demnach leichter Bodenfrost möglich – und das nach den Eisheiligen.
„Am Freitag wird temperaturtechnisch die Talsohle diese Woche erreicht“, erklären die DWD-Experten. „Ein kräftiger Westwind lässt damit einen eher herbstlichen als frühlingshaften Eindruck entstehen.“ Und so soll es auch am Wochenende weitergehen, allerdings wieder mit leicht höheren Temperaturen. „Wiederholt fällt Regen, sodass die Trockenheit doch insgesamt gemindert werden sollte. Auch im weiteren Verlauf deutet sich an, dass immer wieder Tiefdruckgebiete vom Atlantik her mit ihren Ausläufern auf Mitteleuropa übergreifen, was wiederholte und nennenswerte Regenfälle zur Folge hätte“, so der DWD.
Kaum Regen in NRW: „De facto eine Naturkatastrophe“
Für die Natur wäre dies mehr als wünschenswert. „Was wir derzeit erleben, ist zwar schönes Wetter und Sonnenschein, aber de facto ist es eine Naturkatastrophe, weil wir kein Wasser haben“, sagte der neue Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) bei einem Termin am Rhein in Bonn. Er zeigte sich angesichts sinkender Fluss-Wasserstände besorgt. „Dieses Niedrigwasser im Mai ist vollkommen ungewöhnlich. Es zeigen sich hier die Auswirkungen des Klimawandels.“ Niedrigwasser habe negative Folgen für die Flora und Fauna wie auch für die Binnenschifffahrt. Er werde ein Klimaanpassungsprogramm erarbeiten, das solche Maßnahmen bei der Haushaltsanmeldung einbeziehe.