- VonUta Müllerschließen
Ein neues Windrad in Mawicke steht jetzt, das zweite soll bald schon folgen. Bis die in Betrieb gehen, müssen die Investoren aber noch ein paar Monate warten.
Werl – Die Hardware steht, jetzt folgt die Software. Jüngst wurden die Rotorblätter an dem ersten neuen Windrad in Mawicke montiert.
Für das Unternehmen SL Windenergie, das die Windräder betreibt, ist dieser Schritt jedes Mal ein besonderer. „Die Montage der Rotorblätter ist nach wie vor der Höhepunkt für uns, da sie quasi die Krönung des gesamten Bauwerks ist“, sagt Unternehmenssprecherin Stefanie Flam. Für das Unternehmen sei es immer noch nicht zur Routine geworden: „Mit Ankunft der Blatt-Transporte steigt jedes Mal erneut die Spannung.“
Wind eine der größten Herausforderungen
„Das Einfädeln der Bolzen in die vorgegebenen Bohrungen der Nabe ist der schwierigste Teil“, so Stefanie Flam. Vom Boden betrachtet, mutet dies für den Außenstehenden wie das Einfädeln eines Fadens in ein Nadelöhr an. Allerdings werden an der Windrad-Baustelle 28 Tonnen auf einer Nabenhöhe von 165 Metern bewegt. „Vier Bolzen über den Umfang verteilt (4x90˚) sind länger und dienen als Führungsbolzen zum genauen Ausrichten der Blattwurzel.“ Bei dieser Millimeterarbeit in Zeitlupentempo kommunizieren Mitarbeiter aus der Nabe heraus über Funk mit dem Kranführer.
Der Wind sei eine der größten Herausforderungen, „je größer und höher die Bauteile sind, umso windanfälliger sind sie. Wenn die Anlagen in Betrieb sind, freuen wir uns natürlich über viel Wind“, sagt sie. Deshalb können diese Bauabschnitte auch nur bei dafür geeigneten Witterungsverhältnissen ausgeführt werden.
Der Windradbau unterscheidet zwischen Stern- und Einzelmontage. Bei der Sternmontage wird der Rotor am Boden vormontiert und dann als Ganzes in luftiger Höhe an die Gondel angebracht. Wofür man sich entscheide, „richtet sich nach der Größe und dem Gewicht der Rotorblätter“, sagt Flam, „beide Verfahren sind auf ihre eigene Weise kompliziert.“
In Mawicke hat man sich aus den angeführten Gründen für die Einzelmontage entschieden. Die Windräder sind bis zur Rotorspitze 250 Meter hoch. Der Rotor hat einen Durchmesser von 150 Metern.
12.000 Haushalte sollen versorgt werden
Zur Zeit wird der Schwerlastkran umgesetzt zum rund 500 Meter entfernten zweiten Windrad. Dort werden in den nächsten Tagen ebenfalls die zum Turm des Windrads gehörenden Stahlsektionen, Nabe und Gondel und zuletzt die Rotorblätter montiert. Danach folgen Feinabstimmungen für den kontinuierlichen Betrieb. Das Unternehmen geht davon aus, dass dies ab Februar 2024 zu realisieren ist.
Mit einer Gesamtleistung von über zwölf Megawatt produzieren die neuen Windräder jährlich rund 34 Millionen Kilowattstunden, mit denen etwa 12 .000 Haushalte versorgt werden können. Das Unternehmen bietet für diese Windräder eine Bürgerbeteiligung an. Beobachter werden dann noch einige Bautätigkeiten wahrnehmen. Die fünf rund 20 Jahre alten Anlagen werden zurückgebaut. Dazu hat das Unternehmen sechs Monate Zeit. Die neuen Anlagen produzieren doppelt so viel Strom wie die alten.
