Winterstrahlen

In der Ruhe liegt die Stadt: Winterstrahlen 2024 ein Gegensatz zur Kirmes – alle Infos

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Ein Hingucker: die in Wechselfarben leuchtenden Container auf dem Vreithof vor der Kulisse der historischen Fachwerkhäuser. Die Leuchtstoffröhren im Innern werden per Funk kabellos gesteuert.
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Es ist die Antithese zur Allerheiligenkirmes: Wenn das „Winterstrahlen“ Soest einnimmt, ist es still. Es gibt viel zu sehen – und wenig zu hören.

Soest – Es ist ein allgegenwärtiger Kontrast zur Allerheiligenkirmes: Zu hören ist nämlich nahezu nichts, bis auf das Rauschen des frischen Windes, das Rascheln der Winterjacken und die Schritte von Passanten. Und wenn beim Bummeln über die Soester Altstadtkirmes ein Hund bellt, geht das „Wau Wau“ im lauten Trubel in und um die Fahrgeschäfte einfach unter. Das ist derzeit ganz anders: Jedes kläffen ist zu hören. Das „Winterstrahlen“ ist nämlich eine „stille Veranstaltung.“

Winterstrahlen 2024: „Hinters Licht“ geführt

So beschreibt es Michael Schiewe. Er ist Leiter des Veranstaltungsbüros bei der Wirtschaft und Marketing Soest GmbH. Zusammen mit Hubertus Neuhaus, dem Geschäftsführer der „Auf den Punkt Veranstaltungstechnik GmbH“ aus Soest, die die Illuminationen verantwortet, hatte Michael Schiewe am Dienstag und Donnerstag interessierte Besucher durch die Altstadt geführt. Und Schiewe und Neuhaus führten die Teilnehmer „hinters Licht“ – natürlich nur im übertragenen Sinne: denn sie erklärten Hintergründe zum Winterstrahlen, das nach 2019 und 2020 jetzt zum dritten Mal in Soest stattfindet.

An die Mauern des St.-Patrokli-Doms wird während des Winterstrahlens auch „Die Geschichte des Lichtes“ gestrahlt. Von der Fackel geht es in der lesbaren Präsentation bis hin zu der heute üblichen LED-Beleuchtung.

Die einzelnen Illuminationen waren in jedem Jahr neue – und sind es dieses Jahr auch, bis auf den Mond: Der Erdtrabant ist seinem Mutterplaneten in der Brüderstraße auch dieses Jahr zum wiederholten Mal ganz nah, wenn auch „nur“ in Form eines groß geratenen mit Luft gefüllten Balls.

Vor dem Lichtkreis auf dem Petrikirchhof, dessen Lichtstrahlen bis hoch in den Himmel reichen, erläutert Michael Schiewe, was es mit den überdimensionalen Wohnzimmerlampen (rechts) auf sich hat.

Die Illuminationen

Neu sind unter anderem die an Stehlampen erinnernden „Oma-Laternen“, die die Fußgängerzone schmücken. Die aus Fahnenstoff hergestellten Laternenüberzüge sind sehr leicht – und fielen dem Wind bereits einige Male zum Opfer, sodass sie wieder angebracht werden mussten. Und auch die Wasser-Container auf dem Vreithof sind eine Neuheit – und bestes Beispiel dafür, wie mit Licht sogar simple Gebrauchsgegenstände zur Attraktion gemacht werden können, erklärt Neuhaus. Eine weitere Attraktion, die bekanntlich auch Diebe in den Garten der Teichsmühle lockte: die leuchtenden Schafe. Gleich nach dem Eröffnungsabend des Winterstrahlens am Freitag, 16. Februar, hatten Unbekannte vier Schafe aus der „Herde“ mitgenommen. Bis jetzt sind die lebensgroßen Lichtinstallationen noch nicht wieder aufgetaucht. „Das nehme ich persönlich“, sagt Schiewe – und hofft, dass sich die Täter bis zum Ende des Winterstrahlens finden werden.

Die Technik hinter den Kulissen, die den reibungslosen Ablauf aller Illuminationen möglich macht, findet in einem Anhänger Platz.

Das dritte Mal Winterstrahlen: Alle Infos

Noch bis Sonntag, 25. Februar, geht das „Winterstrahlen“ in Soest. Am Freitag, 23. Februar, lohnt sich der Besuch der Soester Altstadt laut Veranstalter „gleich doppelt“, denn dann haben die Geschäfte im Rahmen des sogenannten „Moonlight-Shoppings“ bis 22 Uhr geöffnet. Außerdem lädt die Veranstaltung „Guerilla Lighting“ ein. Um 19.30 Uhr treffen sich vor der Teichsmühle Interessierte, um Gebäude im öffentlichen Raum kurzzeitig zu beleuchten und damit in ein neues Licht zu tauchen. Jeder Teilnehmer bekommt dafür eine eigene Leuchte in die Hand gedrückt. Der Eintritt ist frei. Zusätzlich finden die täglichen „Lichtshows“ auf dem Petrikirchhof von Freitag bis Sonntag jeden Abend sowohl um 21.45 Uhr statt, als auch „familienfreundlicher“ um 19 Uhr.

Alle Infos zum Winterstrahlen: Wo das Leuchten zu sehen ist

Das Winterstrahlen geht bis einschließlich Sonntag, 25. Februar – und hält bis dahin noch so einiges bereit (siehe Infokasten). Illuminationen gibt es zu sehen auf dem Vreithof, dem Domplatz, im Theodor-Heuss-Park, im Garten der Teichsmühle, in der Brüderstraße, auf dem nördlichen Petrikirchhof, in der Markstraße sowie vor der Stadtbücherei. Die Illuminationen beginnen jeweils mit Einbruch der Dunkelheit gegen 17 Uhr und dauern bis 22 Uhr. Alle illuminierten Plätze sind kostenlos begehbar. Ob das Winterstrahlen auch im kommenden Jahr stattfinden wird, ist wegen der aktuellen Haushaltslage der Stadt noch unklar, sagt Schiewe. Die Kosten für das Winterstrahlen belaufen sich seiner Aussage zufolge immerhin auf einen fünfstelligen Betrag.

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