Ein Besuch

Wochenmarkt in Hamm: Großeinkauf nur am Samstag

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Klaus Berendes verkauft Obst und Gemüse auf dem Hammer Wochenmarkt.
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Wenn die Markthändler am Samstagmittag ihre Stände rund um die Pauluskirche wieder abbauen, liegt vermutlich einer der besseren Markttage hinter ihnen. Samstage laufen nach wie vor gut, mit den Umsätzen ist man zufrieden. An Dienstagen und Donnerstagen sieht das mitunter ganz anders aus; da grübelt so mancher Händler, ob der Einsatz sich noch lohnt. Ein Besuch auf dem Wochenmarkt.

Hamm – Die Zahlen klingen dramatisch: Mehr als zehn Prozent Umsatz haben die Wochenmärkte in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr verloren. Zum Vergleich: Im gesamten Einzelhandel waren es 3,3 Prozent. Das treffe natürlich auch die Händler auf dem Hammer Wochenmarkt, sagt Klaus Berendes, der dort einen großen Obst- und Gemüsestand betreibt. Die Gründe seien wohl dieselben wie im ganzen Land: gestiegene Lebensmittelpreise, günstige und breit gefächerte Angebote der Discounter sowie höhere Löhne – die er seinen Leuten natürlich auch gönne.

Dienstage laufen schlecht

Aber der Umsatzrückgang sei nicht gleichmäßig verteilt, sondern treffe vor allem die normalen Wochentage, sagt Berendes. Das sieht auch sein Kollege und Mitbewerber Andreas Kraienhemke so. Der hat sich mit seinem Stand vom Dienstagstermin längst zurückgezogen. Donnerstags ist er noch da. Und stellt fest, dass tendenziell eher kleinere Mengen gekauft werden, vielleicht ein paar Möhren und ein Brokkoli fürs Mittagessen.

Dafür gebe es Samstag immer noch den großen Wochenendeinkauf, sagt Kraienhemke. Das sei auf dem Markt genauso wie in seinem Bockum-Höveler Hofladen. Man passe sich den veränderten Einkaufsgewohnheiten eben an und sei auch insgesamt „ganz zufrieden“.

Steckrüben und Rote Beete

Immerhin sieht der 29-jährige Landwirt auch Möglichkeiten, von veränderten Publikumswünschen zu profitieren. „Steckrüben und Rote Beete war früher Arme-Leute-Essen“, sagt er. Jetzt ist das Gemüse wieder populär und verkauft sich. Auch das Suppengrün ist zurück: Und wenn er Möhren, Petersilie, Sellerie und Steckrübe zusammenbinde, verkaufe er fünfmal soviel davon.

Am Dienstag habe sich der Aufwand trotzdem nicht gelohnt, sagt Kraienhemke. Und erzählt, dass allein der Aufbau des Standes eineinhalb bis zwei Stunden dauere. Peter Viertmann ist deshalb der einzige, der jetzt noch dienstags Obst und Gemüse verkauft. Die Situation sei da schon schwierig, sagt Viertmann. Aber man versuche, das Beste daraus zu machen.

Aktionen und Kindergärten

Mit kleinen Aktionen auf dem Wochenmarkt und Programmen für Kindergärten wollten die Händler auf sich aufmerksam machen, sagt Viertmann. Mit der Stadt und der Impuls-Agentur arbeite man da inzwischen gut zusammen. Das war nicht immer so. Dass sie den Marktplatz regelmäßig für Veranstaltungen räumen mussten, gefiel den Händlern nie. Seit 2023 gibt es einen Kompromiss: Nur für Stuniken- und Weihnachtsmarkt muss der Wochenmarkt noch weichen.

Deshalb ist die Stimmung der Händler gar nicht so schlecht – zumal die umsatzstarken Samstage vor der Tür stehen: „Unsere Zeit kommt jetzt“, sagt Berendes. „Mit Spargel und Erdbeeren. Die kauft man eben auf dem Markt.“

Die Öffnungszeiten

Der Wochenmarkt: Dienstags und donnerstags 8 bis 13 Uhr, samstags 8 bis 14 Uhr auf dem Marktplatz.

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