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Teure Preise und kein Wohnraum: Der Wohnungsmarkt in Dortmund ist 2023 äußerst angespannt. Ein Bericht zeigt jetzt, wie drastisch die Situation ist.
Dortmund – Diese Entwicklung ist für viele kein Geheimnis mehr: Das Wohnen in Dortmund wird teurer und die Wohnungen sind rar gesät. Der Wohnungsmarktbericht 2023 bestätigt jetzt die Tendenzen. RUHR24 berichtet über die erschreckende Dynamik und eine heftige Prognose.
Wohnen in Dortmund 2023: „Zunehmend schwieriger, eine passende und bezahlbare Wohnung zu finden.“
„Für Wohnungssuchende wird es zunehmend schwieriger, eine passende und gleichzeitig bezahlbare Wohnung zu finden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Dortmund zum Wohnungsmarktbericht 2023. Das läge unter anderem an der niedrigen Leerstandsquote von 1,7 Prozent (2022).
Im Vergleich zum Vorjahr (2021) sei diese nochmal um 0,3 Prozentpunkte gesunken. Zu wenige Wohnungen in Dortmund und eine hohe Nachfrage führen dann zum nächsten Problem – dem Preis.
Laut Bericht ist der Mietpreismedian sowohl für Bestands-, als auch für Neubauwohnungen gestiegen. Der Zentralwert für Bestandswohnungen liegt bei 8,26 Euro pro Quadratmeter (netto/kalt) und ist um 4,4 Prozent gestiegen.
Für neue Wohnungen seien es sogar 12,09 Euro pro Quadratmeter und eine Erhöhung von 5,1 Prozent. Die Gründe für die angespannte Wohnungssituation können Dortmunder wahrscheinlich nicht mehr hören. Die Stadtverwaltung spricht in Extremen.
„Extrem verteuert“ – Stadt Dortmund befürchtet Zurückhaltung bei Wohnungsbau wegen Inflation
Nach Angaben der Stadt Dortmund haben „der Ukrainekrieg und die EZB-Zinswende 2022 den Dortmunder Wohnungsmarkt in vielerlei Hinsicht beeinflusst“. Dabei spiele auch die erhöhte Nachfrage durch rund 6.800 ukrainische Geflüchtete eine Rolle. Die Inflation und der erhöhte Kapitalmarktzins könnte zu einem weiteren Problem führen (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).
„Das Bauen, Modernisieren sowie der Ankauf von Immobilien und Grundstücken ist extrem verteuert“, schreibt die Stadt Dortmund. Das hätte bereits zu einer großen Zurückhaltung bei Privaten geführt, neue Wohnungen zu bauen oder zu kaufen.
Positiv sei aber, dass der Trend sich noch nicht abgezeichnet habe. Laut Bericht wurden 2022 rund 2.100 Wohnungen in Dortmund fertiggestellt. Erschreckender ist eine Prognose der Stadt. Bis zu 8.000 Wohnungen einer bestimmten Art sollen in Zukunft wegfallen.
Dortmund benötigt „rein rechnerisch mindestens 900 Wohnungen pro Jahr“
Diese Worte klingen nach Krise. „Da die Nachfrage mit dem vorhandenen Angebot schon jetzt nicht gedeckt werden kann, müssten deutlich mehr Wohnungen durch Neubau- und Bestandsmaßnahmen entstehen. Rein rechnerisch mindestens 900 Wohnungen pro Jahr“, schreibt die Stadt Dortmund. Dabei bezieht sie sich allerdings auf öffentlich geförderte Wohnungen, für die ein echter Engpass droht.
Laut Stadtverwaltung werden die Förderwohnungen bis 2032 von aktuell rund 21.100 auf circa 13.000 Wohnungen reduziert. Bei der erwarteten Zurückhaltung der Wohnungskäufer und Bauunternehmer könnte der Wegfall von rund 8.000 geförderten Wohnungen zu einem echten Problem werden.
Setzt sich der Trend aus 2022 mit 2.100 fertiggestellten Wohnungen entgegen der Erwartungen doch fort, könnte es aber bei einer befürchteten Krise bleiben. Auch 2023 wurden bereits über 400 neue Mietwohnungen am Dortmunder U gebaut.
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