Wolf auf dem Vormarsch

Wölfe verursachen immer mehr Kosten – allerdings nicht in NRW

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Durch die wachsende Anzahl an Wölfen muss der Staat jährlich mehr Geld ausgeben. Die Kosten steigen allerdings nicht überall. In NRW sieht es gut aus.

Hamm - Immer öfter kommt es in ganz Deutschland zu Wolf-Sichtungen. In den letzten 20 Jahren hat sich das Raubtier stetig mehr und mehr der Bundesrepublik als Lebensraum zurück erkämpft und liefert dadurch massig Diskussionsstoff. Mit der steigenden Population häufen sich auch die Fälle von gerissenen Nutz- und Haustieren. Damit steigen auch die Kosten für Bund und Länder.

JahrPräventionszahlungen NRWAusgleichzahlung NRWGesamtkosten NRW
20201.585.217,- Euro31.837,- Euro1.617.054 ,- Euro
2021880.903,- Euro4.251,- Euro885.154 ,- Euro
2022413.820,- Euro12.679,- Euro426.499 ,- Euro

Der Wolf ist zurück: Jahr für Jahr mehr Kosten für Bund und Länder

Jedes Mal, wenn ein Rind, Schwein, Schaf oder sonst ein Nutztier gerissen wird, ist es an dem Besitzer, einen Wolfsberater zu alarmieren. Wenn innerhalb von 24 Stunden nach Kenntnisnahme des Risses eine Probe entnommen wird und diese positiv auf einen Wolf hinweist, hat der Besitzer Anspruch auf eine Ausgleichszahlung vom Bund. Laut Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf kamen so insgesamt im Jahr 2022 deutschlandweit mehr als 616.000 Euro zusammen.

Dabei sind die beliebtesten Opfer von Wolfsangriffen Schafe und Ziegen. Pro Wolfsübergriff wurden im Schnitt 3,8 Tiere getötet. Sie machen 88,6 Prozent aller gerissenen Tiere in Deutschland aus. Viel seltener vergehen sich Wölfe an größeren und auch wehrhaften Tieren, wie beispielsweise Pferden und Kühen. Es gab 1136 bestätigte Wolfsangriffe im Jahr 2022. Im Vorjahr waren es noch 975.

Die deutlich höhere Summe ergibt sich allerdings nicht durch die Ausgleichszahlung, sondern die Prävention eben jener Wolfsangriffe. Für Herdenschutzmaßnahmen gab der Staat im vergangenen Jahr 18,4 Millionen Euro aus. Darunter fallen beispielsweise die Subventionierung von Schutzzäunen, aber auch die Anschaffung von Herdenschutzhunden. Im Vergleich zu der 2020 gezahlten Summe von circa 9,5 Millionen Euro haben sich die Kosten hierfür innerhalb von zwei Jahren beinahe verdoppelt.

Wolf-Prävention: Kein Neues Thema in NRW

Nordrhein-Westfalen rangiert dabei im nationalen Vergleich sowohl was die Ausgleichszahlungen als auch was die Präventionszahlungen angeht, eher in der unteren Hälfte. 2022 wurden dort circa 414.000 Euro an Präventions- und 12.500 Euro an Ausgleichszahlungen geleistet. Bundesweiter Spitzenreiter bei der Prävention war Bayern mit beinahe 5 Millionen Euro und beim Ausgleich Niedersachsen mit circa 212.000 Euro.

In Nordrhein-Westfalen ist die Prävention aber schon seit Längerem ein Thema. Während in Deutschland die Gesamtausgaben für die Prävention Jahr für Jahr steigen, gehen sie in NRW bereits wieder zurück. 2020 waren es noch circa 1,6 Millionen und 2021 noch circa 881.000 Euro.

Doch wie sollte man sich bei einer Wolfsbegegnung – auch mit einem Hund – verhalten? Es gibt klare Empfehlungen. 

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/ Christian Charisius /dpa (Montage)

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