- VonMax Lametzschließen
Der Zoll hat in der Nacht zum 26. Februar eine Lkw-Spedition im Münsterland durchsucht. Der Verdacht: illegale Beschäftigung von ausländischen Fahrern.
Albersloh - Eine groß angelegte Zollrazzia fand in der Nacht von Sonntag auf Montag, 26. Februar in Albersloh bei Münster (NRW) statt. Gegen 3 Uhr schlugen die Beamten zu und stürmten eine Lkw-Spedition in einem Gewerbegebiet, in dem sich sowohl Büro- als auch Wohnräume befinden. An der Maßnahme waren insgesamt 220 Einsatzkräfte beteiligt.
Verdacht auf illegale Beschäftigung - Zoll stürmt mit Großaufgebot Gelände im Münsterland
Ermittler durchsuchten das Firmengelände sowie die Büro- und Privaträume eines Geschäftsinhabers, der nach Zollangaben im Verdacht steht, seit Jahren ausländische Leiharbeitnehmer illegal zu beschäftigen und Sozialversicherungsbeiträge zu hinterziehen.
Das Hauptzollamt Münster rückte in einer Kolonne von rund 30 Fahrzeugen an. Neben den blau erleuchteten Einsatzfahrzeugen waren auch Kräfte des Bundesamts für Logistik und Mobilität (BALM), Beamte der Schwerlastkontrollgruppe der Landespolizei, mehrere Dolmetscher und weitere Behörden wie die Ausländerbehörde und Arbeitsagentur im Einsatz.
Durchsuchungen bis ins kleinste Detail - auch Einsatz von Drohne
Der Zoll umstellte das gesamte Firmengelände am Buschkamp. Auch eine Drohne mit einer Wärmebildkamera kam zum Einsatz, um etwaige flüchtige Personen schnellstmöglich lokalisieren zu können. Das Technische Hilfswerk (THW) aus Beckum unterstützte die Einheiten bei ihrer Arbeit und stellte ausreichend Beleuchtung in der Nacht bereit.
Auf dem Vorplatz der Spedition errichteten die Ermittler große Zelte, in denen Kontrollen der Mitarbeiter stattfanden. Im Gebäude nächtigten mehrere Personen, die nach Aussagen der Anwohner alle aus Polen stammen sollen. Es hätten auch einige Autos mit polnischen Kennzeichen vor der Firmeneinfahrt geparkt. Im Gebäude durchsuchten Zollbeamte sämtliche Räume bis ins kleinste Detail, auch Becher mit Stiften oder Blumenvasen wurden penibel kontrolliert.
Verdacht auf illegale Beschäftigung: Führerschein und Waffen sichergestellt
Ein Speditionsfahrer wurde draußen an seinem Lastwagen kontrolliert — hier durchsuchte der Zoll die Taschen des Fahrers. Im Laufe der Durchsuchungen wurden nach Angaben der Ermittler ein Führerschein und zwei Waffen sichergestellt, bei denen sich der Verdacht der Fälschung bzw. des illegalen Besitzes ergab. Festnahmen gab es bisher keine.
„Der heutigen Maßnahme waren Observationsmaßnahmen der FKS des Hauptzollamtes Münster seit 2021 vorausgegangen. Ein zusätzlicher anonymer Hinweis bekräftigte die bisherigen Ermittlungsergebnisse“, teilt Hauptzollamt-Sprecherin Nicole Thomsen mit.
Hauptzollamt Münster: Ermittlungen dauern noch an
Nach Angaben der Ermittler wurde im Hauptzollamt Münster ein Vernehmungszentrum eingerichtet, um so möglichst viele Arbeitnehmer schnellstmöglich befragen zu können. Auch die Auswertung der sichergestellten Unterlagen und weiterer Asservate würde nun folgen. Die weiteren Ermittlungen der FKS des Hauptzollamtes Münster im Auftrag der Staatsanwaltschaft Münster dauern an.
