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Zum ersten Mal in NRW: Alle Infos zur Internationalen Gartenschau IGA 2027 im Ruhrgebiet

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Die Internationale Gartenausstellung IGA kommt 2027 ins Ruhrgebiet. Bis dahin wird sich einiges in der Region verändern.

Köln – Das Ruhrgebiet verändert sich. Ehemalige Industriebauten und Bergwerke werden zu Kulturstätten und Naherholungsgebieten für ganz NRW. Die Menschen leben gerne im Ruhrgebiet, Studien und Umfragen zeigen das immer wieder. Doch außerhalb der Region bis ins Ausland sei das Image der Industrie-Hochburg weiterhin negativ, heißt es etwa in einer Studie der IHK von 2015. Die Internationale Gartenschau (IGA) soll das im Jahr 2027 verändern. Die „grünen Potenziale des Ruhrgebiets“ sollen dort gebündelt und ausgestellt werden, heißt es beim Regionalverband Ruhr. Zu sehen ist das mancherorts schon jetzt.

Zum ersten Mal in NRW: Alle Infos zur IGA 2027

Die IGA findet im Jahr 2027 in weiten Teilen in der Metropolregion Rhein-Ruhr statt. Es ist die erste IGA, die so in Nordrhein-Westfalen stattfindet. Getragen werden soll die Internationale Gartenausstellung vom Regionalverband Ruhr (RVR), der Emschergenossenschaft, den vier Kreisen und 53 Kommunen des Ruhrgebiets sowie vom Land NRW.

Die Internationale Gartenschau (IGA) kommt im Jahr 2027 ins Ruhrgebiet.

Die IGA soll auch das Image des Ruhrgebiets aufbessern. Es gehe darum, die Meinung der Menschen zu verändern und positive Bilder zu erzeugen, heißt es in einer Broschüre vom Ruhrverband zur IGA. Man wolle „Besuchern von nah und fern die Augen öffnen.“

„Wie wollen wir leben?“: Motto der IGA 2027 widmet sich Zukunftsfragen

Das Thema der IGA 2027 stellt sich die Frage: „Wie wollen wir morgen leben?“ Dabei geht es nicht nur um die Zukunft der Gärten, sondern auch um die Landschaft und das Leben der Menschen. Auf drei Ebenen wird sich die IGA der Frage widmen. Da gibt es etwa die drei „Zukunftsgärten“, die als Leistungsschau des Gartenbaus und als Highlight der Gartenschau gelten. Einer davon ist auf einem Gelände in Dortmund zu sehen, ein anderer im Rheinpark in Duisburg und der Dritte im Nordsternpark in Gelsenkirchen.

Was ist der Unterschied zwischen BUGA und IGA?

► Die Bundesgartenschau (BUGA) ist eine deutsche Ausstellung zum Gartenbau, die auch Bereiche wie Landschaftsarchitektur mit einschließen.

►Sie findet alle zwei Jahre in verschiedenen deutschen Städten statt.

►Alle zehn Jahre gibt es die Buga dann aber als Internationale Gartenschau (IGA), die den Kreis der Besucher und Aussteller nicht auf Deutschland beschränkt.

►Die letzte IGA fand 2017 in Berlin statt.

In ihnen soll zu sehen sein, wie eine nachhaltige Zukunft aussehen könnte. Dabei geht es um klimaneutrale Mobilität, regionale Lebensmittelproduktion oder innovative Wohnformen. Akteure aus dem Gartenbau und der Umweltbranche verwirklichen ihre Ideen vor Ort in den Gärten. Der Eintritt zu den Zukunftsgärten ist kostenpflichtig.

Im Kreis Unna, im Kreis Recklinghausen und an der Emschermündung in Wesel soll es drei weitere Zukunftsgärten geben. Die sind etwas kleiner als die großen Ausstellung in Duisburg, Gelsenkirchen und Dortmund – dafür ist der Eintritt frei.

Bei der IGA sollen vorhandene Parks und Grünflächen im Ruhrgebiet aufgewertet werden

Ein weiterer Bereich beschäftigt sich mit dem Thema „Unsere Gärten“. Damit gemeint sind öffentliche Parks und Grünflächen in der Region, die im Rahmen der IGA aufgewertet und umgestaltet werden sollen. Das betrifft insgesamt 39 Projekte, die sich aus städtebaulichen oder touristischen Gründen für die Aufwertung eignen.

Darunter sind etwa Emscherpark in Essen, die Zeche Zollern in Dortmund, der Ruhrpark und das Biotop am Ruhrtalradweg oder Schleusenpark Waltrop im Kreis Recklinghausen.

Die Menschen im Ruhrgebiet können die IGA mitgestalten

„Mein Garten“ heißt der dritte Themenbereich bei der IGA. Dabei geht es um Urban-Gardening-Projekte, bei denen jeder und jede mitmachen kann. Seien es Mitmachgärten, Schulgärte, Kleingartenvereine oder Initiativen wie die Essbare Stadt – „alle Bevölkerungsgruppen und Altersschichten sind eingeladen, sich in die Ebene „Mein Garten“ einzubringen“ heißt es beim Veranstalter.

Die IGA 2027

►Die IGA 2027 findet im Jahr 2027 im Ruhrgebiet statt.

►Dabei beschränkt sich die internationale Gartenausstellung nicht eine Stadt, sondern bezieht die ganze Region mit größeren und kleineren Veranstaltungen mit ein.

►Ein genaues Datum steht noch nicht fest – ebenso wie die Höhe der Ticketpreise.

►Das Motto der IGA lautet: „Wie wollen wir leben?“ Dabei sollen Lösungsideen für Zukunftsfragen der Grünen Infrastruktur und der Stadtentwicklung in Metropolregionen präsentiert werden.

Bei den Urban-Garding-Projekte sei der Bezug zur Heimat, Offenheit, kulturellen Vielfalt und Internationalität besonders ausschlaggebend. „Vielfalt ist dabei ein wichtiges Stichwort – in allen Farben und Formen und auf allen Ebenen.“ Dabei sollen kleinere öffentliche oder auch private Grünflächen aufgewertet und eigene Projekte initiiert werden.

Die ersten Vorboten der IGA zeigen sich im Ruhrgebiet schon jetzt

Schon jetzt gibt es erste Projekte und Veranstaltungen, die bereits Teil der IGA sein sollen oder dort ebenfalls ausgestellt werden. So ist etwa auf dem Geländer der Dortmunder Kokerei Hansa seit dem 16. Juni 2023 ein aus zwei Gewächshäusern bestehendes Aquaponiksystem in Betrieb, das auch im Zukunftsgarten Dortmund zu sehen sein soll.

Aquaponik ist ein nachhaltiges und wasserschonendes System zur Lebensmittelproduktion, das derzeit noch ein EU-Forschungsprojekt ist. Aquaponikanlagen kombinieren Fisch- und Pflanzenproduktion. Dabei wachsen die Pflanzen sozusagen über einem Becken mit Fischen. Das Wasser für die Fische wird aufbereitet und den Pflanzen zugeführt – die Ausscheidungen der Fische dienen den Pflanzen als Dünger.

Für die IGA soll außerdem das Radwege-Netz im Ruhrgebiet ausgebaut werden. Dabei sollen 14 Radwegeprojekte zwischen Duisburg und Hamm optimiert und erweitert werden. So soll etwa die Emscherpromendade von Gelsenkirchen nach Osten optimiert werden – die Kokerei Hansa in Dortmund soll ans Radwegenetz angeschlossen werden.

Wie wird die IGA finanziert?

Der Haushalt für die IGA beträgt nach Auskunft des Veranstalters rund 84 Millionen Euro. 35 Millionen sollen aus den Einnahmen durch Eintrittskarten finanziert werden. Weitere Einnahmen kommen aus Vermietungen, Pachten und durch Sponsoren.

Wie viele Besucher werden bei der IGA erwartet?

►Laut Auskunft des Veranstalters rechnen konservative Besucherprognosen mit 2,6 Millionen Menschen, die die IGA ansehen werden.

►Aus der anhängigen Machbarschaftsstudie gehe zudem hervor, dass bis zu fünf Millionen Menschen die IGA besuchen könnten.

Es gibt einen Zuschussbedarf von 36 Millionen Euro – die teilen sich der Regionalverband Ruhr sowie die Mitgliedsstädte- und Kreise. (ebu)

Rubriklistenbild: © Hans Blossey/imago

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