Gegen Nazis

„Sylt gehört dem Pöbel“: Linke Demo in Westerland

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Nun will das linke Bündnis „Schwarz-Roter 1. Mai“ auf Sylt demonstrieren. Geplant war ein Gegenprotest zur mittlerweile abgesagten Nazi-Demo.

Westerland/Sylt – Im Sommer 2022 wird ungewöhnlich viel demonstriert auf der Nordseeinsel Sylt. Die für den 30. Juli 2022 geplante Demo der Splitterpartei „Die Rechte“ wurde zwar kurzfristig abgesagt, doch die als Gegenprotest geplante Veranstaltung „Sylt gehört dem Pöbel“ soll trotzdem stattfinden. Am Samstag sollte es ab 13:00 Uhr eine Kundgebung am Bahnhof von Westerland auf Sylt geben.

Demo:Sylt gehört dem Pöbel
Termin:30. Juli 2022 ab 13:00 Uhr
Ort:Bahnhof Westerland/Sylt
Veranstalter:Schwarz-Roter 1. Mai (linkes Bündnis)

Antifa auf Sylt: Demo und Kundgebung verlaufen friedlich

Etwa 50 Menschen haben sich zu der Demonstration und Kundgebung mit Musik in Westerland auf Sylt eingefunden. „Alle zusammen gegen den Faschismus“ und  „Wo wir am Leben gehindert werden, fängt unser Widerstand gegen Staat und Nazis an“ lauten die Mottos. Angekündigte Nazis haben sich auf der Nordseeinsel übrigens nicht eingefunden. Zu nennenswerten Zwischenfällen kam es daher nicht. (Update vom 30. Juli 2022, 15:20 Uhr)

Linke auf Sylt: Demonstration verläuft friedlich.

Erstmeldung vom 21. Juli 2022, 14:00 Uhr

Sylt gehört dem Pöbel: Nazis offensiv entgegentreten

Als bekannt wurde, dass die als rechtsextrem eingestufte Splitterpartei „Die Rechte“ am 30. Juli 2022 auf Sylt demonstrieren wollte, formierte sich schnell Gegenprotest. Die Sylter Sozialdemokraten hatten eine Kundgebung „Demokraten gegen Rechts. Wir sind mehr!“ angemeldet, die von den Parteien „Die Insulaner“ und Bündnis90/Die Grüne unterstützt werden sollte.

Auch das linke Bündnis „Schwarz-Roter 1. Mai“ rief zur Gegendemo auf. „Wir stellen uns den Nazis entgegen! Kommt mit uns, ein weiteres Mal #SyltEntern, um dem braunen Pack den Tag zu versauen!“, hieß es auf Twitter. Nachdem die Nazi-Demo am 30. Juli 2022 abgesagt wurde, berichteten Medien auch über die Absage der Gegendemo der Sylter SPD. Die Protestaktion „Sylt gehört dem Pöbel“ des linken Bündnisses „Schwarz-Roter 1. Mai“ soll dagegen trotzdem stattfinden.

„Sylt gehört dem Pöbel“: Am 30. Juli 2022 will ein linkes Bündnis auf Sylt gegen Nazis demonstrieren.

Sylt gehört dem Pöbel: Demo in Westerland

„Wir kommen trotzdem, 1 weiteres Mal #SyltEntern #nonazishh“, twittern die Veranstalter vom Bündnis „Schwarz-Roter 1. Mai“, nachdem die Absage der Nazi-Demo bekannt wurde. Dass „die Faschos kneifen und nicht mehr nach Westerland mobilisieren“ sieht man in einer Mitteilung der Veranstalter als Resultat der erfolgreichen, antifaschistischen Mobilisierung. Man werde aber trotzdem nach Sylt kommen, denn nicht alle Nazis auf Sylt kämen von außerhalb und die Faschos hätten sich auf Sylt viel zu lange sicher und ungestört gefühlt.

Eine gemeinsame Anreise der linken Aktivisten ab Hamburg, Flensburg und Lübeck mit dem Zug nach Sylt ist bereits organisiert. Am Samstag, dem 30. Juli 2022 soll es dann um 13:00 Uhr am Bahnhof in Westerland eine Kundgebung geben. Dies sei eine gute Möglichkeit, weiterhin linksradikalen Protest nach Sylt zu tragen.

Auch eine Sprecherin des Kreises Nordfriesland, bestätigt, dass die Gegendemonstration „Nazis offensiv entgegentreten – Sylt gehört dem Pöbel“ des Bündnisses „Schwarz-Roter Mai“ nach jetzigem Stand weiterhin stattfinden soll. Erwartet werden 250 Teilnehmende. Es handle sich um eine stationäre Versammlung am Bahnhofsvorplatz ohne Demonstrationszug, so die Sprecherin gegenüber 24hamburg.

Mehrere linke Demos und ein Protestcamp auf Sylt

Bereits Mitte Juli hatte es auf der Nordseeinsel Sylt eine Demonstration linker Gruppierungen gegeben. Unter dem Motto „Sylt entern“ waren rund 400 Menschen friedlich nach Kampen gezogen, anschließend gab es noch ein Punk-Konzert vor dem Rathaus in Westerland. Dort hat sich seit einer Weile eine Gruppe Punks häuslich eingerichtet, die mit dem 9-Euro-Ticket auf die Insel gekommen ist.

„Sylt entern“ und Klassenfahrt zu den Reichen: Die Bilder zur Demo

Die Demonstranten der Sylt entern-Demo versammeln sich in Kampen.
Sylt entern: Demonstration zur Abschlusskundgebung in Kampen. © Dagmar Schlenz
Der Demonstrationszug von „Sylt entern“ macht sich über Wege und Wiesen auf den Weg nach Kampen.
Demo auf Sylt: Umzug von Westerland nach Kampen. © Dagmar Schlenz
Die Polizei begleitet die Demonstranten auf Sylt beim Umzug in Richtung Kampen.
Demo auf Sylt: Auch die Polizei ist mit einem großen Aufgebot auf der Insel. © Dagmar Schlenz
Bei der Demo auf Sylt sind auch Punks dabei.
„Sylt entern“: Demo-Umzug in Richtung Kampen. © Dagmar Schlenz
Mehrere Mannschaftswagen der Polizei fahren in Richtung Kampen aus Sylt.
Demo auf Sylt: Polizeipräsenz bei „Sylt entern“. © Dagmar Schlenz
Demonstranten der Klassenfahrt zu den Reichen laufen durch die Straßen auf Sylt.
„Sylt entern“: Etwa 400 Teilnehmer bei Demo auf Sylt. © Dagmar Schlenz
Ein blauer Pritschenwagen als Umzugswagen wurde nach Sylt gebracht.
„Sylt entern“: Mit diesem Wagen ziehen Demonstranten durch Sylt. © Dagmar Schlenz
Demo in Sylt: Demonstranten zeigen ein Banner mit der Aufschrift „Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten“.
Demo auf Sylt: Gegen die Konzentration von Reichtum. © Dagmar Schlenz
Demonstranten stehen auf den Bahnhofsvorplatz in Westerland auf Sylt.
„Sylt entern“: Demo auf Sylt – so ist die Lage. © Dagmar Schlenz

Am Strand von Westerland sollen viele der Punks bereits Hausverbot haben, deshalb haben sie ihre Zelte nun im Stadtpark vor dem Rathaus aufgeschlagen. Ob es sich dabei schon um eine Art Vorhut für das Protestcamp der „Aktion Sylt“ handelt, ist noch offen. Eine Rückfrage bei den Veranstaltern blieb bisher unbeantwortet. Die linke Gruppierung hatte angekündigt, vom 1. bis zum 14. August ein Protestcamp in Westerland auf Sylt zu organisieren. Dort wolle man gegen die Gentrifizierung und die Abschottung der Reichen protestieren.

Rubriklistenbild: © Dagmar Schlenz

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