Umstrittenes Gebührensystem gestartet: Urlaubsregion in Italien verlangt ab sofort Eintritt
VonNico Reiter
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Reisende, die einen Tagesausflug nach Venedig planen, müssen schon bald eine Eintrittssteuer zahlen. Diese soll 2024 getestet werden und die Stadt entlasten.
Venedig – Im Italien-Urlaub steht bei den meisten Touristinnen und Touristen ein Abstecher nach Venedig auf dem Programm. Ob es dieser Tagesausflug wirklich wert ist, werden sich schon bald einige Urlaubende nochmal überlegen müssen. Das beliebte Reiseziel will noch diesen Monat eine Eintrittssteuer einführen. Sie soll die Stadt von den Touristenmassen entlasten.
Fünf Euro Eintritt – Venedig verhängt Touristensteuer
Am 25. April beginnt die neue Regelung. Dann müssen sich Reisende vor dem Besuch der Stadt auf der von der Gemeinde eingerichteten Website www.cda.ve.it eine Eintrittskarte kaufen. Für diese fallen fünf Euro an, die man per PayPal oder Kreditkarte bezahlen kann. Anschließend erhält man einen QR-Code, den man auf Nachfrage in der Stadt vorzeigen muss. Wer keinen Code vorweisen kann, muss zwischen 50 und 300 Euro Strafe zahlen.
An diesen Tagen muss in Venedig Eintritt gezahlt werden
Aktuell sind nur bestimmte Tage geplant, an denen eine Karte notwendig ist. Der erste davon ist der 25. April, ein italienischer Nationalfeiertag. Bis 30. April braucht man eine Eintrittskarte in die Stadt. Auch von 1. bis 5. Mai und an allen Wochenenden bis zum 13. und 14. Juli muss man die Eintrittssteuer zahlen.
Ausgenommen ist nur das Wochenende vom 1. bis 2. Juni, an dem der Tag der Republik stattfindet. Die Regelung gilt zudem nur zu bestimmten Zeiten. Zwischen 16.00 Uhr und 8.30 Uhr muss kein Eintritt gezahlt werden. Außerdem dürfen bestimmte Personengruppen wie Kinder unter 14 Jahren und Menschen mit Behinderung weiterhin gratis in die Stadt.
Bürgermeister begründet Steuer: „Müssen die Menschenströme regeln“
„Unser Ziel ist nicht, Geld zu kassieren, sondern zu verhindern, dass die Stadt explodiert. Wir wollen Venedig touristenfreundlicher gestalten, denn es gehört nicht nur den Venezianern, sondern der ganzen Welt“, so der Bürgermeistervon Venedig in der Berliner Morgenpost. „Es handelt sich um ein Experiment, das erste weltweit“, erklärt er.
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„Unsere Gassen sind mit denen keiner anderen Stadt vergleichbar. Wir müssen die Menschenströme unbedingt regeln“, begründet er die Entscheidung. Das Jahr 2024 soll ein Test sein und die erhofften positiven Auswirkungen auf die Stadt zeigen. Die Ankündigung der Steuer hatte Venedig davor gerettet, auf der Liste der gefährdeten Kulturstädte von UNESCO zu landen. Es werde keine Obergrenze an verfügbaren Codes pro Tag geben. Eine Karte kann bereits jetzt gekauft werden. (nr)