VonKarolin Schaeferschließen
Alina Schröderschließen
Deutschland erlebt einen überraschenden Wintereinbruch mit Schnee und Sturm. Die Wetter-Auswirkungen sind bereits spürbar. Der DWD warnt.
Update vom 20. November, 6.40 Uhr: Mehrere Keller sind in Velbert (Nordrhein-Westfalen) übergelaufen. Nach Dauerregen sind sind einige Bäche und kleine Flüsse über die Ufer getreten. Schon Dienstagabend verteilte die Feuerwehr Sandsäcke. Der Pegel stagniert aktuell, teilte die Feuerwehr mit, und wird in den nächsten Stunden beobachtet.
Auch die Pegel der Lippe, Ruhr und der östlichen Sieg wurden laut dem Hochwasserportal des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW überschritten. An der Ahse in Lippetal im Kreis Soest wurde laut Hochwasserportal am Dienstagabend bereits die dritte Warnschwelle gerissen. Das Oberflächenwasser staute sich bereits nach Angaben der Feuerwehr auf den Feldern. „Wir beobachten die Lage sehr genau“, schreibt die Feuerwehr Lippetal auf Facebook. „Sollte bei euch das Wasser für Probleme sorgen, sind wir für euch Einsatzbereit.“
„Schalten Sie Strom und Heizung ab“ – Überflutungen nach Dauerregen
In Rheinland-Pfalz gilt eine „Gefahreninformation“ für Thaleischweiler-Wallhalben. Bürgerinnen und Bürger werden auch via Radio aufgefordert, Keller oder Tiefgaragen zu meiden. „Schalten Sie Strom und Heizungen in gefährdeten Räumen ab. Eine Stromschlaggefahr besteht bereits bei Kondenswasser! Liegt der Stromkasten im überfluteten Raum, betreten Sie diesen nicht, sondern informieren Sie die Feuerwehr (112)“, heißt es in der Warnung. Fahren Sie nicht durch überflutete Straßen, heißt es weiter, auch Uferbereiche sind zu meiden.
Deutschland muss sich weiterhin auf ungemütliches Wetter einstellen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist in weiten Teilen mit Regen und Graupelgewitter zu rechnen. In den Bergen sind dagegen anhaltende Schneefälle zu erwarten. Laut DWD kann es etwa in den Allgäuer Alpen bis zum Nachmittag 30 Zentimeter Neuschnee geben. Vor Sturmböen wird derzeit nur noch im äußersten Süden Bayerns gewarnt.
Winter-Walze überzieht Deutschland: Schnee-Chaos befürchtet – Deutscher Wetterdienst warnt vor Sturm
Update vom 19. November, 13.02 Uhr: Schnee liegt mittlerweile auch auf dem Brocken im Harz. Rund um den höchsten Berg des Mittelgebirges warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) bereits vor schweren Sturm- und Orkanböen. Ein Sprecher sprach von Windgeschwindigkeiten bis zu 123 Kilometer pro Stunde. Angesichts dessen wurde der Zugverkehr zwischen Schierke und dem Brocken eingestellt, teilten die Harzer Schmalspurbahnen mit. Erst am Mittwoch (20. November) sollen dort wieder Züge verkehren. Verspätungen oder Ausfälle bei der Deutschen Bahn scheint es wegen des Wetters bisher nicht zu geben.
Dafür wurden wegen der Sturmwarnung aber mehrere Friedhöfe in Erfurt geschlossen, gab die Stadt in einer Mitteilung bekannt. „Es besteht die Gefahr, dass bei starken Sturmböen Äste oder Baumkronen ausbrechen und Personen dadurch zu Schaden kommen.“ Der DWD hat weiterhin für weite Teile des Landes die zweite Warnstufe ausgerufen.
Schneefallgrenze sinkt bis auf etwa 400 Meter – Bilder zeigen Wintereinbruch in Deutschland




Update vom 19. November, 10.06 Uhr: Sturmtief „Quiteria“ fegt über Deutschland. „Südlich des Zentrums entlang einer Linie vom Ruhrgebiet, über den Harz, bis nach Berlin gibt es den stärksten Wind bzw. Sturm“, erklärt Gernot Schütz, Meteorologe bei wetter.com. In einigen Regionen seien Böen über 90 Kilometer pro Stunde möglich, auf den Gipfeln der Mittelgebirge noch mehr. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt ab Mittags bereits im Süden Baden-Württembergs vor Orkanböen. Es wurde Alarmstufe Rot (Warnstufe 3 von 4) ausgerufen und bestehe „Gefahr für Leib und Leben“, etwa wegen umstürzenden Bäumen oder herabfallenden Gegenständen.
Zu kräftigen Schneefällen kommt es dagegen nördlich des Sturmzentrums. Auf den Straßen kann es deshalb rutschig werden. In den sozialen Medien werden bereits die ersten Bilder und Videos vom Schneefall geteilt. Ab Nachmittag ist dann mit einer sinkenden Schneefallgrenze zu rechnen. Diese liegt laut DWD bei 300 bis 400 Metern. Bis es im Südwesten schneit, dauert es noch etwas. Dort wird vor allem anhaltender Regen erwartet. Im Landkreis Bamberg gab es bereits den ersten Unfall auf der A70. Ein Sattelzug ist umgekippt – vermutlich wegen des regnerischen Wetters.
#Schnee in #Ostfriesland pic.twitter.com/uTj8XVmrQI
— lingeling (@JongebloedInge) November 19, 2024
Sturmtief „Quiteria“ fegt über Deutschland: Schnee und Orkanböen erwartet
Update vom 19. November, 6.44 Uhr: Der erste Schnee und noch mehr Regen: In Deutschland bleibt es auch am Dienstagmorgen ungemütlich. Den ersten Schnee gibt es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) heute zunächst oberhalb von 500 bis 700 Metern. Polarluft bringt bis zum Vormittag dann auch Schnee oder Schneeregen in tiefere Lagen.
Demnach sind ein bis fünf Zentimeter Neuschnee oder Schneematsch innerhalb weniger Stunden möglich. Betroffen sei ein Streifen vom Emsland über Hamburg bis nach Mecklenburg-Vorpommern und den Norden Brandenburgs. Lange dürfte der Neuschnee zwar nicht liegen bleiben, Straßen können aber trotzdem glatt sein.
In vielen Regionen gibt es zwar keinen Schnee, dafür aber viel Regen und kräftige Sturmböen. Sturmtief „Quiteria“ fegt vom Westen und Süden bis in die Mitte des Landes, meldet der DWD. Auf exponierten Gipfeln drohen Böen bis Orkanstärke – bis zu 140 Kilometer pro Stunde sind möglich. Ab Mittag und Nachmittag gesellen sich dazu teils kräftige Graupelgewitter. Dagegen ist im Schwarzwald sowie in westlichen und zentralen Mittelgebirgen mit Dauerregen zu rechnen. Laut DWD können hier bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.
Update vom 18. November, 20.20 Uhr: Das Orkantief „Quiteria“ bewegt sich von Westen weiter auf Deutschland zu. Der DWD hat die Sturmwarnung nochmals ausgeweitet: In der Nacht zu Dienstag (19. November) und spätestens ab den frühen Morgenstunden ist in nahezu ganz Deutschland mit starken Böen zu rechnen. Es gelten amtliche Warnungen der Stufe 2.
Folgende Bundesländer sind betroffen:
- Nordrhein-Westfalen
- Saarland
- Rheinland-Pfalz
- Hessen
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Thüringen
- Südliche Teile Niedersachsens sowie die Küstenregionen
- Sachsen-Anhalt
- Sachsen
- Weite Teile Brandenburgs
- Berlin
- Küstenregionen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein
In der Mitte des Landes kommt zudem laut DWD Dauerregen dazu. Die amtlichen Warnungen gelten im Osten Deutschlands bis in die Nacht auf Mittwoch (20. November), das zeigt auch die Unwetter-Karte.
Erstmeldung vom 18. November, 18.34 Uhr: Frankfurt – Frostige Temperaturen und der erste Schnee: Wetter-Modelle haben den Wintereinbruch in Deutschland zuletzt weiter schwinden sehen – nun kam er doch schneller als erwartet. Und zusammen mit einem Orkantief soll er das Wetter in den kommenden Tagen beherrschen.
Bayern wurde zuletzt schon von Schneefällen überrascht. In der Nacht zum Montag (18. November) folgten weitere Regionen. Die ersten Schneeflocken fielen in den Mittelgebirgen, darunter etwa im Thüringer Wald und im Harz, wie Fotos vom Brocken belegen. Dort bedeckten bis zu zwölf Zentimeter Schnee die Straßen und Orte. Auf den rutschigen Fahrbahnen kam es zu einigen Unfällen, es blieb jedoch zumeist bei Blechschäden.
Doch nicht nur in Thüringen, Sachsen und Niedersachsen, sondern auch in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen fiel der erste Schnee oberhalb von 400 Metern. Und die Aussichten lassen Winterliebhaber hoffen: Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) soll in den kommenden Tagen und Stunden in vielen Teilen noch mehr Schnee fallen. Die Temperaturen dürften je nach Höhenlage um den Gefrierpunkt liegen.
DWD kündigt noch mehr Schnee an: Fotos zeigen Winter-Einbruch in gleich mehreren Regionen




Schnee und Sturm in Deutschland: Bergregionen und Küsten besonders betroffen
Jedoch könnte ein aufziehender Sturm die Wetterbedingungen noch gefährlicher machen: Verantwortlich dafür ist das Tief „Quiteria“, das im Laufe des Dienstags (19. November) Deutschland überqueren soll. Für den Süden, insbesondere in den Bergregionen, bedeutet dies deutlich auflebenden Wind bis hin zu Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis zu 102 km/h. Im Norden und Nordosten, insbesondere an den Küsten, sind bis zu 74 km/h möglich.
Hinzu kommen regional Schneefälle bis in die Niederungen. Die Schneefallgrenze sinkt auf 100 bis 300 Meter. „Zeitweise ist auch der Wind in Böen stark bis stürmisch, vor allem aber im Bergland. Nachts muss je nach Aufklaren häufig mit leichtem Frost und streckenweise Glätte gerechnet werden“, so DWD-Meteorologin Sabine Krüger.
Im Westen und Südwesten sind auch Wintergewitter mit Blitzen und Donner möglich, wie der Meteorologe Dominik Jung von wetter.net bereits meldete. Der Schwarzwald sollte sich laut DWD auf Dauerregen einstellen.
Am Dienstagabend wird das Tief „‚Quiteria‘ mit seinem Kern außerhalb von Deutschland im Nordosten angekommen“ sein, prognostiziert die Meteorologin Kathy Schrey von wetter.net. Das Windfeld soll jedoch weiterhin aktiv bleiben, daher ist äußerste Vorsicht im Freien geboten. Gerade in Norddeutschland muss aber schon in der Nacht zum Dienstag aufgepasst werden, warnt die Wetter-Expertin: „Da gibt es Schneeregen und Schnee im Norden – das ist in Verbindung mit der kalten Luft die Ausgangslage für glatte Straßen.“
Ab Freitag (22. November) soll sich die stürmische, verschneite Wetterlage allmählich beruhigen. Die Schneeschauer lassen nach, vereinzelt kann es an der Küste noch zu stürmischen Böen kommen. Schon ab Sonntag soll sich das Wetter sogar wieder komplett wenden. (asc/dpa)
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