Bernd Greiner

Historiker über Trumps Venezuela-Politik: „Das ist Herrschaft durch Angst"

+
Entführt in die USA: Nicolás Maduro (2.v.l.) bei seiner Ankunft in New York.
  • schließen

Historiker Bernd Greiner über die Entführung Maduros, die Monroe-Doktrin und die vielen Interventionen der USA in Mittel- und Südamerika.

Der Politikwissenschaftler Bernd Greiner hat kürzlich ein vielbeachtetes Buch über die Geschichte der USA vorgelegt. Er richtet den Fokus auf die inneren Ereignisse des Landes seit dem 19. Jahrhundert. Vielbeachtet war auch sein Buch über den Vietnam-Krieg der Vereinigten Staaten.

Professor Greiner, erleben wir mit Blick auf Venezuela derzeit einen Bruch in der US-Außenpolitik – oder lediglich deren Fortsetzung?
Es ist die Fortsetzung einer sehr langen, im Grunde unendlichen Geschichte. Diese Geschichte beginnt nicht erst im Kalten Krieg, sondern bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert, mit dem Spanisch-Amerikanischen Krieg. Seitdem setzt sich eine Linie amerikanischer Interventionen in Latein- und Mittelamerika fort, Jahrzehnt für Jahrzehnt. Es gibt faktisch kein Land in der Region, das davon verschont geblieben wäre – sei es durch direkte militärische Interventionen oder durch verdeckte Operationen der Geheimdienste. Manche Länder hat es sogar mehrfach getroffen. Selbst Kleinstaaten wie Panama, Haiti oder Grenada.
Dann wäre Donald Trump in dieser Hinsicht kein Sonderfall?
Nein. Trump reiht sich in eine über hundertjährige Kontinuität ein, er setzt fort, was auch für fast alle Präsidenten nach 1945 Standard war: dass nämlich Völkerrecht gegenüber US-Interessen nachrangig ist. Eisenhower intervenierte in Guatemala, Kennedy verantwortete die Schweinebucht-Invasion, Johnson entsandte Mitte der 1960er-Jahre Marines in die Dominikanische Republik. Nixon spielte eine zentrale Rolle beim Sturz Allendes in Chile, aber auch – weniger bekannt – in Bolivien, wo die CIA maßgeblich dazu beitrug, die Regierung Torres zu stürzen, nachdem diese amerikanische Unternehmen verstaatlicht hatte.
Und dann?
Unter Ford folgte die sogenannte Operation Condor. In diesem Netzwerk koordinierten lateinamerikanische Militärdiktaturen mit Hilfe der CIA ihren Terror im Inneren – in Argentinien, Brasilien, Chile, Uruguay, Paraguay und Bolivien. Reagan knüpfte daran an, etwa in Nicaragua, El Salvador und Grenada. Das Muster ist immer dasselbe: Die USA unterstützen jene Kräfte, die ihre Interessen sichern und verhindern, dass amerikanische Dominanz in der Region infrage gestellt wird.
Welcher historische Vergleich drängt sich mit Blick auf das aktuelle Vorgehen am ehesten auf?
Der Fall Noriega zwischen Dezember 1989 und Januar 1990. Er drängt sich vor allem deshalb auf, weil es sich damals wie heute um eine Entführungsaktion handelte. Mit einem Unterschied: Noriega hatte sich in die vatikanische Vertretung geflüchtet, um seiner Verhaftung zu entgehen. US-Truppen umstellten das Gebäude, beschallten es tagelang mit ohrenbetäubender Rockmusik, bis er aufgab. Er wurde in die USA ausgeflogen und dort zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Derlei Kidnapping verstößt gegen internationales Recht und gegen das Völkerrecht, was selbstredend auch für die vielen Militärinterventionen und verdeckten geheimdienstlichen Operationen gilt.
Viele Beobachter sprechen dennoch von einer neuen Qualität und einer besonderen Gefahr. Worin liegt sie?
Sie liegt in der internationalen Konstellation – und in Trumps Politikverständnis. Mit diesem Verhalten stellt Trump Akteuren wie Putin oder Xi Jinping einen Freifahrtschein aus. Sie können jederzeit sagen: Wenn die USA das Völkerrecht ignorieren, warum sollten wir uns daran halten? Taiwan, die Ukraine – all das lässt sich so legitimieren. Hinzu kommt, dass Trump Politik nach Mafia-Art betreibt – ich benutze diesen Begriff bewusst. Unberechenbarkeit ist sein Leitmotiv, seine wichtigste politische Waffe. Womit er allen zu verstehen gibt: Ich nehme mir, was ich will, und ich bekomme, was ich will. Drohen, erpressen, einschüchtern, darum dreht sich alles.
Was bedeutet das für die internationale Ordnung?
Sobald Unberechenbarkeit zum zentralen Instrument von Politik wird, hebelt man eine ohnehin fragile internationale Ordnung weiter aus. Trump setzt das Recht des Stärkeren an die Stelle des Rechts. Die Schäden, die dadurch entstehen, sind enorm und langfristig schwer zu reparieren. Denn pulverisiert wird das Fundament jeder funktionierenden internationalen Ordnung: wechselseitiges Vertrauen. Genau dort trifft diese Politik die internationale Gemeinschaft ins Mark.
Was folgt aktuell daraus?
Die Wirkung seiner Unberechenbarkeit lässt sich Tag für Tag am Beispiel Europas beobachten. Die dortige Verunsicherung führt zur Selbstzensur, zur Unterwürfigkeit – und schließt das alberne Bemühen ein, einen Despoten zu besänftigen, der sich über diese Willfährigkeit am Ende lustig macht.
Nun wird ja erstmals sehr offen gesagt, es gehe um Ressourcen – konkret um Öl. Etwa von Pete Hegseth. Ist das historisch neu?
Ja, das ist in dieser Offenheit neu. Das gehört zu Trumps politischer Rohheit, dass er auf jede Form wertegeleiteter Legitimation verzichtet. Frühere Interventionen wurden fast immer moralisch oder sicherheitspolitisch begründet: mit Menschenrechtsverletzungen, mit der Abwehr von wirtschaftlichem Chaos, mit terroristischer Bedrohung und so weiter. Selbst unter Theodore Roosevelt hieß es noch, die USA handelten zum Schutz des amerikanischen Kontinents vor europäischen Großmächten, sie seien eine benevolente Ordnungsmacht. Auf diese Rhetorik verzichtet Trump, es ist ihm schlicht egal, was der Rest der Welt denkt.
Stattdessen verweist er auf den Drogenhandel.
Das ist ein geradezu bizarres Argument. Besonders absurd wirkt es, wenn man bedenkt, dass Trump vor kurzem den ehemaligen honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández begnadigt hat – einen Mann, der wegen erwiesenen Drogenschmuggels und Verbindungen zu Drogenkartellen zu 45 Jahren Haft verurteilt worden war.
Was bewirkt diese demonstrative Unberechenbarkeit international?
Sie lähmt. Alle starren wie das Kaninchen auf die Schlange und fragen sich: Sind wir die Nächsten, wenn wir nicht spuren? Und er versetzt alle in atemlose Spannung: Heute Venezuela, morgen vielleicht Grönland, übermorgen Mexiko oder Kolumbien. Das ist Herrschaft durch Angst und folgt einer Logik aus der Zeit der Sklaverei: Man muss nicht sehr viele Sklaven auspeitschen, um alle auf der Plantage in Reih und Glied zu halten.

Bernd Greiner, Jahrgang 1952, ist Gründungsdirektor und Mitarbeiter des Berliner Kollegs Kalter Krieg. Er lehrte Außereuropäische Geschichte an der Universität Hamburg und leitete bis 2014 den Arbeitsbereich „Theorie und Geschichte der Gewalt“ am Hamburger Institut für Sozialforschung.


Sein jüngstes Buch erschien im Herbst 2025: Weißglut. C. H. Beck. 464 S. 32 Euro.

Lässt sich das noch mit klassischen Leitlinien amerikanischer Außenpolitik vereinbaren – etwa mit der Monroe-Doktrin?
Durchaus. Man darf die Monroe-Doktrin nicht romantisieren. Ihre wohlklingende Seite lautete: Europa soll sich aus der westlichen Hemisphäre heraushalten. Doch von Anfang an bedeutete sie auch etwas anderes: den Anspruch der USA, als Ordnungsmacht nach eigenem Ermessen in Lateinamerika zu intervenieren. Der berühmte Satz „Amerika den Amerikanern“ müsste eigentlich heißen: Amerika den US-Amerikanern. Wer sich aus diesem Korridor amerikanischen Wohlwollens herausbewegte, galt als politisch krank – als jemand, den man „kurieren“ müsse. Sanktionen oder Interventionen reichten oft schon aus, wenn Regierungen ernsthafte Landreformen planten und dabei amerikanische Konzerne enteigneten.
Das betraf nicht nur linke Regierungen.
Ganz und gar nicht. Wir sprechen häufig über sozialdemokratische Reformprojekte. Das klassische Beispiel ist Jacobo Árbenz in Guatemala. Er wurde 1954 gestürzt, weil er eine Landreform zugunsten der Armen wollte – und damit amerikanische Interessen verletzte. In den Augen der Eisenhower-Regierung war das bereits verdächtig genug. Trumps Politik fügt sich in diese Tradition.
Und worin liegt der Unterschied?
Er tritt wie ein Mafioso auf und tauft die Monroe-Doktrin konsequenterweise in Don-roe-Doktrin um – Politik aus dem Hause Donald oder aus dem Hause Don Corleone wie im Film „Der Pate“. Trump formuliert diese Politik brachialer, brutaler, schamloser als seine Vorgänger. Und – das ist entscheidend – er steht nicht für ein selbstbewusstes Amerika im imperialen Aufstieg, wie Theodore Roosevelt. Trump steht für ein Amerika im relativen Abstieg. Und Großmächte im Abstieg sind historisch betrachtet die gefährlichsten. Sie haben weniger Geduld, weniger Selbstvertrauen, mehr Angst vor Bedeutungsverlust. Sie neigen eher zu Überreaktionen, also dazu, ihr Konto zu überreizen, um den Abstieg aufzuhalten. Diese Mischung aus Torschlusspanik und Machtverlust macht Trumps Politik so brisant. Im Verein mit Xi Jinping und Putin rührt er eine toxische Mischung an.
Es gibt ja eine neue Sicherheitsdoktrin dieser US-Regierung. Deckt sie sich mit der überlieferten Tradition amerikanischer Außenpolitik – oder wird damit die Einflusssphäre der USA ausgeweitet? Sie haben Grönland bereits erwähnt.
Sie wird eindeutig ausgeweitet. Diese Sicherheitsdoktrin lässt sich im Grunde auf einen einzigen Satz reduzieren: Amerika ist groß, wenn es andere klein macht. Das ist ihr Kern. Die USA reklamieren für sich das Recht, sämtliche verfügbaren Instrumente einzusetzen – wirtschaftliche Erpressung, Sanktionen, militärischen Druck, den Einsatz künstlicher Intelligenz, die Nutzung hoch entwickelter Kommunikations- und Überwachungstechnologien –, um kompromisslos und ohne Rücksicht auf fremde Interessen ihre Position durchzusetzen. Und vor diesem Hintergrund ist die offen ausgesprochene Formel „Uns geht es ums Öl“ nichts anderes als die logische Fortsetzung dessen, was Trump auch im Fall Grönlands formuliert: Wir bekommen, was wir beanspruchen. Und wer sich widersetzt, wird mit den Folgen leben müssen.
Auffällig ist ja die europäische Reaktion. Rechte Parteien kritisieren Trump teils offen, während Regierungsvertreter in Europa äußerst zögerlich reagieren und von „Komplexität“ sprechen. Wie bewerten Sie das?
Dieser Satz – „Ich kann dazu im Moment nichts sagen, weil der Vorgang so komplex ist“ – etwa von Friedrich Merz, ist in mehrfacher Hinsicht entlarvend. Einerseits zeigt er, dass man den Preis des Widerspruchs sehr genau kennt. Damit steht Merz nicht allein. Auch Emmanuel Macron oder der britische Premier reagieren auffallend zurückhaltend. Sie wissen offenbar, was ihnen droht, wenn sie diese Intervention offen verurteilen: Strafzölle, der Entzug von Geheimdienstinformationen oder militärischen Nachschubs – die Palette ist breit. Andererseits ist der Merzsche Verweis auf Komplexität eine politische Bankrotterklärung. Oder, wenn man es schärfer sagen will, eine Beleidigung der Intelligenz des Publikums. Nennen Sie mir ein politisches Problem, das nicht komplex wäre. Sich dahinter zu verschanzen, zeigt auch, dass man keine Idee hat, wie man sich mittel- und langfristig aus dieser Umklammerung durch die USA lösen könnte.
Das hieße: Europa macht sich selbst klein?
So ist es. Der aktuelle Kuschelkurs beschreibt nichts weiter als europäische Schwäche und Einfallslosigkeit. Wenn Europa Trumps Politik weiterhin akzeptiert und widerstandslos schluckt, dann gibt es eigentlich nichts mehr, was man künftig nicht akzeptieren wird.
Ist man mit dieser Haltung nicht bereits Teil von Trumps Welt – unfreiwillig, aber faktisch?
Ja. Genau das meine ich mit politischer Bankrotterklärung. Man ergibt sich der Erpressung, weil man allzu lange die Augen davor verschlossen hat, was sich in den USA entwickelt – und dass ein Teil der dortigen politischen Klasse bereit ist, ihre Interessen mit allen Mitteln und um fast jeden Preis durchzusetzen.
Kommen wir zur konkreten Operation. Vieles deutet darauf hin, dass sie von der CIA geführt wurde. Die CIA hat in Lateinamerika eine lange Geschichte – Allende, Schweinebucht. Kann man sagen, dass dies aus US-Sicht eine ideal verlaufene Operation war, auch wegen technologischer Überlegenheit?
Zweifellos spielt technologische Überlegenheit heute eine große Rolle. Aber man sollte die Geschichte nicht verzerren. Die Interventionen der letzten 120 Jahre waren aus amerikanischer Sicht keineswegs Misserfolge. Gewiss, die Schweinebucht-Operation im April 1961 war ein spektakulärer Fehlschlag, alle weiteren Versuche, Castro zu stürzen, führten ebenfalls zu nichts. Aber das sind Ausnahmen. Der Sturz von Jacobo Árbenz 1954 in Guatemala war aus Sicht der Eisenhower-Administration ein Erfolg. Johnsons Einsatz der Marines in der Dominikanischen Republik ebenso. Der Putsch in Chile 1973 war für die Anstifter – chilenische Militärs in Kooperation mit der Central Intelligence Agency – eine Erfolgsgeschichte. In der Regel hat man erreicht, was man wollte: Militärdiktaturen installieren, Terrorregime stabilisieren, demokratische Prozesse im Keim ersticken. Aus Sicht der Planer ist auch die Venezuela-Operation ein Erfolg.
Bleibt die Frage nach den Motiven. Dient diese Aktion der innenpolitischen Selbstinszenierung Trumps – oder hat sie primär außenpolitische Gründe?
Ich gehe davon aus, dass sie in erster Linie außenpolitisch motiviert ist. Trump nimmt im Grunde nur auf eine Gruppe ernsthaft Rücksicht: evangelikale Christen. Mit allen anderen verfährt er nach dem Prinzip, mit dem er von Anfang an angetreten ist: Ich nehme auf niemanden Rücksicht – und genau das macht mich erfolgreich. Solange keine Zinksärge zurückkommen, wie in Vietnam oder Afghanistan, solange keine amerikanischen Soldaten getötet werden, wird er damit auch innenpolitisch durchkommen. Es mag in der MAGA-Bewegung einzelne Irritationen geben, mehr aber auch nicht.
Sie haben das Grundprinzip von Make America Great Again so formuliert: Amerika wird umso größer, je kleiner es andere macht. Trifft das noch immer einen Nerv in der US-Gesellschaft?
Ja, das tut es – nicht bei allen, aber bei vielen. Die USA sind nach wie vor eine fast zu gleichen Teilen gespaltene Nation. Doch für diejenigen, die Trump unterstützen, erfüllt er lang gehegte Erwartungen. Sein Versprechen von Dominanz, von Durchsetzungskraft, von Rücksichtslosigkeit nach außen, all dies verfängt weiterhin.
Heißt das, man kann ein Irak-Szenario – also eine massive militärische Intervention – im Fall Venezuelas ausschließen?
Ausschließen kann man gar nichts. Welche Druckmittel Trump noch in der Hinterhand hat, wissen wir nicht. Klar ist nur: Die Möglichkeiten unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges sind heute enorm. Wir haben das gesehen – das enge Zusammenspiel von Spezialkräften und Geheimdiensten erlaubt es, Interessen durchzusetzen, ohne Zehntausende Soldaten zu entsenden. Was Trump künftig bereit ist einzusetzen, bleibt offen. Gerade weil diese Politik bewusst auf Unberechenbarkeit setzt, lässt sich eine klare Prognose kaum treffen.
Wie wird dieses Vorgehen in Moskau und Peking bewertet? Was wiegt für Russland und China schwerer – dass ein Verbündeter angegriffen wurde oder dass die USA selbst offen das Völkerrecht missachten?
Eindeutig Letzteres. Für Akteure wie Wladimir Putin oder Xi Jinping ist jemand wie Maduro letztlich nur ein Bauer auf dem Schachbrett. Entscheidend ist, welches Signal von Trumps Politik ausgeht. Wenn am Ende der Eindruck entsteht, dass das Völkerrecht keine bindende Kraft mehr besitzt und Großmächte sich nehmen dürfen, was sie wollen, dann ist das aus Putins und Xis Perspektive ein Gewinn. Dann kann man mit Blick auf Taiwan oder die Ukraine argumentieren: Die Spielregeln gelten ohnehin nicht mehr.
Können sich damit all jene bestätigt sehen, die immer betont haben, dass die USA nicht besser als Putins Russland seien?
Na ja, wer derartigen Unsinn in die Welt setzt, fühlt sich von allem Möglichen bestätigt. Interessanter scheint mir, wie Kommentatoren auf der Rechten mit Trump umgehen. In der „Bild“-Zeitung wird ihm wegen der Venezuela-Aktion geradezu gehuldigt.
Die USA haben von der internationalen Ordnung, an deren Aufbau sie in der Vergangenheit wesentlich beteiligt waren, profitiert. Zählen diese Vorteile denn gar nichts mehr?
Zweifellos waren die Gewinne enorm. Die enge wirtschaftliche Verflechtung mit Europa sicherte Absatzmärkte und den Austausch von Wissen, die Dominanz in der NATO war ein Garant für politische Gefolgschaft, zusammen mit Westeuropa konnte man sowjetische Machtambitionen eindämmen. All das war eine auf langfristigen Gewinn ausgelegte Politik, für die nicht nur der Gewinn des Augenblicks zählte. Bei Trump ist es umgekehrt: Wichtig ist einzig der aktuelle Ertrag. Dass er glaubt, damit auf Dauer Amerikas Position aufwerten zu können, ist ein fataler Irrtum. Aber ein Irrtum, für den er den Rest der Welt in Haftung nimmt.

Kommentare