Dauerregen verursacht massive Schäden

Hochwasser flutet Saarland: Dämme brechen, Straßen überschwemmt, „massive Schäden an Infrastruktur“

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In Saarbrücken herrscht Ausnahmezustand: In 24 Stunden fiel mehr Regen als sonst in einem Monat. Die Schäden durch das Hochwasser sind massiv.

Saarbrücken – Extremer Dauerregen sorgte am Freitag (17. Mai) im Saarland für starke Überschwemmungen. Ganze Regionen standen unter Wasser, die Pegel der Flüsse waren so hoch wie nie. Die Niederschläge ließen mittlerweile zwar nach, doch die Gefahr ist noch nicht gebannt. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will am Samstag ins Krisengebiet reisen.

3.000 Einsätze im Saarland: „Wir haben überall Evakuierungen“

Die Folgen des Hochwassers: Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, Erdrutsche, Verkehrschaos, Dammbrüche und ganze Ortsteile ohne Strom. Im saarländischen Ottweiler musste der Strom in der Altstadt zeitweise zur Vorsorge abgestellt werden, teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit. Das gesamte Ausmaß der Katastrophe steht noch nicht fest. Es müsse davon ausgegangen werden, dass es massive Schäden geben werde – an der öffentlichen Infrastruktur und bei den Bürgern, sagte die Ministerpräsidentin des Saarlands, Anke Rehlinger, dem Saarländischen Rundfunk. „Es ist vollkommen klar, dass wir es hier mit einem Ereignis von überörtlicher Bedeutung zu tun haben.“

Anwohner im Ort Lebach im Saarland bringen ein Gitter vor dem Hochwasser in Sicherheit (Bild vom 17. Mai 2024).

Gemeinsam mit Kanzler Scholz wird Rehlinger sich am Samstag ein Bild von der Situation vor Ort machen. Die Landesregierung habe „kurzfristig Beschlüsse gefasst, durch die Hilfe bereitsteht, um entstandenen Schäden zu beheben“, so die Ministerpräsidentin weiter. Polizei und Einsatzkräfte rückten im Saarland am Freitag bis zum frühen Samstagmorgen über 3.000 Mal aus. Zahlreiche Gebäude wurden evakuiert. Die Landeshauptstadt Saarbrücken richtete in Schulen Ausweichquartiere ein. „Wir haben überall Evakuierungen“, sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Saarbrücken. „Es regnet überall, landesweit.“ Bundesinnenministerin Nancy Faser lobte Polizei, Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen für ihren unermüdlichen Einsatz.

Hochwasser im Saarland: Gefahr weiterer Überschwemmungen noch nicht gebannt?

Schon jetzt ist klar, dass die Pegelstände der Flüsse im Saarland Rekordhöhen erreichten. So ein Hochwasser komme nur alle 20 bis 50 Jahre vor, teilte das zuständige Landesamt für Umweltschutz mit. Innerhalb von 24 Stunden waren in dem kleinen Bundesland mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Zum Vergleich: Im gesamten April fielen im Saarland 74 Liter pro Quadratmeter – auch das war bereits mehr als in dem Monat üblich. Teile des benachbarten Bundeslandes Rheinland-Pfalz waren ebenfalls vom Unwetter betroffen: Bäume stürzten um, Keller liefen voll und Straßen wurden überspült.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob die Unwetterwarnungen im Saarland am Samstag auf. Auch die Polizei teilte mit, die Lage hätte sich am frühen Samstagmorgen etwas entspannt. Seit 1.00 Uhr stiegen die Pegelstände der Flüsse zumindest nicht mehr, sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Saarbrücken, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Die Saar führt laut WDR allerdings noch immer zu viel Wasser, demnach werde mit weiteren Überflutungen gerechnet. Wegen der Überschwemmungen rät die Deutsche Bahn derzeit von nicht notwendigen Reisen ins Saarland ab.

Rubriklistenbild: © Foto: Harald Tittel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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