„Der Albtraum kehrt zurück“: Erdbeben-Serie auf Griechenland-Insel weckt schreckliche Erinnerungen
VonMartina Lippl
schließen
Die Erdbeben auf Santorin wollen nicht aufzuhören. Im Gegenteil. Dabei gab es dort bereits ein historisches Beben.
Athen – Azurblaues Wasser, dramatische Klippen und weißgetünchte Häuser – die griechische Insel Santorin (oder auch Santorini) ist für Urlauber ein Traumziel. Die aktuelle Erdbeben-Serie bringt es buchstäblich ins Wanken. „Der Albtraum von 1956 kehrt zurück“, titelte die griechische Zeitung Ta Nea. Ein schlimmes Ereignis vor 70 Jahren taucht wieder auf. Dazu gibt es einen aktiven Vulkan auf Santorin. Doch Experten kontern.
Erdbeben auf Santorini erinnern an Albtraum vor fast 70 Jahren
Damals im Jahr 1956 hatten zwei Erdbeben der Stärke 7,7 und 7,2 auf der griechischen Insel Santorin Dutzende Opfer gefordert. Ein 20 Meter hoher Tsunami wurde ausgelöst.„Die Leute sollten nicht in Panik geraten, wir werden kein Erdbeben wie 1956 erleben“, betonte der Efthymios Lekkas, Präsident der Organisation für erdbebensichere Planung und Absicherung (OASP), im Gespräch mit Mega, berichtet das Portal prothema.gr.
Rückblick mit Schrecken: Zwei Bewohner gehen über Trümmer von Wohnhäusern durch eine kleine, völlig verwüstete Ortschaft auf der Insel Santorini am 12.Juli 1956. Ein heftiges Erdbeben erschütterte weite Gebiete des Ägäischen Meeres.
„Es kann ein stärkeres Erdbeben geben, aber auf keinen Fall mehr als 6 auf der Richterskala“, so Lekkas. Bei vielen Bewohnerinnen und Bewohnern liegen die Nerven blank. Tausende flüchten vor den Erdbeben.
Der Vulkan Kolumbos befindet sich nordöstlich der Insel unter Wasser. Einen möglichen Zusammenhang der Erdbeben mit dem Vulkan auf Santorin schließt ein weiterer Experte aus – zumindest im Moment.
Die Erdbeben sind tektonischen Ursprungs, stehen mit seismischen Verwerfungen in Zusammenhang, sagte Seismologe Gerasimos Papadopoulos im staatlichen Sender ERT.
550 Erdbeben, flüchtende Urlauber und Angst vor dem Hauptbeben – dramatische Bilder aus Santorini
Im Jahr 1650 hatte ein Vulkanausbruch schwere Schäden im gesamten östlichen Mittelmeer angerichtet. Laut kathimerini.com gilt der Ausbruch als einer der größten der Menschheitsgeschichte. Die Eruption zerstörte einen großen Teil der Insel, meterhoch bedeckte Asche das Eiland. Der Vulkan ist zwar aktiv, der letzte bemerkenswerte Ausbruch ereignete sich 1950.
Aktuelle Erdbeben auf Santorin tektonischen Ursprungs
Es handelt sich um eine etwa 30 Kilometer lange Zone. „Sie beginnt im Nordosten von Santorin, im Meeresgebiet und setzt sich Richtung Amorgos fort.“ Das Gebiet liege etwa 30 bis 40 Kilometer von den Inseln Amorgos, Santorin, Anafi, Astypalea entfernt. Die Verwerfung im Jahr 1956 hatte, laut Papadopoulos, eine Länge von 100 bis 120 Kilometern. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass die gesamte Störung aktiviert werde. Allerdings bestehe ein erhebliches seismisches Potenzial für die Aktivierung eines großen Teils der Verwerfung. Ein Erdbeben der Stärke 6 liegt laut Papadopoulos im Bereich des Möglichen.
Die ersten Beben auf Santorin traten bereits Ende Januar auf. Seit dem vergangenen Wochenende nimmt die seismische Aktivität zu, mit Stärken von über 4 auf der Richterskala. Wie sich die Lage weiter entwickelt, bleibt abzuwarten.