Eklat in Malmö

Joost Klein von ESC 2024 ausgeschlossen: Details zu den Vorwürfen – Sender: „Zwischenfall“ hinter Bühne

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Joost Klein darf nicht für die Niederlande im Finale des ESC 2024 antreten. Nun sickern Details zu den Vorwürfen gegen den „Europapa“-Sänger durch.

Update vom 11. Mai 2024, 18:35 Uhr: Jetzt reagiert der niederländische TV-Sender AvroTros auf die Vorwürfe gegen Sänger Joost Klein. „Nach dem Auftritt am vergangenen Donnerstag kam es zu einem Zwischenfall. Entgegen klarer Absprachen wurde Joost gefilmt, als er gerade von der Bühne kam und in den Green Room eilen musste“, schreibt der Sender in einem Statement, aus dem unter anderem De Telegraaf zitiert. „Zu diesem Zeitpunkt hat Joost wiederholt darauf hingewiesen, dass er nicht gefilmt werden möchte. Dies wurde nicht beachtet. Dies führte dazu, dass Joost eine bedrohliche Bewegung in Richtung der Kamera machte. Dabei hat Joost die Kamerafrau nicht berührt“, heißt es weiter. Der Vorfall wurde allerdings zur Anzeige gebracht, die Polizei ermittelt.

Erstmeldung vom 11. Mai 2024: Malmö – In fast 70 Jahren Eurovision Song Contest gab es das noch nie: Nur wenige Stunden vor Beginn des großen ESC-Finales in Malmö wurde der holländische Kandidat Joost Klein (26) von der Teilnahme ausgeschlossen. Trotz Favoriten-Potenzial werden die Niederlande somit nicht am 68. ESC teilnehmen. Das teilte die Europäische Rundfunkunion (EBU) am Samstagmittag mit.

Joost Klein sollte für die Niederlande 2024 beim ESC antreten - doch wegen Polizeiermittlungen gegen ihn wurde er nun disqualifiziert.

Das ESC-Finale findet in diesem Jahr mit nur 25 statt 26 Ländern statt, wie die EBU in einem Statement am Samstag schreibt. Der Grund ist die Disqualifizierung des niederländischen Kandidaten Joost Klein, der sich im zweiten Halbfinale eigentlich einen Platz im Finale gesichert hatte. Nach seinem Auftritt am Donnerstagabend soll sich jedoch ein Vorfall ereignet haben, der zunächst nicht näher ausgeführt wurde. Klar war bis Samstagmittag nur: Der 26-Jährige durfte aufgrund polizeilichen Untersuchungen nicht an den beiden Durchlaufproben für das ESC-Finale teilnehmen.

Vorfall mit Produktionsmitarbeiterin nach ESC-Halbfinale: Niederländer Joost Klein disqualifiziert

Jetzt, wo Joost Klein offiziell nicht im Finale des ESC 2024 singen darf, gibt es weitere Hintergründe zu dem Vorfall: Offenbar hat eine Frau aus dem Produktionsteam eine Beschwerde gegen den Niederländer eingelegt. Das bestätigt auch die EBU: „Die schwedische Polizei hat die Anzeige eines weiblichen Mitglieds des Produktionsteams nach einem Zwischenfall nach seinem Auftritt im Halbfinale am Donnerstagabend untersucht“, heißt es in dem Statement. Während der Polizeiermittlungen sei es nicht angebracht, dass der Sänger „weiter am Wettbewerb“ teilnehme.

Die EBU teilt weiter mit, dass sie eine „Null-Toleranz-Politik“ gegenüber unangemessenem Verhalten beim Eurovision Song Contest verfolge und bestrebt sei, allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein sicheres Arbeitsumfeld zu bieten. Dies war wohl zumindest für eine Mitarbeiterin nicht mehr gewährleistet – das Verhalten des niederländischen Künstlers werde „als Verstoß gegen die Wettbewerbsregeln gewertet“.

Rapper Joost Klein sicherte sich in diesem Jahr mit „Europapa“ einen Platz im Finale. Nun wurde er jedoch vom ESC ausgeschlossen.

Ermittlungen gegen ESC-Sänger Joost Klein: Polizei nennt erste Details zu Vorwürfen gegen Niederländer

Details zu den Vorwürfen teilte die EBU bislang nicht mit. Die schwedische Boulevardzeitung Aftonbladet will erfahren haben, dass Joost Klein der Produktionsmitarbeiterin gegenüber handgreiflich geworden sei. Bestätigt wurde dies bislang weder von der Polizei, noch von anderen Quellen. Der schwedische TV-Sender SVT hingegen berichtet von strafrechtlich verfolgbaren Drohungen gegenüber einer Mitarbeiterin, die Klein nach dem Halbfinale am Donnerstag in Malmö ausgesprochen haben soll.

Der Polizeisprecher von Malmö, Pelle Vamstad, sagte der Nachrichtenagentur AFP zu den Vorwürfen gegen Klein: „Die Polizei ermittelt wegen Einschüchterung.“ Die Straftat sei am Donnerstagabend in der Malmö-Arena begangen worden. Der Verdächtige sei angehört worden und befinde sich nicht in Haft.

Diese Sänger holten für Deutschland die wenigsten Punkte beim „Eurovision Song Contest“

Lord Of The Lost aus Deutschland während der Abstimmung beim Finale des 67. Eurovision Song Contest (ESC) in der M&S Bank Arena in Liverpool.
2023 performte die Band Lord Of The Lost ihren Song „Blood & Glitter“ in Liverpool – leider sehr erfolglos. Sie erreichten mit 18 Punkten den 26. (letzten) Platz beim Eurovision Song Contest. © picture alliance/dpa | Peter Kneffel
Malik Harris aus Deutschland singt den Song „Rockstars“ beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC)
Malik Harris holte 2022 in Turin mit seinem Song Rockstars nur sechs Punkte und belegte somit den letzten ESC-Platz (Platz 25). © picture alliance/dpa | Jens Büttner
Der deutsche ESC-Teilnehmer Jendrik performt seinen Song „I Don‘t Feel Hate“ beim Eurovision Song Contest 2021 in Rotterdam.
Nur drei Punkte erhielt der deutsche ESC-Teilnehmer Jendrik mit seinem Song „I Don‘t Feel Hate“ 2021 in Rotterdam. Im Finale belegte er damit den vorletzten Platz. © IMAGO/ANP
S!sters trat 2019 beim ESC in Tel Aviv für Deutschland an. Mit ihrem Song „Sister“ sammelte das Pop-Duo 24 Punkte. Das reichte nur für den vorletzten Rang.
S!sters trat 2019 beim ESC in Tel Aviv für Deutschland an. Mit ihrem Song „Sister“ sammelte das Pop-Duo 24 Punkte. Das reichte nur für den vorletzten Rang. © IMAGO/ITAR-TASS
Levina vertrat Deutschland beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiew mit ihrem Song „Perfect Life“.
Levina vertrat Deutschland beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiew mit dem Song „Perfect Life“. Für ihren Auftritt gab es insgesamt nur sechs Punkte (Platz 25). © IMAGO/Depositphotos
Jamie-Lee Kriewitz performte ihren Song „Ghost“ für Deutschland beim ESC 2016 in der schwedischen Hauptstadt Stockholm.
Jamie-Lee Kriewitz performte beim ESC 2016 in der schwedischen Hauptstadt Stockholm ihren Song „Ghost“. Mit nur elf Zählern stand im Finale der letzte Platz für Deutschland zu Buche. © IMAGO/Stefan Crämer
Die deutsche ESC-Teilnehmerin Ann Sophie präsentierte am 23.05.2015 beim 60. Eurovision Song Contest in Wien (Österreich) ihr Lied „Black Smoke“.
Harte Klatsche für Sängerin Ann Sophie: Sie erhielt mit ihrem Song „Black Smoke“ beim ESC im Jahr 2015 in Wien keinen einzigen Punkt. © picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa | Julian Stratenschulte
Im Jahr 2014 schickte Deutschland das Trio Elaiza um Frontfrau Ela Steinmetz zum Eurovision Song Contest nach Kopenhagen.
Im Jahr 2014 schickte Deutschland das Trio Elaiza um Frontfrau Ela Steinmetz zum Eurovision Song Contest nach Kopenhagen. 39 Punkte für den Song „Is It Right“ reichten im ESC-Finale nur für Platz 18. © IMAGO/ITAR-TASS
Beim ESC 2013 in Malmö konnte Cascada mit dem Song „Glorious“ nicht viele Punkte (18) für Deutschland einheimsen. Frontfrau Natalie Horler belegte damit den 21. Platz.
Beim ESC 2013 in Malmö konnte Cascada mit dem Song „Glorious“ nicht viele Punkte (18) für Deutschland einheimsen. Frontfrau Natalie Horler belegte damit den 21. Platz. © IMAGO/ITAR-TASS
Der US-amerikanische Sänger Oscar Loya vom Duo „Alex Swings Oscar Sings!“ beim ESC 2009 in Moskau mit Burlesque-Künstlerin Dita von Teese.
Der US-amerikanische Sänger Oscar Loya vom Duo „Alex Swings Oscar Sings!“ versuchte beim ESC 2009 in Moskau gemeinsam mit Burlesque-Künstlerin Dita von Teese die Zuschauer zu begeistern. Für den Song „Miss Kiss Kiss Bang“ gab es jedoch nur 35 Punkte (Platz 20 für Deutschland). © dpa/EPA/Yuri Kochetkov
Beim ESC 2008 in Belgrad trat die Girlgroup No Angels mit ihrem Song „Disappear“ an.
Beim ESC 2008 in Belgrad trat die Girlgroup No Angels mit ihrem Song „Disappear“ an. Verschwindend gering war auch die Punkteausbeute: Mit nur 14 Zählern belegten die deutschen Teilnehmerinnen gemeinsam mit Polen und dem Vereinigten Königreich den letzten Platz. © dpa/Jörg Carstensen
„Texas Lightning“-Sängerin Jane Comerford gab beim Eurovision Song Contest 2006 in Athen den Song „No No Never“ zum Besten.
„Texas Lightning“-Sängerin Jane Comerford gab beim Eurovision Song Contest 2006 in Athen den Song „No No Never“ zum Besten. Dafür gab es insgesamt nur 36 Punkte (Platz 15). © IMAGO/Andreas Neumeier
Die deutsche Sängerin Garcia beim Eurovision Song Contest 2005 in Kiew
Lediglich vier Zähler erreichte Sängerin Gracia mit dem Titel „Run & Hide“ beim ESC 2005 in Kiew. Deutschland war damit Schlusslicht aller 24 Teilnehmer. © dpa/Ulrich Perrey
Beim Eurovision Song Contest 2002 in der estnischen Hauptstadt Tallinn sang Corinna May den Titel „I Can‘t Live Without Music“.
Beim Eurovision Song Contest 2002 in der estnischen Hauptstadt Tallinn sang Corinna May den Titel „I Can‘t Live Without Music“. 17 Punkte reichten damals nur für Platz 21. © IMAGO/Scherf
Glen Penniston (l.) und seine Frau Cheyenne traten als Duo „Stone & Stone“ mit dem Titel „Verliebt in Dich“ beim ESC 1995 in Dublin für Deutschland an.
Glen Penniston (l.) und seine Frau Cheyenne traten als Duo „Stone & Stone“ mit dem Titel „Verliebt in Dich“ beim ESC 1995 in Dublin für Deutschland an – ohne Erfolg. Endergebnis: Letzter Platz mit nur einem Punkt. © IMAGO/teutopress
Beim ESC 1991 in Rom wurde Deutschland durch „Atlantis 2000“, einem Musikprojekt des Produzenten Alfons Weindorf und des Musikers und Texters Helmut Frey, vertreten.
Beim ESC 1991 in Rom wurde Deutschland durch „Atlantis 2000“, einem Musikprojekt des Produzenten Alfons Weindorf und des Musikers und Texters Helmut Frey, vertreten. Für den Song „Dieser Traum darf niemals sterben“ gab es zehn Punkte (Platz 18 von 22). © IMAGO/United Archives
Das Schlagerduo Cindy & Bert, bestehend aus Jutta und Norbert Berger, stand beim Eurovision Song Contest 1974 in Brighton für Deutschland auf der Bühne.
Das Schlagerduo „Cindy & Bert“, bestehend aus Jutta und Norbert Berger, stand beim Eurovision Song Contest 1974 in Brighton für Deutschland auf der Bühne. Mit ihrem Beitrag „Die Sommermelodie“ belegten sie mit nur drei Punkten den letzten Platz – zusammen mit Norwegen, Portugal und der Schweiz. © dpa/Horst Ossinger

Spekulationen um Eklat zwischen Joost Klein und ESC-Teilnehmerin Eden Golan wohl falsch

Der niederländische ESC-Kandidat war auch darüber hinaus unangenehm aufgefallen, etwa bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Eden Golan aus Israel. In den sozialen Medien wurde zuvor spekuliert, ob dieses Verhalten Grund für die Untersuchungen gegen Joost Klein sein könnten. Die EBU widersprach diesen Gerüchten jedoch und schrieb: „Wir möchten klarstellen, dass im Gegensatz zu einigen Medienberichten und Spekulationen in den sozialen Medien in diesen Vorfall keine anderen Künstler oder Delegationsmitglieder verwickelt waren.“ (nbe/dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Sander Koning

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