VonPamela Dörhöferschließen
Eine Studie zeigt, dass die Einnahme von Vitamin D bei Menschen, die an Krebs oder Vorstufen von Krebs leiden, den Spiegel eines wichtigen Entzündungsmarkers reduzieren.
Frankfurt – Dass die Einnahme von Vitamin D die Krebssterblichkeit senkt, hat bereits eine frühere Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg (DKFZ) festgestellt; andere Arbeiten kamen ebenfalls zu diesem Ergebnis. Ein Team des DKFZ hat nun den Grund für diese Wirkung aufgespürt: Bei einer Metaanalyse fanden sie heraus, dass die Einnahme von Vitamin D bei Menschen, die an Krebs oder Vorstufen leiden, den Spiegel eines wichtigen Entzündungsmarkers senken. Insgesamt gibt es einige Anzeichen für ein Vitamin-D-Defizit, die nicht ignoriert werden sollten.
Vitamin D senkt Krebssterblichkeit – Mangel ist weltweit stark verbreitet
Vitamin D ist an wichtigen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Allerdings kann man es über die Nahrung nur eingeschränkt zuführen, da wenige Lebensmittel – unter anderem fette Fische und Eier – Vitamin D enthalten. Die Hauptversorgung erfolgt über die Sonnenlichtbestrahlung der Haut. Vitamin-D-Mangel ist weltweit verbreitet, besonders häufig bei Krebskranken. Nach aktueller Studienlage senkt eine regelmäßige Einnahme von Vitamin D3 die Wahrscheinlichkeit, an einer Krebserkrankung zu sterben um etwa zwölf Prozent.
Bislang waren die biologischen Mechanismen dahinter jedoch weitgehend ungeklärt. Vermutet wird, dass Vitamin D entzündungsfördernden Prozessen entgegenwirkt. Studienleiter Hermann Brenner vom DKFZ erklärt: „Hohe Spiegel an Entzündungsmarkern sind bei Krebspatienten häufig mit einem ungünstigen Ausgang der Erkrankung verbunden. Dies gilt insbesondere für Darm-, Brust-, Pankreas-, Leber und Prostatakrebs.“ Um die These zu überprüfen, dass die entzündungshemmende Wirkung von Vitamin D hinter dem positiven Einfluss bei Krebs steht, analysierten die Forschenden acht Studien mit insgesamt 592 Teilnehmenden, die alle an Krebs oder Vorstufen litten.
Vitamin D senkt Krebssterblichkeit: Wo bei der Dosierung noch Potenzial schlummert
Tatsächlich fanden sich bei denjenigen, die Vitamin D erhalten hatten, „deutlich niedrigere Serumspiegel des entzündungsfördernden Tumor-Nekrosefaktors alpha“ (TNF alpha). Dieser Botenstoff wird bei so gut wie allen Entzündungen ausgeschüttet und aktiviert eine Vielzahl verschiedener Immunzellen. Für zwei weitere Botenstoffe, Interleukin 6 und CRP, wurden ebenfalls niedrigere Spiegel unter Vitamin-D-Einnahme beobachtet.
Alle Patientinnen und Patienten erhielten bei diesen früheren Studien die gleiche Dosis, unabhängig von ihrem Ausgangs-Vitamin D-Spiegel. In einer dem individuellen Bedarf angepassten Dosierung sieht Brenner ein „noch deutlich größeres Potenzial.“ Dazu führt sein Team derzeit bereits in Zusammenarbeit mit zahlreichen Kliniken in Deutschland eine große Studie durch. pam
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