Die FR fasst Wissenswertes über Erdbeben zusammen.
In Japan hatte das jüngste starke Nachbeben am Dienstagmorgen eine Stärke von 6,4. Das Nachbeben von Montag war mit einer Stärke von 6,6 heftiger gewesen. Das ursprüngliche, verheerende Erdbeben vom 11. März, das zu dem Tsunami führte, hatte eine Stärke von 9,0. Die Tsunami-Wellen waren zwischen 10 und 23 Meter hoch. Am AKW Fukushima erreichte die Welle 15 Meter.
Bei der Messung von Erdbeben wird die Stärke der Bodenbewegung angegeben (Magnitude). Jeder Punkt auf der Skala bedeutet etwa eine Verzehnfachung der Stärke des Erdbebens. Demnach ist ein Beben der Stärke 7 zehnmal stärker als ein Beben der Stärke 6, hundertmal stärker als ein Beben der Stärke 5, tausendmal stärker als ein Beben der Stärke 4 und so weiter.
Statt der Richterskala werden mittlerweile mehrere Skalen parallel verwendet. Derzeit gilt die sogenannte Momentmagnitude als bestes physikalisches Maß für die Stärke eines Bebens. Die meisten Skalen ergeben zumindest bei schwächeren Beben ähnliche Werte wie die Richterskala, erlauben aber eine genauere Differenzierung bei schweren Erdbeben.
Weltweit treten jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke 3 bis 4 auf. Etwa 800 haben die Stärken 5 oder 6. Erdbeben können je nach Dauer, Bodenbeschaffenheit und örtlicher Bauweise unterschiedliche Auswirkungen haben.
Dabei gilt meist: Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachzuweisen. Stärke 3: nur in der Nähe des Epizentrums zu spüren. Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden.
Stärke 6: mäßiges Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen. Stärke 7: starkes Beben, Katastrophen mit Todesopfern. Stärke 8: Großbeben mit vielen Opfern und schweren Verwüstungen.
Stärke 9: katastrophales Beben. Die Skala ist nach oben hin nicht begrenzt, da auch stärkere Beben möglich sind. Experten haben die höchstmögliche Stärke auf 10,6 berechnet – das würde die Erdkruste aufbrechen.
Im Jahr 1960 ereignete sich in Chile das heftigste bisher auf der Erde gemessene Beben – es hatte eine Magnitude von 9,5. Damals starben mehr als 1600 Menschen, 3000 wurden verletzt, zwei Millionen wurden obdachlos. Maximale Höhe des damaligen Tsunami: 25 Meter.
In Europa sind Italien und Griechenland besonders erdbebengefährdet. Als stärkstes Beben des 20. Jahrhunderts gilt das im italienischen Messina (Sizilien). Dabei starben 1908 mehr als 100.000 Menschen. Das Beben hatte laut Vergleichsberechnungen eine Stärke von 7,2. In Deutschland gilt die sogenannte Kölner Bucht, die von Basel bis in die Beneluxstaaten reicht, als besonders erdbebengefährdet. Laut Experten sind hier Beben bis zu einer Stärke von 6,4 möglich. Das jüngste im Rhein-Main-Gebiet spürbare Beben (14. Februar 2011, Epizentrum bei Koblenz) hatte eine Stärke von 4,2 bis 4,5. (dpa/hahe)