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Japan wird seit Tagen von heftigen Regenfällen heimgesucht. In den USA bereiten sich Millionen Menschen auf extreme Hitze vor.
Frankfurt/Tokio – Enorme Hitze oder heftige Unwetter – der Sommer bringt in verschiedenen Weltregionen Extremwetter mit sich. In Japan kamen infolge der tagelangen Regenfälle im Südwesten des Landes mindestens sechs Menschen ums Leben. Das berichtet unter anderem die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf lokale Medien wie den TV-Sender NHK.
Heftige Regenfälle in Japan: Sechs Menschen tot - drei Personen werden vermisst
Zudem wurden demnach drei Menschen vermisst. Nach ihnen wird in den Präfekturen Saga und Oita auf der südwestlichen Hauptinsel Kyushu weiter gesucht. In der Präfektur Fukuoka ist eine 77-Jährige in der Stadt Soeda ums Leben gekommen, als ihr Haus von einem Erdrutsch erschüttert wurde. Ein Mann starb im Krankenhaus, nachdem er in der Stadt Hirokawa aus einem überschwemmten Lastwagen gerettet worden war.
Tot aufgefunden wurde ein weiterer Mann in einer überfluteten Unterführung in Dazaifu. In Kurume kam ein Mann zu Tode, der an einer Stelle gefunden, an der mehrere Häuser von einer Schlammlawine getroffen wurden. Zudem wurde ein männliches Opfer tot auf einem Reisfeld gefunden.
In Karatsu in der Präfektur Saga wurden zwei Häuser von einem Erdrutsch erwischt, dabei starb eine Frau. Zwei Männer galten als vermisst. Ebenso gesucht wird nach einer Frau, die in Nakatsu in der Präfektur Oita an einer Flussuferstraße verschwunden war.
Japan und Unwetter: Millionen Menschen von Evakuierungswarnungen betroffen
Für über 420.000 Menschen in Fukuoka und Oita wurde eine Evakuierungswarnung der höchsten Stufe ausgesprochen. Diese lautet: „Ihr Leben ist in Gefahr, sie müssen sofort Maßnahmen ergreifen.“ In Fukuoka, Hiroshima, Saga, Yamaguchi und Oita galt für zwei Millionen Menschen eine niedrigere Warnstufe. Hier wurden Personen zur Evakuierung aufgefordert, wenn sie sich in Gefahrengebieten aufhalten.
Im Westen des Landes waren laut einem Regierungssprecher tausende Haushalte ohne Strom. Ein Krisenstab sei eingerichtet worden, dabei gelte: „Menschenleben zuerst“. Meteorologe Satoshi Sugimoto vom Japanischen Wetterdienst (JMA) sagte vor Journalisten im Hinblick auf Fukuoka und Oita im Südwesten: „Dies ist der heftigste Regen, den die Region je erlebt hat.“
Wetter in Japan: Neben heftigen Regenfällen auch Hitze erwartet
NHK berichtet unter Verweis auf Wetter-Experten, am Mount Hikosan in Fukuoka seien seit Beginn der Regenfälle am vergangenen Donnerstag mehr als 600 Millimeter Wasser niedergegangen. Auch andere Regionen würden Rekordniederschläge melden. Am Dienstag soll das Wetter im Norden und Westen Japans instabil bleiben. Es müsse mit Donner gerechnet werden, zudem könnten pro Stunde 50 Millimeter Regen niedergehen. Zum Vergleich: Bereits bei zehn Millimetern pro Stunde spricht der Deutsche Wetterdienst (DWD) von Starkregen.
Bis Donnerstag könnten auch Gebiete an der Küste des Japanischen Meeres in der Region Tohoku von extremem Regen heimgesucht werden. Hinzu kommen in Teilen des Inselstaates hochsommerliche Temperaturen: In den Regionen Kanto und Koshi werden 37 Grad erwartet, auch im schwer getroffenen Kyushu gibt es wohl über 30 Grad.
USA schwitzt im Sommer: Temperaturen von 43 oder 44 Grad möglich
Auf extreme Hitze richtet sich derweil auch der Süden der USA ein. Betroffen sind davon mehr als 50 Millionen Menschen. Laut dem Nationalen Wetterdienst (NWS) hat sich über den südwestlichsten Bundesstaaten ein sogenannter Hitzedom gebildet – ähnlich wie über Nordamerika bereits im Jahr 2021. In diesem Fall „ist die Hitze wie unter einer riesigen Kuppel gefangen und kann nicht entweichen“, informiert wetteronline.
In Teilen von Kalifornien, Arizona, Nevada und New Mexico kann es deshalb über 37 Grad heiß werden. Für den Süden und das Zentrum von Kalifornien wird vor extremer Hitze gewarnt. In Teilen des Bezirks Los Angeles werden im Laufe der Woche Werte von bis zu 44 Grad befürchtet. Der NWS warnt vor „Aktivitäten unter freiem Himmel zwischen 10 und 16 Uhr“. Besonders problematisch ist die lang anhaltende Hitze: In Phoenix, der Hauptstadt von Arizona, liegen die Temperaturen bereits seit zehn Tagen über 43 Grad.
El Paso in Texas stellte derweil mit 24 Tagen infolge mit mehr als 37,7 Grad einen neuen Rekord auf, teilten die örtlichen Wetterdienste mit. Für den Großraum von Miami im Süden von Florida gilt bis Mittwoch eine Hitzewarnung.
Wetter-Extreme auch im Meer: Wassertemperaturen von über 30 Grad könnten Korallen zusetzen
Betroffen sind aber auch Flora und Fauna. So seien im Golf von Mexiko und im Karibischen Meer ungewöhnlich hohe Wassertemperaturen gemessen worden, berichtet der Deutschlandfunk unter Berufung auf die US-Wetterbehörde. Vor der Küste Floridas sollen vielerorts Wassertemperaturen von über 30 Grad gemessen worden sein, insgesamt lägen die Werte zwei bis drei Grad über dem Durchschnitt. Experten befürchten, dass Korallenriffe ausbleichen könnten – dies hätte das Absterben der Korallen zur Folge.
Die Wetter-Extreme werden auch mit El Niño in Verbindung gebracht. Die im Abstand von mehreren Jahren vor allem im Pazifik auftretende Wetteranomalie kann dramatische Folgen nach sich ziehen.
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