Extrem-Wetter in Italien: Fünf Hitze-Tote an der Adria – jüngstes Opfer 19 Jahre alt
VonMartina Lippl
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In Italien hält eine Hitzewelle weiter an. Die höchste Alarmstufe Rot gilt insbesondere in Süd- und Mittelitalien. In Apulien starben fünf Menschen.
Frankfurt – „Tödliche Hitze in Apulien“ – schreibt die italienische Zeitung La Repubblica. Innerhalb von 24 Stunden sind am Montag und Dienstag (21./22. Juli) fünf Menschen im Süden Italiens ums Leben gekommen. Am späten Vormittag kurz nach 12.30 Uhr sei ein 81-jähriger Soldat im Ruhestand im Urlaub mit seiner Familie in Salento verstorben. Rettungsschwimmer versuchten, den Mann noch wiederzubeleben – allerdings ohne Erfolg. Zuvor hatte es bereits vier weitere Todesfälle, vermutlich aufgrund der Hitze gegeben.
Im Süden Italiens – „am Stiefelabsatz“ – kletterten die Maximalwerte in den vergangenen Tagen auf bis zu 40 Grad Celsius. Der Höhepunkt der Hitzewelle steht noch bevor. Ein afrikanisches Hochdruckgebiet namens „Kamel“ dominiert die Wetterlage mit Höchstwerten bis 45 Grad. Besonders betroffen sind neben Apulien auch Sizilien, die Basilikata und Kalabrien. Besonders kritisch: In den Nächten kühlt es nicht unter 30 Grad ab.
Tödliche Hitze in Italien – Todesopfer von 19 bis 82 Jahren
Am Montag (21. Juli) verloren bereits drei Menschen ihr Leben: In Porto Cesareo starb ein 79-Jähriger auf der öffentlichen Strandpromenade. Ein 66-jähriger Unternehmer erlitt einen tödlichen Anfall auf seinem Boot vor Savelletri. Besonders tragisch: Auch eine erst 19-Jährige kam in den Gewässern von Ugento (Provinz Lecce) ums Leben, berichtet tgcom24.mediaset.it.
Am Dienstag (22. Juli) setzte sich die tragische Serie fort: In Torre Inserraglio brach ein 82-jähriger Urlauber am Strand vor den Augen seiner Frau zusammen. Trotz sofortiger Hilfe durch andere Badegäste, Rettungsschwimmer und medizinisches Personal konnte sein Leben nicht gerettet werden. Fast zeitgleich erlitt ein etwa 60-jähriger Tourist kroatischer Herkunft in Torre dell‘Orso einen Herzstillstand beim Baden im Meer. Andere Strandgäste bemerkten seinen regungslosen Körper im Wasser und alarmierten die Rettungsschwimmer – doch auch hier kam jede Hilfe zu spät.
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Alarmstufe Rot – Dramatische Hitzewelle in Italien hält weiter an
Ein Ende der Hitzewelle in Italien ist laut Meteorologinnen und Meteorologen erst am Wochenende in Sicht. Die höchste Hitze-Alarmstufe Rot gilt laut dem Bulletin des italienischen Gesundheitsministeriums weiterhin für die Hauptstadt Siziliens, Palermo. Die zweite Hitzewarnstufe ist aktuell für fünf Städte aktiviert: Compobasso, Catania, Latina, Reggio Calabria und Rom.
Höchstwerte über 40 Grad Celsius über mehr als zwei bis drei Tage sind selbst für einen Sommer in Italien alles andere als normal erklärt, Lorenzo Tedici, Meteorologe und Medienmanager bei ilmeteo.it. Das Klima in Italien habe sich seiner Meinung nach im Vergleich von vor 20 bis 30 Jahren verändert. Schon Anfang Juni ächzte Südeuropa und Italien unter einer außergewöhnlichen Hitzewelle.
„Im 20. Jahrhundert waren Höchsttemperaturen über 40 Grad Celsius die Ausnahme und hielten höchstens 2 bis 3 Tage im Süden und 1 bis 2 Tage in Mittelitalien (selten) an. Nun befinden wir uns zunehmend in einem nordafrikanischen Klima, sogar wochenlang“, so Tedici.Im Süden erreichten die Temperaturen am Samstag 42 bis 45 Grad. „Sieben Tage Sahara-Wetter ohne Unterbrechung, ein wahrer Backofen.“ Laut den Prognosen kühlen die Temperaturen im Süden erst zum Ende dieser Woche ab.
Wetter in Italien aktuell extrem instabil
Im Norden Italiens ist das Wetter aktuell extrem instabil, berichtet ilmeteo.it. Dort ist am Mittwoch (23. Juli) mit Hagelstürmen und schweren Gewittern zu rechnen. Besonders in den Bergregionen vom Piemont bis zur Lombardei, dann Trentino-Südtirol bis Venetien und Friaul-Julisch Venetien. Das Wetterportal warnt: „Die Phänomene können sehr heftig sein.“ (ml)