Angriffe aus dem Gazastreifen

Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Israel ab: Viele Airlines streichen Flüge

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Angesichts der großangelegten Angriffe der islamistischen Hamas auf Israel hat das Auswärtigen Amt eine Teilreisewarnung veröffentlicht.

Tel Aviv – Das Auswärtige Amt rät angesichts des Großangriffs der Palästinenserorganisation Hamas auf Israel „dringend“ von Reisen nach Israel und in die Palästinensergebiete ab. Mehrere Fluggesellschaften haben zudem ihre Flüge nach Israel gestoppt.

Das Bundesaußenministerium begründete seine Einschätzung am Samstag (7. Oktober) mit „gravierenden militärischen Auseinandersetzungen im Gebiet um den Gaza-Streifen mit Beschuss durch Raketen bis nach Tel Aviv und Angriffen auf die lokale Bevölkerung“ und veröffentlichte eine Teilreisewarnung. Vor Reisen in den von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen wird demnach „gewarnt“. Von Reisen nach Israel und ins Westjordanland wird „dringend abgeraten“.

Krieg in Israel: Verschärfung der Lage „nicht ausgeschlossen“ - Reisewarnung für Gazastreifen

„Die Lage ist hoch volatil. Eine weitere Verschärfung der Lage, eine Ausweitung auf andere Gebiete des Landes und erhebliche Beeinträchtigungen des Flugverkehrs können nicht ausgeschlossen werden“, heißt es auf der Seite des Auswärtigen Amts. Reisende sollten sich in den Medien über die Lage auf dem Laufenden halten und unbedingt die Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte befolgen.

Viele Flüge von und nach Israel wurden abgesagt. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage in Israel streicht Lufthansa alle Flüge von und nach Tel Aviv bis einschließlich Montag“, teilte das Unternehmen am Samstag (7. Oktober) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Ein Flug von Tel Aviv nach Frankfurt sollte am Samstag jedoch noch stattfinden, berichtet der Spiegel.

Passagiere warten am Ben Gurion Airport in Tel Aviv am 7. Oktober.

Angriff auf Israel: Lufthansa, Swiss Airlines, Austrian Airlines und Wizz Air stornieren Flüge

Auch die zum Lufthansa-Konzern gehörenden Fluggesellschaften Swiss Airlines und Austrian Airlines haben bis einschließlich Montag (9. Oktober) alle Flüge von und nach Israel gestrichen. Entscheidungen über das kommende Flugprogramm würden Anfang der nächsten Woche getroffen, heißt es auf den Webseiten der Airlines. Die Billig-Fluglinie Wizz Air informiert ebenfalls darüber, dass am Sonntag, 8. Oktober, alle Flüge nach Israel gestrichen werden. Air France strich seine Flüge nach Tel Aviv nach eigenen Angaben „bis auf Weiteres“. Auch die polnische Fluggesellschaft LOT sagte am Samstag nach eigenen Angaben einen Flug nach Tel Aviv ab.

Turkish Airlines bietet Reisenden an, Flüge nach Israel bis einschließlich Dienstag (9. Oktober) kostenfrei umzubuchen, auch eine Rückerstattung ist unter Umständen möglich. Die israelische Nationalairline El Al bietet ebenfalls kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an.

Viele Flugzeuge, die am Samstag auf dem Weg nach Israel waren, kehrten in der Luft um, berichtet das Portal AeroTelegraph. Ein Wizz-Air-Flug drehte demnach über Griechenland um und kehrte zurück zu seinem Startflughafen in Rom. Ein Flug ab Warschau landete in Larnaca auf Zypern statt in Tel Aviv. Auch ein Flugzeug von Turkish Airlines von Istanbul nach Tel Aviv drehte laut dem Bericht wieder um. Betroffen war demnach auch ein Flug aus San Francisco von United Airlines, der ebenfalls zu seinem Startflughafen zurückkehrte.

Deutsche in Israel sollen sich auf Krisenvorsorgeliste eintragen: „Bitte bleiben Sie nahe Schutzräumen“

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) bat alle deutschen Staatsangehörigen vor Ort „dringend“, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen. Wer bereits in der Elektronischen Erfassung Auslandsdeutscher ELEFAND registriert ist, wird vom Auswärtigen Amt dazu angehalten, seine Registrierungen aktuell zu halten.

Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, rief „alle Landsleute in Israel“ zur Vorsicht auf. „Der Raketenbeschuss aus Gaza dauert an, es besteht insgesamt erhöhte Gefahr“, erklärte er im Onlinedienst X, vormals Twitter. „Bitte bleiben Sie nahe Schutzräumen“, rief Seibert alle Landsleute in Israel auf. (sne/dpa)

Rubriklistenbild: © Vyacheslav Tatarovsky/Imago

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